6. November 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
novembrig

novembrig

Wer an den November denkt, dem kommt wahrscheinlich auch das Vergehen in den Sinn. Nicht von ungefähr ist Ende des Monats vom «Totensonntag» die Rede – dem Ewigkeitssonntag, dem Ende des Kirchenjahres. Es folgt nach alter Tradition dann im Dezember eine Fastenzeit – wo schon heute die Supermärkte an süßen Kalorien überquellen. November, das bedeutet: früher Nebel, fallendes Laub, feuchte Kälte, die in die Hosenbeine zieht, kürzere Tage, weniger Licht, ein Frieren in der Nacht, die irgendwann endet. Und die Freude an einem aufwärmenden Tee. Einen Schritt weiter geht Elsbeth

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Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Auch die Cover zu den CD-Einspielungen mit Musik von Tālivaldis Ķeniņš (1919–2008) folgen dem Lauf der Jahreszeiten – hier mit einem Ausschnitt aus dem gold-braunen Gemälde Autumn (ca. 1928) von Vilhelms Purvītis (1872–1945). In Lettland setzt der Herbst früher ein als in unseren Breiten – und die kalte Luft aus Nord und Ost entzieht der Natur rasch das letzte Grün. Alle drei baltischen Staaten haben trotz ihrer Größe im europäischen Kontext schon lange eine eigene Musikkultur mit herausragenden Komponisten ausgebildet, die es noch immer zu entdecken gilt. So auch Tālivaldis

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Ein süßes Deingedenken – Kateryna Kasper

Ein süßes Deingedenken – Kateryna Kasper

Dieses Album gleicht einer Reise in die Vergangenheit. Es wurde bereits 2018 aufgenommen und erschien 2022. In der Zwischenzeit hat Kateryna Kasper verschiedene Opernbühnen für sich erobert. Dass dies so ein wird, war schon vor vielen Jahren hörbar – und mit einigem Erstaunen nimmt man gerne wahr, dass solche stimmlichen Entwicklungen nicht über Nacht per «Wunder» geschehen, sondern in jüngeren Jahren angelegt sein müssen. Insofern lohnt sich auch ein Blick zurück, um mehr über die Gegenwart zu erfahren. Man könnte das Album somit im stimmlichen Frühling verorten, während das Cover

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Ottorino Respighi – a quattro mani

Ottorino Respighi – a quattro mani

Was für ein herbstlicher Blick auf die Villa Falconieri! Das Bild wurde 1907 im impressionistischen Stil von Max Röder (1866–1947) gemalt. Damals befand sich das Haus noch in Privatbesitz des Bankiers Ernst von Mendelssohn-Bartholdy, einem Enkel des Komponisten, und war ein Zentrum der deutsch-römischen Gesellschaft. Nach der baldigen Schenkung an Kaiser Wilhelm II. wurde es 1921 vom italienischen Staat enteignet und erlitt im Zweiten Weltkrieg Bombenangriffe. Heute ist es (restauriert) nur noch unter verschiedenen Einschränkungen besuchbar. Irgendwie passt das Cover auch zu der einen hier eingespielten Originalkomposition und den von

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Royal Handel – Eva Zaïcik

Royal Handel – Eva Zaïcik

Wenn es Oktober wird, beginnt draußen die Luft ihren Geruch und Geschmack zu verändern. Früher oder später hält der Herbst Einzug. Äußeres Zeichen dafür sind die Farben des Laubes, die sich binnen weniger Tage vom lebendig schillernden Grün in ein sattes Gold, Gelb und Rot verwandeln. Es gibt dann Momente auf dem Land, in denen die immer tiefer stehende Sonne die Szenerie für wenige Momente geradezu glühen lässt, bis sich die Flora im fahlen Grau des Novembers endgültig auf den Winterschlaf vorbereitet. Die beste Zeit, um sich an Musik und

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Josef Schelb

Josef Schelb

Sein Name war in Karlsruhe und Baden-Baden bekannt, inzwischen aber gehört Josef Schelb (1894-1977) zu den großen Unbekannten seiner Generation – einer Generation, die in doppelter Weise von den beiden Weltkriegen und den damit verbundenen Ab- und Aufbrüchen geprägt war. Schelb, der seit 1924 eine Professur für Klavier an der Musikhochschule Karlsruhe inne hatte, ging 1933 nicht ins Exil, biederte sich aber offenbar auch nicht an. Nach 1945 ging er einen eigenen Weg zwischen einem romantisch angehauchten Neoklassizismus und einer eigenen Lesart des Expressionismus. Seine Partituren teilen das Schicksal mit

