14. Mai 2021 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Trio ELF: Fram (2021)

Trio ELF: Fram (2021)

Nach wenigen Sekunden ist es schon wieder da: das Trio-ELF-Gefühl. Das Gefühl, dass wir es mit einer Musik zu tun haben, für die die Kategorie Jazz nur noch eine Hilfsbezeichnung ist. „Fram“, das Titel- und Auftaktstück der neuen Scheibe, ballert uns seinen motorischen Beat nach anfänglichem rhythmischen Vexierspiel derart gnadenlos um die Ohren, dass es eine wahre Freude ist. Ein repetiertes „b“ läuft hypnotisch im Klavier durch. Keine Zeit zum Atemholen. Seit über 15 Jahren kultivieren Drummer Gerwin Eisenhauer und Pianist Walter Lang mit wechselnden Bassisten nun schon diesen unverwechselbaren

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Cantabile Gardonyi Cover

Gárdonyi / Chorwerke

Vater und Sohn auf einer CD vereint. Das klingt nicht nur auf dem Papier schlüssig, sondern funktioniert in dieser exzellenten Produktion mit je elf Chorwerken von Zoltán Gárdonyi (1906–1986) und Zsolt Gárdonyi (geb. 1946) auf geistliche und weltliche Texte auch hervorragend, wobei acht Stücke erstmals eingespielt sind. Cantabile Regensburg gelingt es unter Matthias Beckert, die verschiedenen hier vertretenen Stilistiken in einem perfekten, farbig aufgefächerten Chorklang zu vereinen. Diese changieren beim Vater zwischen archaisierenden Satztechniken und einer ganz eigenen, herbe Detailreibungen ganz selbstverständlich in das Klangkontinuum integrierenden Sprache. Den größten Eindruck

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Ludwig van Beethoven: Leonore (1805) – René Jacobs, Freiburger Barockorchester …

Ludwig van Beethoven: Leonore (1805) – René Jacobs, Freiburger Barockorchester …

René Jacobs ist immer für eine wohlbegründete Überraschung gut, und so haben er und sein Label Harmonia Mundi schon vor Beginn des Jubeljahres ein beachtliches Beethoven-Ass aus dem Ärmel gezogen: Eine Einspielung der „Leonore“ von 1805, der ersten Fassung jener Oper also, die Beethoven zunächst vier Monate nach der wenig erfolgreichen Uraufführung in einer gekürzten Version und schließlich 1814 als „Fidelio“ gänzlich umgearbeitet vorlegte. Jacobs betrachtet seine Aufnahme nicht als Ausgrabung einer Rarität für Spezialisten. Vielmehr ist für ihn – das begründet er im Text zu der schön in Buchform

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