12. April 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Big Bäng! Trio – Singularity

Big Bäng! Trio – Singularity
Big Bäng! Trio – Singularity

Alles Trio oder Theorie? Big Bäng (mit Ausrufezeichen) oder eher ein Sturm im Wasserglas der Elbe bei Hamburg? Das sind hier die Fragen. Sicher nicht die einzigen, die das Klaviertrio hier auf 18 Tracks beantworten will. «Der Name steht für die explosive Energie und Spielfreude der drei Akteure. Sie kennen sich schon seit vielen Jahren und die außergewöhnliche Zeit der Corona-Pandemie hat die Idee, einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck zu entwickeln, nun endlich Wirklichkeit werden lassen. / Kommunikation auf höchstem Niveau, von rough bis tiefsinnig, spontan, energetisch und frei!»

Und, Sie fragen sich und vielleicht mich, stimmt das? Ich mache es mir dieses mal einfach: Nö. Nö, einfach Nö. Oder für Fremdsprachgewandte: Nee, is nich. Keine Frage, auch diese drei Jungs spielen sauber und feinsinnig, mal grob, mal luftig und mal eng. Dafür ist die CD mit ihren 18 Tracks auch umfangreich genug. Da kann man schon mal fast die ganze aktuelle Poetik des Triospiels abgrasen. Da darf es eben alles sein – oder von Allem jedoch immerhin jeweils etwas. Das ist gekonnt, aber es ist auch «nur» gekonnt. Und das ist ein wenig schade, weil es ein paar ganz herausragende Tracks gibt wie «Warm Breeze», «Oskar», «Hard Eights». Eigentlich immer diese Stück, die deutlich thematisch reduzierter daherkommen, wo dieses weniger ein mehr an Expressivität gestattet. Und wo mal wie bei «1 Und 1» dem Bass von Johannes Huth der Raum geboten wird, den Rest des Trios als Schattenwelt mitzunehmen oder wie beim «Waltz for Nerds» das Schlagzeug von Kai Bussenius sein Ding machen zu lassen.

Aber möchte man dann im CD-Text lesen: «Gespielt werden vorwiegend Kompositionen und Arrangements des Pianisten Sigi Dresen, sie bilden die Basis und eine ideenreiche Atmosphäre für das einzigartig-interagierende Spiel der drei Ausnahmemusiker.» Sie sind eben explosiv singulär, volkommen absolut, zweifellos.


Big Bäng! Trio – Singularity [2022]

  • Sigi Dresen – Klavier
  • Johannes Huth – Kontrabass
  • Kai Bussenius – Schlagzeug

Huth Records, 2022 (VÖ: 10.06.2022)

 

 

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