9. März 2021 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Debussy / Ravel – François-Xavier Roth

Debussy / Ravel – François-Xavier Roth

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #028 – Sinfonisches

Das London Symphony Orchestra (LSO) ist nicht nur im Musikleben der englischen Metropole dauerpräsent, sondern auch auf CD. Und es entbehrt nicht einer gewissen Faszination zu sehen, wie viele Bereiche dieser Klangkörper seit Jahren gewissenhaft abdeckt – einschließlich der zeitgenössischen Musik, des publikumswirksamen «Symphonic Rock» sowie des im Hintergrund wirksamen Filmsoundtracks. Im Konzertbetrieb arbeitet es ständig mit gleich mehreren Dirigenten zusammen; aktuell besteht die Stamm-Crew aus Simon Rattle (als Chef) sowie Gianandrea Noseda und François-Xavier Roth (als Principal Guest Conductors). Ob solch ein musikalisches Großunternehmen bei allem Respekt für die

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Fleurs – Melody Louledjian

Fleurs – Melody Louledjian

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #024 – Raritäten

Was für ein Bouquet! Allein schon die Zusammenstellung der Liederzyklen und der einzelnen Gesänge ist faszinierend. Wer sich floral interessiert, ist natürlich im Vorteil – wer nicht, wird sich mit Sicherheit gerne durch dieses musikalische Blütenmeer hören und lesen. Gleich 50 Sorten sind es, die Robert Desnos mit Worten charakterisiert und die Jean Wiéner mit der ihm eigenen, ins Jazzige gehenden Tonsprache in kurzen und kürzesten Liedern aufblühen lässt. Schon zuvor hatte Darius Milhaud seinen siebenteiligen «Catalogue de fleurs» erstellt; das Programm wird noch durch ein paar andere Einzellieder ergänzt

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Alban Berg Quartett – Complete Recordings

Alban Berg Quartett – Complete Recordings

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #023 – Geschenkboxen

37 Jahre bestand das legendäre Alban Berg Quartett, das mit seinen Interpretationen selbst ein Stück Gattungsgeschichte geschrieben hat. Auch wenn die Formation (anders als andere) nur wenige neue Partituren zur Uraufführung brachte, so hatte sie sich nie ausschließlich dem klassisch-romantischen Repertoire verschrieben (auch hier: anders als andere). Überdies finden sich Produktionen, die über ihre angestammte Domäne hinausgehen: Walzer von Strauß I und II sowie Lanner, teilweise in Arrangements der Zweiten Wiener Schule (eingespielt 1992), und Tango Sensations mit Werken von Astor Piazzolla & Co. (2003). Als sich das Quartett 2007

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Modern Times Edition

Modern Times Edition

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #023 – Geschenkboxen

Mit schöner Regelmäßigkeit erschienen in den letzten Jahren bereits zahlreiche Folgen der «Modern Times» – einer Serie, bei der jede CD einem Komponisten des 20. Jahrhunderts gewidmet ist und dabei auch sinfonische Werke präsentiert, die vielfach nicht in der ersten Reihe der großen Namen stehen. Zusammen mit einer Paul Hindemith gewidmeten Veröffentlichung hat das Label Capriccio nun eine zehn CDs umfassende Edition herausgebracht. Die Zusammenstellung liest sich imersten Moment ein wenig bunt: Zimmermann, Dallapiccola, Dutilleux, Ginastera, Szymanowski, Antheil, Vaughan Williams, Kabalevsky, Krenek und eben Hindemith. Andererseits ist es gerade die

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Heitor Villa-Lobos: Complete Symphonies

Heitor Villa-Lobos: Complete Symphonies

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #023 – Geschenkboxen

Wie sich die Geschichte doch immer und immer wieder wiederholt: Werden von einer Gesamteinspielung zunächst die einzelnen CDs über einen längeren Zeitraum scheibchenweise veröffentlicht, erscheint üblicherweise nach der letzten Folge (alsbald oder nach einer Anstandspause) die zusammenfassende wohlfeile Box. Für diejenigen Hörer, die solch ein Projekt geduldig und mit (meist) zunehmendem Interesse verfolgt haben, mag dies ärgerlich sein; wer indes durch das Presseecho neugierig geworden ist, kann günstig zuschlagen. So nun auch bei der zweiten Gesamteinspielung der Sinfonien von Heitor Villa-Lobos, jenes äußerst produktiven brasilianischen Komponisten, den man vielleicht gerade

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Malcolm Arnold: The Dancing Master

Malcolm Arnold: The Dancing Master

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #022 – Oper 20./21. Jahrhundert

«too bawdy for family audiences» – zu schlüpfrig für Familienpublikum. Diese knappen Worte reichten aus, dass sich im Jahre 1952 die BBC von dieser ursprünglich für das Fernsehen bestimmten Oper zurückzog. Heute kann man sich über dieses Urteil angesichts des spritzig-witzigen, mitunter auch doppeldeutigen Librettos von The Dancing Master nur wundern – oder mit Blick auf das enge Sittenkorsett jener Zeit eben auch nicht. Allerdings: glückliche Zeit, als vor 70 Jahren überhaupt noch längere musikalische Werke für den gar nicht so weit verbreiteten Flimmerkasten in Auftrag gegeben wurden! Mit dem

