22. Januar 2021 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Extra Time – La Serenissima / Adrian Chandler

Extra Time – La Serenissima / Adrian Chandler

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #019 – Concerti

Eher Nachspielzeit als Zugabe. So ist dieses Album entstanden, das auf dem Cover den Eindruck einer namhaften Auswechselbank beim Duschen hinterlässt. Dumm nur, dass die Graphik eine wunderbare Chance vergeben hat: Hängt man nämlich die Shirts von „Albinoni“ und „Vivaldi“ einmal um, so hätte sich mit 1729 ein für die eingespielten Werke guter chronologischer Mittelwert ergeben. Entstanden ist die CD mit dem etwas seltsamen Titel „Extra Time“ tatsächlich durch Werke, mit denen am Ende von Aufnahmesitzungen die noch vorhandene Zeit gefüllt wurde. Diese Tracks lagen dann teilweise in der berüchtigten

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Vivaldi: Concerti per violino VIII – Le Concert de la Loge / Julien Chauvin

Vivaldi: Concerti per violino VIII – Le Concert de la Loge / Julien Chauvin

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #019 – Concerti

Seit 2001 erschienen im Rahmen der „Vivaldi Edition“ Jahr um Jahr gleich mehrere Folgen auf CD: Opern, geistliche Vokalmusik, Concerti und Sonaten. Nahezu jede Produktion ist dabei ein Erlebnis: Nicht nur weil das Cover bei jeder Produktion immer wieder überrascht, sondern weil auch verschiedene Solisten und Ensembles verpflichtet werden. Für die allein ihrer Anzahl nach schier endlos anmutenden Konzerte für Solovioline waren dies zuletzt die Accademia Bizantina (mit Alessandro Tampieri), Europa Galante (mit Fabio Biondi) und Il Pomo d’Oro (mit Dmitry Sinkovsky). Nun ist es am Concert de la Loge

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Neopolitan Concertos – Musica Fiorita / Daniela Dolci

Neapolitan Concertos – Musica Fiorita / Daniela Dolci

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #019 – Concerti

Neapel? Oper! So möchte man für gewöhnlich ausrufen. Doch diese Produktion macht deutlich, dass am Fuße des Vesuvs während des 18. Jahrhunderts auch anderes entstand – und dies auf vorzüglichem Niveau. Dass Instrumentalmusik vor allem in Norditalien ein Zuhause hatte, wird zwar nicht in Frage gestellt, wohl aber ergeben sich historisch wie musikalisch ganz neue Facetten. So findet sich ein Violinkonzert von Pergolesi ebenso wie sehr flüssig geschriebene Kompositionen für Violoncello von Francesco Supriani (1678–1753) und Stefano Galeotti (1723–1790). Folgt man dem Einführungstext im Booklet, so erschließt einem das Concerto

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Vivaldi: Concerti per la pietá – Europa Galante / Fabio Biondi

Vivaldi: Concerti per la pietá – Europa Galante / Fabio Biondi

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #019 – Concerti

Mit dieser CD machen sich Fabio Biondi und das Ensemble Europa Galante ein Geburtstagsgeschenk anlässlich des 30-jährigen Plattendebüts. Damals waren es (wie konnte und kann es anders sein) die „Vier Jahreszeiten“ – heute sind es andere Violinkonzerte von Vivaldi. Die Omnipräsenz dieses Zyklus‘ ist nun allerdings einer ganz anderen Sichtweise auf die Vielzahl all der in Venedig entstandenen Werke gewichen: Unter dem Motto Concerti per La Pietà stehen Kompositionen im Zentrum, die musikalisch (wie möglicherweise auch spieltechnisch) all jene Virtuosinnen portraitieren, deren (Vor-)Namen nurmehr wie schemenhafte Gestalten im historischen Nebel

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Tartini: Violin Concertos – Chouchane Siranossian / Venice Baroque Orchestra / Andrea Marcon

Tartini: Violin Concertos – Chouchane Siranossian / Venice Baroque Orchestra / Andrea Marcon

Teil von 5 in Michael Kubes HörBar #019 – Concerti

Noch immer steht das Schaffen des in Padua (und für einige Jahre auch in Prag) wirkenden Giuseppe Tartini (1692–1770) im Schatten seiner eigenen Teufelstriller-Sonate, die ihm in der Rezeptionsgeschichte fast zum Fluch wurde. Denn seine Virtuosität zeigte er nicht nur auf den Saiten, sondern auch in Kompositionen, die kaum einmal auf den Notenpulten landen. Wie bei jedem der großen Meister des Barock kann man auch bei seinen Konzerten auf eine zwischen 1996 und 2010 entstandene Gesamteinspielung (beim italienischen Label Dynamik) zurückgreifen – allerdings mit vielfach eher durchwachsenen Interpretationen. Wirklich neues

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One Century of Music – Orchestre de la Suisse Romande

One Century of Music – Orchestre de la Suisse Romande

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #017 – Dokumentationen

Aus den Radioprogrammen wie vom Plattenteller ist der Name des Orchesters nicht wegzudenken. Mehr noch handelt es sich bei dem Orchestre de la Suisse Romande um das musikalische Aushängeschild der Romandie. Das macht leicht vergessen, dass sowohl die Gründung wie auch die nachfolgenden Jahre von Unsicherheiten begleitet waren. Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs andernorts um die politische Richtung gekämpft wurde und die Spanische Grippe ihre Opfer forderte, präsentierte sich am 30. November 1918 das Orchester erstmals in der Genfer Victor Hall und zwei Tage später im Théâtre de

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Franz Joseph Clement: Violinkonzerte – Contzen / WDR Sinfonieorchester / Goebel

Franz Joseph Clement: Violinkonzerte – Contzen / WDR Sinfonieorchester / Goebel

Teil 3 von 6 in Michael Kubes HörBar #013 – Beethoven & Co.

Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand geglaubt, dass es einmal ein Beethoven-Jahr geben könnte, in dem eine ganze CD-Reihe explizit nicht dem Titanen gewidmet wird, sondern seinen Zeitgenossen. 2020 ist aber alles anders. Und während die einen ihre gut bestückten Archive in Boxenform veröffentlichen, produziert beispielsweise Sony mit „Beethoven’s World“ eine Serie, bei der wohl jede Folge das Herz höher schlagen lassen wird. Eingespielt wurden dafür Werke, die mit Beethoven zwar etwas zu tun haben, nicht aber seinen Namen tragen. So sind es hier zwei Violinkonzerte von Franz Joseph

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Waxman: Carmen-Fantasie / Schostakowitsch: Violin Concerto No. 1 op. 77

Waxman: Carmen-Fantasie / Schostakowitsch: Violin Concerto No. 1 op. 77

Teil 2 von 7 in Michael Kubes HörBar #009 – 2020/01

Schwer ist es, im Music-Biz seinen Weg zu finden. Vollendete Technik ist da nur noch eine von vielen Voraussetzungen, ebenso wie glänzender Preisträger bei dem einen oder anderen Wettbewerb zu sein. Mit dieser CD und einem interpretatorisch höchst anspruchsvollen Repertoirestück macht nun Moné Hattori auf sich aufmerksam. Ihr gelingt – bestens sekundiert vom DSO Berlin – eine Lesart, an der zwar nichts falsch ist, der es aber dennoch an jenem inneren Glühen und bezwingenden Wehen fehlt, das einen erst das Leben lehrt. Warum die Aufnahme nach drei Jahren erst jetzt

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