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Johann Schop

Johann Schop

Schütz, Schein, Scheidt – und Johann Schop. Nur wer sich im alten evangelischen Gesangbuch auskennt oder sich intensiv mit der Hamburgischen Musikgeschichte nach 1620 beschäftigt hat, wird den damaligen Leiter der Ratsmusik dem Namen nach kennen. Zu seiner Zeit indes galt Johann Schop (1590–1667) als herausragender Virtuose auf der Violine und nahm 1633 in Schütz’ Schatten an der legendären Prinzenhochzeit in Kopenhagen teil. Zu dieser Zeit publizierte er auch zwei Bände mit Paduanen, Galliarden, Allemanden, Balletten, Couranten und Canzonen; 1644 folgte ein Erster Theil geistlicher Concerten – ein offenbar angedachter

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Joachim Schweppe

Joachim Schweppe

Ein Komponist vollkommen unter dem Radar. Denn wer kennt schon Joachim Schweppe (1926–1999)? In Kiel geboren, in Hamburg aufgewachsen. Schon vor dem WK2 hatte er sich der Musik verschrieben, danach mit einem Studium. In Hamburg gehörte zur weithin unbekannten Gruppe «Steinhagenhaus», es folgte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker und das sichere «Abtauchen» im allsonntäglichen Gemeindedienst in Wandsbek, als die gleichaltrige Avantgarde an den Grundfesten der Musik rüttelte. Umso bemerkenswerter ist die Neuentdeckung seines Schaffens (der Begriff «Wiederentdeckung» verbietet sich). Und es stellt sich die Frage, wie ein so profunder Komponist in

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Collection Schumann

Collection Schumann

Ein doppeltes Schumann-Album in einer Reihe der «diversen» Namen? Tatsächlich ist das durchaus gerechtfertigt, blickt man auf die hier eingespielten Werke. Abgesehen von den Fantasiestücken op. 73 und den Stücken für Klaviertrio op. 88 handelt es sich durchweg um nahezu unbekannte Werke, die hier in einem in sich geschlossenen Kontext erklingen. Fantasiestücke, Märchenbilder und Märchenerzählungen, Romanzen und Stücke im Volkston – sie bilden in Schumanns fortgeschrittenen Jahren eine kleine Folge von Charakterstücken mit einem meist gedecktem Tonfall. Dazu trägt auch die jeweilige Besetzung bei mit Klarinette (op. 73), Oboe (op.

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Johann Christian Schickhardt

Johann Christian Schickhardt

Schütz, Schein, Scheidt – Schubert, Schumann, Schönberg. Große Namen, die mit einem «Sch» beginnen, gab es in jeder Epoche. Es sind aber oftmals die so genannten «kleinen Meister», die mit ihren Werken die Musikgeschichte farbig gestalten – wie auch «große Meister» mit so manch unbekannter Komposition etwas Wunderbares neben dem breiten Weg schufen. Dass die Unbekannten gleichwohl Herausragendes schufen, zeigen bereits die sechs Sonaten für zwei Blockflöten, Oboe und Basso continuo von Johann Christian Schickhardt (1680-1762). Den Freuden der alten Editions-Reihe Hortus Musicus dürfte der Name noch sehr geläufig sein.

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Berlin! Berlin! Berlin!

Berlin! Berlin! Berlin!

Ein Album, das auf den ersten und zweiten Blick verstört. Denn wo man hierzulande um jede Stimme kämpft (es sind ja eigentlich sogar die Menschen selbst, die man vor größerem Unglück bewahren möchte), wird mit dem Cover in Gestaltung, Farbe und Schrift an eine reichlich dunkle Zeit erinnert. Und ja: Viele der hier eingespielten Schlager von einst stehen (wie der Untertitel es sagt) für ein Leben zwischen Kabarett und Exil – aber eben auch für das Glück jener, die flohen und überlebten. Dramaturgisch ist es eine Art Niemandsland (bestenfalls) –

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Paul Lincke – Berliner Luft

Paul Lincke – Berliner Luft

Diese Musik blickt weit zurück in eine Zeit, die scheinbar noch «in Ordnung» war – dabei war es mit der «Ordnung» schon damals in Berlin so eine Sache. Politisch wie auch gesellschaftlich war vor wie hinter den Kulissen nichts ausgewogen. Wohl aber war es um die Wende zum 20. Jahrhundert dem Adel, dem Großbürgertum und dem Offizierskorps noch möglich, sich bestens zu amüsieren: im Konzert, in der Oper, vor allem aber in der Operette. Dass sie es waren, die den Takt angaben, belegt auch Paul Lincke selbst in seinen Erinnerungen

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