American Sonatas

American Sonatas

Alle mögen gerade auf dem Cover eines Albums ein griffiges Motto. Und weil das schon länger so ist, kommt es irgendwann zu mehr oder weniger beabsichtigten Dopplungen. Im Bereich der poetischen Titel dürfte es besonders problematisch werden, verstecken sich doch hinter diesen meist vom Repertoire her bunt gemixte Konzeptalben. Was aber, wenn das Motto den Inhalt selbst aufgreift und die Produktion damit verwechselbar wird? Der Titel American Sonatas (gemeint sind Stücke von Komponisten aus den Vereinigten Staaten) findet sich auch auf anderen CDs, und gelegentlich gar mit identischen Werken. Im

Americaspaces / Robert Trevino

Americaspaces / Robert Trevino

Da hat das Land im Selbstverständnis und dem Sagen nach unbegrenzte Möglichkeiten – und doch kommt eine hoch interessante Einspielung mit «echter» Musik aus den Vereinigten Staaten ausgerechnet aus der «Alten Welt». Nun ließe sich trefflich über lange und kurze Ohren (Mozart) sinnieren; am Ende bleibt allein die Frage, welcher Klangkörper dieses vermeintliche Repertoire-Risiko eingeht und welches Label mitzieht. In diesem Fall waren es das erstaunlich jung besetzte Baskische Nationalorchester unter der Leitung von Robert Trevino (der offenbar auch für die Werkauswahl verantwortlich zeichnet) und das finnische Label Ondine, in

American Quintets

American Quintets

Ganz unprätentiös kommt dieses Album daher. Denn hier werden die Namen der beiden Komponistinnen nicht gesondert hervorgehoben; zudem kommt das Cover ohne den Hinweis aus, dass es sich im Fall des Klavierquintetts der auf dem Plattenmarkt gerade hoch im Kurs stehenden Florence Price um eine echte Ersteinspielung handelt. Auf solche Ankündigungen hat man beim englischen Label Chandos ohnehin schon immer verzichtet, sondern viel eher mit guten, sehr guten oder gar herausragenden Produktionen gepunktet – interpretatorisch wie aufnahmetechnisch. Auch in diesem Fall kommen Kenner wie Liebhaber auf ihre Kosten. Akustisch ist

American Pioneers

American Pioneers

Manchen wird etwas unwohl, wenn das Adjektiv «american» nicht geographisch korrekt den großen Doppelkontinent meint, sondern nur die Vereinigten Staaten und deren «way of life». Natürlich gibt es in nahezu allen Bereichen des Lebens populäre Verallgemeinerungen; dass sie sich aber auch auf seriösen Covern und im eingespielten Repertoire niederschlagen, überrascht dann doch. Die ohnehin ungenaue, oftmals allzu leichtfertig hingeworfene Begrifflichkeit verweist auf eine kulturelle Vormachtstellung, die zwar faktisch existent ist (zumal durch verschiedene musikalische Institutionen), zugleich aber vieles ausklammert oder gar ausgrenzt. Ob die auf diesem mit «American Pioneers» überschriebenen

Crossroads / American Violin Sonatas

Crossroads / American Violin Sonatas

Ein wenig musste ich dann doch schmunzeln. Natürlich kann man solch ein hübsches Album mit drei Violinsonaten aus den Vereinigten Staaten unter ein Motto stellen. Auch die «Crossroads» sind hier im musikalisch Sinne in gewisser Weise akzeptabel. Aber warum nur muss Mark DeVoto im Booklet über die mehr oder weniger fortgeschrittenen Lebensreisen der Komponisten und Interpreten gefällig schwadronieren, um endlich zu dem Schluss zu kommen: «Auf diesem Album kreuzen sich all diese Wege.» Hm, nun ja, kreuzen sich nicht auf jedem Album dieser Welt irgendwelche Wege? Kreuzungen lassen sich jedenfalls