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Luigi Dallapiccola: Il Prigioniero

Luigi Dallapiccola: Il Prigioniero

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #022 – Oper 20./21. Jahrhundert

Nach zwei Folgen mit Orchesterwerken und einer Pause von einem Jahrzehnt überrascht das britische Label Chandos mit einer Oper von Luigi Dallapiccola (1904–1975). Wirkliches Neuland wird dabei freilich nicht betreten. Denn von dem Einakter Il Prigioniero (1944–1948) liegen schon wenigstens vier andere Produktionen aus den Jahren 1967 (Ettore Gracis), 1974 (Antal Doráti), 1995 (Esa-Pekka Salonen) und 2016 (Dirk Kaftan) vor. Warum also diese Einspielung einer Partitur, die nach der Uraufführung oft gespielt wurde, heute aber auf der Bühne eher zur Rarität geworden ist? Oder darf man nun auch Neuaufnahmen von

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Lento religioso – Amsterdam Sinfonietta / Candida Thompson

Lento religioso – Amsterdam Sinfonietta / Candida Thompson

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #020 – Sinfonisches

Das Motto der CD ist Programm. Entliehen ist es dem dritten Satz der Symphonischen Serenade op. 39 (1947/48) von Erich Wolfgang Korngold, doch erstreckt es sich emotional über alle sieben Tracks, die sich so zu einem großen Charakterbild zusammenfügen. Dramaturgisch schlüssig ist dabei die Kombination von Arrangements und Einrichtungen einzelner Sätze sowie originalen Partituren für Streichorchester: auf der einen Seite Alban Bergs Sonate op. 1 und Wagners Vorspiel zu Tristan und Isolde, auf der zweiten das Adagio aus Anton Bruckners Streichquintett, auf der dritten endlich neben Korngolds eindringlichem Satz ein

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Paris-Moscou – Trio Goldberg

Paris-Moscou – Trio Goldberg

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #018 – Kammermusik

Bereits mit seiner letzten CD unter dem Titel De L’Ombre à La Lumière hat das Trio Goldberg begeistert. Mit Paris-Moscou wird nun der eingeschlagene Weg konsequent fortgesetzt, programmatisch wie künstlerisch. Bereits die glückliche Zusammenstellung der Werke lässt aufhorchen, denn es werden mit Paris und Moskau (Françaix und Tanejew) nicht zwei Pole markiert, sondern Ausgangspunkte einer langen Wegstrecke, die über Haydn, Schubert, Krása, Kodály und Enescu führt. Erstaunlich ist, wie sich hier die doch sehr unterschiedlichen Tonsprachen ergänzen – und vielfach auch den „richtigen“ tonalen Anschluss haben. So handelt es sich

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L’Opéra de Paris 1900–1960 – Une Histoire Sonore

L’Opéra de Paris 1900–1960 – Une Histoire Sonore

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #017 – Dokumentationen

Was für ein Fest – und noch dazu: nach guter französischer Tradition ein Fest in vier Akten. Da wäre zunächst die Institution der Pariser Oper mit ihrer diese Gattung maßgeblich mitbestimmenden Geschichte, dann das auf klassisch-romantischer Basis beruhende, kontinuierlich entwickelte und wo nötig frankophonisierte Repertoire, ferner die über Jahrzehnte gewachsene Phalanx von meist guten, oft auch herausragenden Sängerinnen und Sängern, und schließlich die aus all dem resultierende Einspielung auf einem Medium, das eine mechanische Aufnahme für die Zeitgenossen und die Nachwelt speichert. Für diese 10 CDs umfassende Dokumentation wurden aufwendig

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One Century of Music – Orchestre de la Suisse Romande

One Century of Music – Orchestre de la Suisse Romande

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #017 – Dokumentationen

Aus den Radioprogrammen wie vom Plattenteller ist der Name des Orchesters nicht wegzudenken. Mehr noch handelt es sich bei dem Orchestre de la Suisse Romande um das musikalische Aushängeschild der Romandie. Das macht leicht vergessen, dass sowohl die Gründung wie auch die nachfolgenden Jahre von Unsicherheiten begleitet waren. Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs andernorts um die politische Richtung gekämpft wurde und die Spanische Grippe ihre Opfer forderte, präsentierte sich am 30. November 1918 das Orchester erstmals in der Genfer Victor Hall und zwei Tage später im Théâtre de

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Philharmonia Orchestra. Birth of a Legend

Philharmonia Orchestra. Birth of a Legend

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #017 – Dokumentationen

Was waren das für Zeiten, als sich ein Schallplatten-Label ein eigenes Orchester leisten konnte. Denn das von dem Produzenten Walter Legge 1945 ge­gründete Philharmonia Orchestra wirkte in seinen ersten 20 Jahren vor allem (aber nicht nur) als Studio-Orchester für den offenbar unersättlichen und höchst ertrag­reichen Klassik-Markt. Erst als 1964 die EMI ausstieg, sahen sich die Musiker gezwun­gen, durch Umfirmierung den Klangkörper zu erhalten. Einen Querschnitt aus diesen ersten zwei Dekaden bietet die vorliegende Box – nun von Warner als Nachlassverwerter des einstigen Kult-Labels. Die Archive sind (das haben in den letzten

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