30. September 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Berlin! Berlin! Berlin!

Berlin! Berlin! Berlin!

Ein Album, das auf den ersten und zweiten Blick verstört. Denn wo man hierzulande um jede Stimme kämpft (es sind ja eigentlich sogar die Menschen selbst, die man vor größerem Unglück bewahren möchte), wird mit dem Cover in Gestaltung, Farbe und Schrift an eine reichlich dunkle Zeit erinnert. Und ja: Viele der hier eingespielten Schlager von einst stehen (wie der Untertitel es sagt) für ein Leben zwischen Kabarett und Exil – aber eben auch für das Glück jener, die flohen und überlebten. Dramaturgisch ist es eine Art Niemandsland (bestenfalls) –

This entry is part 4 of 4 in the series HörBar #194 – Berliner Luft
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Berlin Stories – Trio Gaspard

Berlin Stories – Trio Gaspard

Der heiße Sommer, in dem man eher im Grünen nach Abkühlung suchte (wie auch die vorausgehende Folge #193 der Hörbar), neigt sich gerade mit großen Schritten dem Ende zu. Da rücken mit Beginn der musikalischen Saison auch wieder die Metropolen in den Fokus – aktuell wie auch sonst dieser Tage: Berlin. Drei Opern und zwei Konzerthäuser und ein Kammermusiksaal sowie zahlreiche weitere Orte, die oft genug in Konkurrenz zueinander stehen, statt sich ausgewogen zu koordinieren. Früher gab es noch mehr Musik und vor allem musikalische Berichterstattung. Die aber ist rar

This entry is part 1 of 4 in the series HörBar #194 – Berliner Luft
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Frank Martin – Daniele Ruggieri

Frank Martin – Daniele Ruggieri

Wer sich ernsthaft mit der Musik der vielsprachigen Schweiz beschäftigt, kommt an Frank Martin (1890–1974) nicht vorbei. Und das, obwohl sich seine Werke in Europa und darüber hinaus nie wirklich durchgesetzt haben. So blieb er ein ewiger «Geheimtipp» und auch seine Schüler fanden sich nie in der ersten Reihe (wobei diese «Reihe» einmal zu revidieren wäre). Welche Weite sein Repertoire indes hat, zeigt dieses bei Brilliant Classics erschienene Album. Die Werke mit vokalem Anteil wurden bereits 2010 und 2014 mitgeschnitten, die rein instrumentalen Sätze aber erst 2023 eingespielt. Im Gegensatz

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
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Animato Quartet

Animato Quartet

Streichquartettformationen gleichen guten Weinen. Sie benötigen für höchste Qualität nicht nur einen guten Ausbau, sondern auch genügend Ruhe zur Reife. Denn während zahlreiche Stars und Sternchen am leuchtenden Klavierhimmel eher einem jungen Sauser ähneln und im Hör-Teleskop rasch verglühen, ist wohl jedem Ensemble bewusst, welch steinigen Weg es bei der Gründung unweigerlich vor sich hat. Da müssen die vier musikalischen Individuen zugunsten eines gemeinsamen Klangs zurücktreten, und doch ist das Quartett ohne die technische Fertigkeit jedes Einzelnen nichts. Oft gehen so viele Jahre ins Land, bis man sich einzelnen Werken

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
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Barbican Quartet

Barbican Quartet

Was für ein Understatement! Ein Booklet ohne Künstlerbiographie, ohne einen Verweis auf eine entsprechende Website. Man könnte Nachlässigkeit vermuten, doch nach dem Gewinn des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs 2022 ist das Barbican Quartet in der «Szene» dann doch zu bekannt. Vielleicht ist aber auch ein Wechsel der Perspektive angebracht: Hier wird nicht auf dem Papier mit einer großartigen Entwicklung gepunktet, sondern allein durch die Musik. Und wer sich von dem Album und den Interpretationen gefangen nehmen lässt, der wird sowieso nach mehr Informationen suchen (und fündig werden). Erstaunlich ist bei diesem zweiten

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
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Novo Quartet

Novo Quartet

«Hej!» – Was für eine sympathische Ansprache im Booklet, bei der man sich gleich eingeladen fühlt. Und tatsächlich ist der Text nicht nur freundlich formuliert, sondern auch persönlich. Denn die vier Quartettist:innen sagen es (typisch dänisch) direkt. Sie erzählen vom eigenen Weg, von der dänischen Landschaft, von ihrer ersten Begegnung mit zeitgenössischer Musik – die eben nicht (mehr) die von Schostakowitsch ist. Aber auch von Hygge und Lego ist die Rede. So unverstellt, wie sich der Text liest, so unverstellt sind auch der Klang und die Interpretation des NOVO Quartet

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
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Modern Horn Trios

