Die Aufnahme setzt sich mit solch einer auf Präzision eingestellten klanglichen Lupe von vielen der üblichen Produktionen ab, die das Instrument eher atmosphärisch deuten und das engelsgleiche Glissando idiomatisch in den Vordergrund rücken. Maria Stange, die in München lebt und an den Musikhochschulen in Stuttgart und Karlsruhe unterrichtet, legt mit einer solch akustisch geschärften Einspielung, bei der jeder Ton seziert werden kann, ihre souveräne Spielkultur in allen Facetten offen. Das stimmt nicht nur sympathisch, sondern offenbart auch eine Leidenschaft für das Instrument, die sich beim Hören überträgt. Am Ende hat man dann auch eine Vorstellung davon, welch künstlerisches Potenzial in der Harfe steckt. Eine wunderbare Hörerfahrung!
Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.