26. Mai 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Modern Horn Trios

Modern Horn Trios

Mit dem Adjektiv «modern» ist das so eine Sache. Nicht nur, dass sich moderne Moden irgendwann wiederholen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man von heute aus ein weiter zurückliegendes «Modern» definiert. Denn letztlich ist dies allein eine Frage der ästhetischen Haltung des jeweiligen Rezipienten. Und da wirkt dann der Titel dieses Albums doch etwas seltsam und verunglückt. Sind Charles Koechlin und Hermann Schroeder (1904–1984) mit ihren Horntrios aus den Jahren 1920 und 1967 wirklch so «modern» wie Hans Abrahamsen, John Cage oder György Ligeti, deren Partituren trotz weitgehender zeitlicher

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Helmut Lachenmann – My Melodies

Helmut Lachenmann – My Melodies

Melodien von Helmut Lachenmann? Keine Sorge! Hier findet keine radikal-revolutionäre Abkehr von einer über Jahrzehnte entwickelten, ganz eigenen Ästhetik statt, sondern eine Vertiefung. Natürlich sind keine «Melodien» im allgemein verkürzten Verständnis zu hören, wohl aber Klänge und Klangzustände, die das Ausgangsmaterial reflektieren. Im Zentrum dieser großen und weiträumigen Partitur mit einer Spielzeit von knapp 45 Minuten stehen acht Hörner – nicht konzertant im traditionellen Sinn, sondern oft genug als Atemgeber wie in den letzten Takten. Der Weg reicht dabei vom mächtigen Unisono über eine «wilde» Kadenz bis hin zu geräuschhaften

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Horn Trios

Horn Trios

Eigentlich könnte die kleine Gruppe der Trios für Violine, Horn und Klavier zur Gattung «Klaviertrio» gezählt werden – wenn da nicht die Besetzung selbst und die damit verbundene spezifische Faktur wären. Denn das Horn drängt sich, ohne dass es durchgehend führen würde, klanglich als markanter Gegenpart in den Vordergrund, verlangt aber als Instrument mittlerer Lage eine Behandlung, die eben kein Violoncello substituiert. Der Bass verbleibt damit in der Regel in der linken Hand am Klavier. Kein Wunder also, dass dieses Album nicht das erste und einzige ist, das die Bezeichnung

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Horn Legacy – Hervé Joulain

Horn Legacy – Hervé Joulain

Da tönt es aus dem Wald heraus. Kein anderes Instrument steht in der europäischen Kulturgeschichte näher an der Natur, als das Horn. Gleich ob als schmetterndes Post- oder Waldhorn oder als modernes, vollchromatisches Ventilhorn: Die aus edlem Blech gewickelte Schnecke erfordert einen extrem sicheren Ansatz und viel Gefühl bei der Ausgestaltung der Linien. Ein halbes Jahrhundert schwelte der Streit um den ganz eigenen Klang des (gestopften) Naturhorns und seiner mechanisierten Variante bis hin zu Brahms’ melancholischem Trio. Heute wird diese bautechnische Differenz sogar als kompositorischer Aspekt wieder aufgegriffen… Etwas einfacher

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Akio Suzuki – Soundsphere

Akio Suzuki – Soundsphere

Tauchen wir also ab, zurück nach 1973 mit einer Aufnahme, die in Eindhoven 1990 erstellt worden ist. Das Instrument, das als eine Art Glasharmonika bezeichnet wird und den seltsamen Namen De Koolmees trägt, erzeugt eine Musik von schlichter Präsenz. Bei den anderen drei Titeln des Album mit einem «Echo Instrument» (?) namens Analapos passiert etwas anderes. 

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Beschenkt – Ensembles Modern

Beschenkt – Ensembles Modern

Ein Album, dass zum Philosophieren anregt – gleich mit den ersten Sätzen im Booklet: «Schenken ist eine heikle Angelegenheit. Was schenke ich wem zu welchem Anlass? Werden die Beschenkten meine Wahl verstehen? Gefallen daran finden? Ist der Wert angemessen oder überzogen? Bringt meine Gabe die Beschenkten in Verlegenheit? In Zugzwang? Besitzen Sie den geschenkten Gegenstand etwa schon und mögen es nicht zugeben? Ist die Freude echt? Oder eine Pflichtübung? Soll ich durchblicken lassen, dass ich das Spiel durchschaue? Oder einfach mitspielen?» (Michael Rebhahn). Rasch ist man dabei, die selbst gemachten

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #186 – Miniaturen
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Mark Andre

Mark Andre

Ruhe, Stille. Die Musik von Mark Andre (*1964) bewegt sich oftmals an den Grenzen des Hörbaren – und sie bewegt sich damit in einem dynamischen Spektrum, das in der breiten Öffentlichkeit (auch im Gespräch und in der engagierten Diskussion) schon nicht mehr wahrgenommen wird. Gerade dieser andere Pol der Kommunikation, ihr konzeptioneller Gegensatz zu allem Plakativen und Lauten, verleiht ihr eine brennende Aktualität. Noch immer – muss man leider sagen, denn die auf diesem Album dokumentierten Live-Mitschnitte der Uraufführungen stammen alle aus den Jahren 2017/18. Zwei der eingespielten Kompositionen tragen

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Shortcuts – Antonio Ballista

Shortcuts – Antonio Ballista

Ein Doppelalbum, das durch drei Jahrhunderte der Musikgeschichte geht und dabei eine ganze Menge an Kleinigkeiten «abräumt». Die erste Hälfte der insgesamt 50 Stücke wurde aus dem 18. und 19. Jahrhundert gewonnen, die übrigen stammen aus dem 20., wenn nicht gar 21. Jahrhundert (die genauen Entstehungsdaten der Miniaturen werden nicht mitgeteilt). Warum aber eine solche Produktion? Früher wurden mit derartigen Stückchen noch auf den Klassik-Sendern des öffentlichen Rundfunks die übrig gebliebenen Sendeminuten vor den Nachrichten gefüllt… Wie kaum anders zu erwarten spielt sich Antonio Ballista ordentlich durch die Minuten, ohne

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Liao Lin-Ni – Bagatelles

Liao Lin-Ni – Bagatelles

Poesie des Lichts, des Raumes und der Worte. Irgendwo zwischen Stille und Er-eignis, zwischen Punkt und Gleißen, Helligkeit und Schatten. Die Musik der aus Taiwan stammenden und in Paris lebenden Komponistin Liao Lin-Ni (*1977) lädt zu solchen Assoziationen ein – wobei ihre Werke selbst wiederum Reflexionen auf Texte der visionären amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson (1830–1866) sind. So wie dort mit offenen Formulierungen die Gedanken in Freiheit entlassen werden, so lassen sich auch die Bagatellen von Liao Lin-Ni ins Offene weiterdenken. Es handelt sich um kleine Serien von Bagatellen, nummeriert mit

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