Modern Horn Trios

Mit dem Adjektiv «modern» ist das so eine Sache. Nicht nur, dass sich moderne Moden irgendwann wiederholen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man von heute aus ein weiter zurückliegendes «Modern» definiert. Denn letztlich ist dies allein eine Frage der ästhetischen Haltung des jeweiligen Rezipienten. Und da wirkt dann der Titel dieses Albums doch etwas seltsam und verunglückt. Sind Charles Koechlin und Hermann Schroeder (1904–1984) mit ihren Horntrios aus den Jahren 1920 und 1967 wirklch so «modern» wie Hans Abrahamsen, John Cage oder György Ligeti, deren Partituren trotz weitgehender zeitlicher

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #187 – Horn & Hörner
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Shortcuts – Antonio Ballista

Shortcuts – Antonio Ballista

Ein Doppelalbum, das durch drei Jahrhunderte der Musikgeschichte geht und dabei eine ganze Menge an Kleinigkeiten «abräumt». Die erste Hälfte der insgesamt 50 Stücke wurde aus dem 18. und 19. Jahrhundert gewonnen, die übrigen stammen aus dem 20., wenn nicht gar 21. Jahrhundert (die genauen Entstehungsdaten der Miniaturen werden nicht mitgeteilt). Warum aber eine solche Produktion? Früher wurden mit derartigen Stückchen noch auf den Klassik-Sendern des öffentlichen Rundfunks die übrig gebliebenen Sendeminuten vor den Nachrichten gefüllt… Wie kaum anders zu erwarten spielt sich Antonio Ballista ordentlich durch die Minuten, ohne

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #186 – Miniaturen
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Elsa Barraine

Elsa Barraine

Es wird wohl vielen Musikliebhaber:innen gehen wie mir. Da glaubt man, vieles zu kennen oder zumindest schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Und dann gibt es die verblüffenden «Oh?-Momente» wie diesen. Denn von Elsa Barraine (1910–1999) hat man im deutschsprachigen Raum wohl kaum etwas – oder: eigentlich rein gar nichts gehört. Dabei war sie, überfliegt man nur den Rahmen ihrer Biographie eine schillernde Persönlichkeit – sowohl als Komponistin als auch institutionell. Sie studierte unter anderem bei Paul Dukas, gewann zweimal den Prix de Rome (1929 mit einer Kantate, 1947 mit

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #183 – Sinfonisches
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Symphonies in 3 Movements

Symphonies in 3 Movements

Das Konzept dieses Albums erinnert deutlich daran, dass in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Einführung eines vierten Satzes fortan (und für mehr als einhundert Jahre) nahezu verbindlich für die Sinfonie wurde – wobei es sich bei dem vierten Satz um das an dritter Stelle stehende Menuett bzw. Scherzo handelt. Seine Einführung veränderte die gesamte Dramaturgie der aus der Opern-Ouvertüre italienischer Art abgeleiteten Werkgestalt. Dass später im 20. Jahrhundert noch ganz andere Konzepte entstanden (bis hin zur monumentalen Einsätzigkeit), muss nicht extra erwähnt werden – wohl aber die gelegentliche

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #183 – Sinfonisches
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Alain Planès – Erik Satie

Alain Planès – Erik Satie

Es war einer der stilleren Gedenktage im Jahre 2025 – passend zum Selbstverständnis von Erik Satie (1866–1925) und dem Ausdruck seiner Werke im kleinen Format. Außer der Parade (1917) für die Ballets Russes sind seine weiteren großen Werke kaum bekannt (wie das sinfonische Drama Socrate von 1918 oder zwei weitere Ballette). Dafür aber schwärmen wohl alle Anfänger (und nicht nur die) für die Gymnopédies (1888), mit denen er wirklich Musikgeschichte schrieb. Wie also gedenken? Alain Planès hat zusammen mit seinem Label harmonia mundi einen passablen Weg mit Neueinspielungen gefunden, bei

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #179 – Klavier & kurz
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Steffen Schleiermacher – Hanns Eisler

Steffen Schleiermacher – Hanns Eisler

Das Cover zeugt von längst vergangenen Zeiten. Der hier von Hans Baluschek im Jahre 1929 portraitierte Molkenmarkt im Berliner Nikolaiviertel hat sein Gesicht im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts vollständig verändert – so vollständig, wie man auch mit der hier eingespielten Klaviermusik von Hanns Eisler (1898–1962) auf große Gedankenreise gehen muss: Die Stadt war eine andere, die Gesellschaft war eine andere, die Kultur war eine andere. All dies ist wunderbar in der zeitgleich entstandenen Kleinen Musik zum Abreagieren sentimentaler Stimmungen zu erleben – knapp gefasst, zweistimmig karg und doch voller

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