17. Juni 2019 nmz – HörBar – täglich dabei und abgeört
Chris Gall: Room Of Silence (Piano Solo)

Chris Gall: Room Of Silence (Piano Solo)

Düsterdiebüster. Ein Raum der Stille ist aber auch wirklich schnell gefüllt. Dazu reicht auch ein ein mezzopiano-gespieltes Piano in der Ecke eines Aufnahmestudios. Silence ist aber nicht nur ein physikalische Begriff von Stille, sondern auch ein psychologischer – danach kann die Verdrängung des gewöhnlichen Tongemisches ausreichen. Freilich funktioniert es weniger, wenn das eine nur das andere ersetzt. Beim Spiel von Chris Gall schwankt man da hörend. Zwischen dem Läppischen, dem zarten Klanghauch, dem molligen Wohlton und dem bedeutungsvollen Piepsen (im übertragenen Sinn). Schön wirds, wo Gall mit einer grazilen Simplizität

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Keith Jarrett: La Fenice

Keith Jarrett: La Fenice [2006]

Man weiß nicht so genau, was noch in den Archiven von ECM schlummern mag, aber da scheint es ja in Sachen Jarrett kaum ein Ende zu geben. Nun also eine Aufnahme aus dem „Gran Teatro La Fenice“ in Venedig. Man schreibt das Jahr 2006. Und Keith Jarrett schreibt eine weitere Improvisation. Von den langen improvisatorischen Gleisen der 70er bis 90er Jahre hat er sich längst entfernt. Sein Soloabend ist dokumentiert auf zwei CDs und besteht aus acht „Parts“ und vier Standards; insgesamt 97 Minuten. Wie schon in anderen Solo-Aufnahmen nach

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Amanda Meier & Julius Röntgen: Klavierwerke :: Bengt Forsberg (Klavier)

Amanda Meier & Julius Röntgen: Klavierwerke | Bengt Forsberg (Klavier)

Teil 1 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Eine charmante CD. Nachdem schon zwei andere Veröffentlichungen das Violinkonzert und die Violinsonate von Amanda Meier (1853–1894) dem Vergessen entrissen haben, wird es nun privat: Kleine Präludien aus der Studienzeit, Widmungsstücke des sie verehrenden Julius Röntgen und eine gemeinsame zehnsätzige Sammlung lassen die Zeit der ersten Begegnung des späteren Paares lebendig werden. Auch wenn das Booklet mir zu tief nach Art der Boulevard-Presse in den Tagebuchnotizen kramt: Hier kann man eine persönliche Begegnung aus dem Jahre 1875/76 musikalisch nachvollziehen. Bengt Forsberg erweist sich als hervorragender Anwalt dieser (im besten Sinne

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Sergei Rachmaninow. 24 Preludes :: Nikolai Lugansky (Klavier) ::

Sergei Rachmaninow: 24 Preludes | Nikolai Lugansky (Klavier)

Teil 5 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Rachmaninows Preludes haben es nicht leicht: Oft rücken die immensen technischen Anforderungen in den Vordergrund, oder die einzelnen Sätze wirken allzu schwerblütig. Unter Luganskys Händen entfalten die Sammlungen op. 23 und 32 jedoch ihren faszinierenden Zauber: mit virtuosem Understatement und poetischer Stringenz wirklich musikalisch gedeutet. So einfach, so schwer. Sergei Rachmaninow. 24 Preludes :: Nikolai Lugansky (Klavier) :: harmonia mundi HMM 902339 (2017)

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Claude-Bénigne Balbastre. Pièces de clavecin

Claude-Bénigne Balbastre: Pièces de clavecin | Christophe Rousset (Harpsichord)

Teil 6 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Noch immer ein Geheimtipp, dabei so großartig: Die „Pièces de clavecin“ (1759) von Claude-Bénigne Balbastre portraitieren nicht nur Persönlichkeiten, sondern stellen mit ihrer satten Klanglichkeit einen Höhepunkt dar. Christophe Rousset lässt sich auf einem hervorragend klingenden Instrument der Zeit diesen Leckerbissen nicht entgehen. Zugabe: eine Sonate mit Violinbegleitung. Claude-Bénigne Balbastre: Pièces de clavecin :: Christophe Rousset (Harpsichord), Gilone Gaubert-Jacques (Violin) :: Aparte AP 163 (2017)

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George Crumb:Metamorphoses (Book 1) - Ten Fantasy-Pieces (after celebrated paintings) for Amplified Piano

George Crumb: Metamorphoses (Book 1) – for Amplified Piano | Margaret Leng Tan, Klavier

Mit „Makrokosmos“ hatte George Crumb einen der außergewöhnlichsten Klavierzyklen des 20. Jahrhunderts geschaffen, mehr als 40 Jahre später lässt der 90-jährige Amerikaner die „Metamorphosen“ (2015–17) folgen, zehn „Fantasie-Stücke“ nach Lieblings-Gemälden des Komponisten (zumeist aus der frühen Moderne). Crumbs ganz persönliche „Bilder einer Ausstellung“ setzen dabei viele schon aus dem „Makrokosmos“ geläufige Mittel ein. Das Nächtliche, Unergründliche, ja Schauerliche steht dabei besonders im Fokus und manifestiert sich „mit dunkler Energie“ in tiefsten Registern, gespenstischen Saiten-Glissandi und verstörenden Lauten seitens Margaret Leng Tan. Die „Clowns at Night“ nach Chagall werden auf diese

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