16. January 2019 nmz – HörBar – täglich dabei und abgeört
Keith Jarrett: La Fenice

Keith Jarrett: La Fenice [2006]

Man weiß nicht so genau, was noch in den Archiven von ECM schlummern mag, aber da scheint es ja in Sachen Jarrett kaum ein Ende zu geben. Nun also eine Aufnahme aus dem „Gran Teatro La Fenice“ in Venedig. Man schreibt das Jahr 2006. Und Keith Jarrett schreibt eine weitere Improvisation. Von den langen improvisatorischen Gleisen der 70er bis 90er Jahre hat er sich längst entfernt. Sein Soloabend ist dokumentiert auf zwei CDs und besteht aus acht „Parts“ und vier Standards; insgesamt 97 Minuten. Wie schon in anderen Solo-Aufnahmen nach

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John Coltrane: Both Directions At Once: The Lost Album

John Coltrane: Both Directions At Once – The Lost Album

Von einem anderen Kontrast kündet der Titel „Both Directions At Once: The Lost Album”, das 1963 sorgfältig produziert, dann vergessen wurde und sich nur durch den Zufall erhalten hat, da sich eine Mono-Kopie in Familienbesitz befand. Gemeint ist der Versuch von Coltranes Plattenfirma Impulse! zweigleisig zu fahren, einerseits wagemutige, in die Zukunft weisende Coltrane-Werke zu veröffentlichen, andererseits Alben die ein breiteres Publikum ansprechen konnten wie „Ballads“ oder das Album mit dem Sänger Johnny Hartman, das zufällig am nächsten Tag produziert wurde. In dieser Trouvaille erleben wir beides: Songs wie „Nature

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Miles Davis: Ascenseur pour l’échafaud

Miles Davis: Ascenseur pour l’échafaud

Wie Jeanne Moreau durch das nächtliche Paris irrt, den Geliebten sucht, der für sie zum Mörder wurde, wie sie hofft und bangt, Selbstgespräche führt, das hat sich ins kollektive Unbewusste eingegraben, das machte sie zum Star – doch vermutlich hätte man diese Szenen des Films „Fahrstuhl zum Schafott“ längst vergessen, hätte nicht Miles Davis dazu Musik geschaffen, die an die Nieren geht, auch wenn man die Bilder nicht sieht. Louis Malle, der Regisseur von „Ascenseur pour l’échafaud“ erinnert sich: „Was er machte, war einfach verblüffend. Er verwandelte den Film. Ich

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Miles Davis & John Coltrane: Bootleg Series 6: The Final Tour

Miles Davis & John Coltrane: Bootleg Series 6: The Final Tour

Als Miles Davis 1960 nach Europa kam, hatte er endlich seine eigenen Musiker dabei – ein Zeichen, dass er nunmehr ein internationaler Star war. Doch eher missmutig absolvierte John Coltrane 1960 diese Tournee mit dem Trompeter und mürrisch klingt er bisweilen auch auf seinen letzten Auftritten als Sideman; danach trennten sich ihre Wege (sieht man von einem Studioalbum des Jahres 1961 ab). Ob er wütend ist, fragt ihn ein schwedischer Deejay in einem Interview, das sich als Zugabe auf „The Final Tour“, Vol. 6 der „Bootleg Series”, findet, das die

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