20. September 2021 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Danish String Quartet – Prism II

Danish String Quartet – Prism II

War für ein Prisma. Was für ein Fächer an Musik. Was tut sich hier für eine Musikwelt nur auf. Diese Konstellation aus Musikwerken, an deren Anfang eine Fuge (von Bach) steht und an deren Ende ebenfalls eine Fuge (von Beethoven) steht. Bei markieren Grenzfrequenzen des gebündelten Lichtstrahls aus vier Streichinstrumenten. Größere Werke zur Entfaltung zu bringen als die hier angezeigten von Bach, Schnittke und Beethoven ist kaum denkbar. Prismatisch sind die Werke auch in sich selbst. Das dritte Streichquartett von Alfred Schnittke aus dem Jahr 1983 steht für eine musikalische

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Louis Sclavis: Characters On A Wall (2019)

Louis Sclavis: Characters On A Wall (2019)

Kann virtuose musikalische Artistik bedrücken? Ja. Selbstverständlich. Messiaens «Quatuor pour la fin du temps» zeigt das ebenso wie eine Alban Bergs «Lyrische Suite» für Streichquartett oder «Die Soldaten» von Bernd Alois Zimmermann. Das Schöne im Ton findet seine Resonanz im Körper der Hörenden. Das Cover der Aufnahme dieses Quartetts zeigt im Zentrum eine Person, gemalt an die Mauer, die in Israel Welten trennt, auf Abstand halten soll. Zur Kunst gehört die Differenz so wie die Einheit. Deutlich spürt man die Gleichzeitigkeit in dem letzten Stück der Platte «Darwich dans la

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Ein Plattencover

Keith Jarrett: Munich 2016

Seit Anfang November 2019 kann ein relativ aktuelles Soloalbum von Keith Jarrett seinen Platz im Regal der Sammlerinnen und Sammler finden. Der Rezensent zweifelt, ob das auch musikalisch gerechtfertigt ist. Dieser Typus des Solokonzerts von Keith Jarrett ist im Ablauf zu ähnlich zu denjenigen aus Rio, Venedig oder New York (oder eben anderen Solo-Einspielungen und Kopplungen seit 2000). Es gibt da die Free-Stücke (I, II …), es gibt den etwas funkigen Teil (Part IV), einen Blues (Part IX), die lyrischen Stücke (Parts III, V, VIII, XI), schließlich die wie immer

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Keith Jarrett: La Fenice

Keith Jarrett: La Fenice [2006]

Man weiß nicht so genau, was noch in den Archiven von ECM schlummern mag, aber da scheint es ja in Sachen Jarrett kaum ein Ende zu geben. Nun also eine Aufnahme aus dem „Gran Teatro La Fenice“ in Venedig. Man schreibt das Jahr 2006. Und Keith Jarrett schreibt eine weitere Improvisation. Von den langen improvisatorischen Gleisen der 70er bis 90er Jahre hat er sich längst entfernt. Sein Soloabend ist dokumentiert auf zwei CDs und besteht aus acht „Parts“ und vier Standards; insgesamt 97 Minuten. Wie schon in anderen Solo-Aufnahmen nach

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