30. November 2020 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Voix du ciel. Polyphonies médiévales et chants sacrés

Voix du ciel. Polyphonies médiévales et chants sacrés – Ensemble Gilles Binchois

Teil 6 von 6 in Michael Kubes HörBar #011 – Alte Musik

Man muss zuerst einmal suchen, um die Anlage diese Doppel-Albums zu verstehen. Schließlich aber hilft die Website des Ensembles: Es handelt sich letztendlich um eine Kompilation von Stücken aus den letzten sieben CDs des Ensembles Gilles Binchois, das aktuell auf seinen 40. Geburtstag zurückschauen kann. In die zurückliegenden Jahrzehnte fallen dabei nicht nur zahlreiche Auszeichnungen, sondern auch ein Generationenwechsel. Was bleibt, sind sehr genau ausgehörte, konzentrierte und nur sparsam mit Instrumenten angereicherte Realisationen eines vielfach mehr als 800 Jahre entfernten Repertoires. Dass sich die Stimmen dabei nicht immer in Konsonanzen

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Alfonso X el Sabio: Cantigas de Santa Maria – Jordi Savall u.a.

Alfonso X el Sabio: Cantigas de Santa Maria – Jordi Savall u.a.

Teil 4 von 6 in Michael Kubes HörBar #011 – Alte Musik

Nach 25 Jahren (wieder) verfügbar, setzen die Aufnahmen dieser CD ein Denkmal für Alfons X von Kastilien (1221–1284), jedenfalls für seine in den Cantigas de Santa Maria versammelten Dichtungen und Vertonungen. Von den 420 Nummern des Codex wurden 14 realisiert – farbenprächtig gesungen und gespielt durch ein verblüffend großes Ensemble mit Klängen zwischen Okzident und Orient. Auch wenn bei diesen Realisierungen vieles Spekulation blieben muss, so gewinnt man am Ende doch eine recht lebendige Vorstellung über das Musizieren der Troubadours jener Zeit: Rhythmisch lange nicht so anspruchsvoll wie das Repertoire

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Splendor da ciel. Rediscovered Music from a Florentine Manuscript

Splendor da ciel. Rediscovered Music from a Florentine Manuscript

Teil 2 von 6 in Michael Kubes HörBar #011 – Alte Musik

Umweltbewusst nutzen wir heute selbstverständlich die Rückseite eines längst verbrauchten Papiers für flüchtige Notizen. Vor vielen Jahrhunderten wendete man ein ähnliches Verfahren an, um wertvolles Pergament nochmals zu beschreiben: Mehr oder weniger sorgfältig wurde dazu die Buchbindung gelöst, ältere, offenbar wertlos gewordene Beschriftungen auf den Blättern ausrasiert und am Ende wieder ein neues Konvolut gebunden. Die ältere Schicht scheint meist endgültig verloren, so auch bei einer umfangreichen Handschrift mit Musikrepertoire aus dem italienischen Trecento, die ab 1504 in Florenz für ein Verzeichnis über Erwerb und Vermietung von Immobilien weitergenutzt wurde.

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