26. September 2020 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Beethoven: Sinfonie Nr. 6 / Knecht: Le Portrait musical de la nature – Akademie für Alte Musik Berlin / Forck

Beethoven: Sinfonie Nr. 6 / Knecht: Le Portrait musical de la nature – Akademie für Alte Musik Berlin / Forck

Teil 4 von 6 in Michael Kubes HörBar #013 – Beethoven & Co.

Dass Beethoven als Komponist in seiner Zeit wirklich nicht alleine stand, dass sein Œuvre auch mehr zu bieten hat als die bis heute immer wieder gespielten Werke, das zeigt das Label harmonia mundi mit seiner auf lange Sicht angelegten Serie „2020 / 2027“, die Bekanntes mit Unbekanntem kombiniert und jenem auch Zeitgenössisches verknüpfend an die Seite stellt. In diesem Fall ist es Beethovens „Pastorale“, der auch chronologisch das fünfsätzige Portrait musical de la nature von Justin Heinrich Knecht (1752–1817) vorausgeht. Eine Kombination, die nicht nur einleuchtet, sondern gleichermaßen Verbindendes wie

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Ludwig van Beethoven: Leonore (1805) – René Jacobs, Freiburger Barockorchester …

Ludwig van Beethoven: Leonore (1805) – René Jacobs, Freiburger Barockorchester …

René Jacobs ist immer für eine wohlbegründete Überraschung gut, und so haben er und sein Label Harmonia Mundi schon vor Beginn des Jubeljahres ein beachtliches Beethoven-Ass aus dem Ärmel gezogen: Eine Einspielung der „Leonore“ von 1805, der ersten Fassung jener Oper also, die Beethoven zunächst vier Monate nach der wenig erfolgreichen Uraufführung in einer gekürzten Version und schließlich 1814 als „Fidelio“ gänzlich umgearbeitet vorlegte. Jacobs betrachtet seine Aufnahme nicht als Ausgrabung einer Rarität für Spezialisten. Vielmehr ist für ihn – das begründet er im Text zu der schön in Buchform

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Gustav Mahler: Titan. Eine Tondichtung in Symphonieform – Les Siècles, François-Xavier Roth

Teil 4 von 7 in Michael Kubes HörBar #008 – 2019/09

Bereits die Werkbezeichnung der Komposition macht bei dieser CD klar, welche Fassung gespielt wird: nicht etwa die Erste Sinfonie mit dem ausgeschiedenen „Blumine“-Satz, sondern vielmehr die als „Titan“ bezeichnete mehrsätzige Sinfonische Dichtung, wie sie am 27. Oktober 1893 in Hamburg uraufgeführt wurde. Mehr noch: François-Xavier Roth und sein Ensemble, besser: Orchester Les Siècles haben auf Originalinstrumenten genau jenen Ton in fabelhafter Weise getroffen, der Mahler wohl vorgeschwebt hat. Und so wird hier wirklich etwas aus der Natur in Tönen lebendig – im Detail peinlichst ausgehört und technisch brillant umgesetzt, bisweilen

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Johann Sebastian Bach: The Complete Works for Keyboard Vol. 1

Johann Sebastian Bach: The Complete Works for Keyboard Vol. 1 – Benjamin Alard (Orgel & Cembalo)

Teil 7 von 7 in Michael Kubes HörBar #004 - 2019/03

Ein großes Projekt geht hier mit der ersten Folge an den Start – zu einer Zeit, in der selbst bei Durchsicht der künftigen Annalen absehbar nicht einmal ein halbrunder Gedenktag ins Haus steht. Warum also Johann Sebastian Bachs Werke für Tasteninstrument neu einspielen?, möchte man fragen. Aber offenbar gibt es auf dem Tonträgermarkt doch noch Unternehmungen, die sich nicht von einem Jubiläum zum andern treiben lassen, sondern das Notwendige im Blick haben. Mir erscheint das wunderbar unzeitgemäß, lässt hoffen oder mutet zumindest wie ein letztes Rufen aus der Wüste an.

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Sergei Rachmaninow. 24 Preludes :: Nikolai Lugansky (Klavier) ::

Sergei Rachmaninow: 24 Preludes | Nikolai Lugansky (Klavier)

Teil 5 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Rachmaninows Preludes haben es nicht leicht: Oft rücken die immensen technischen Anforderungen in den Vordergrund, oder die einzelnen Sätze wirken allzu schwerblütig. Unter Luganskys Händen entfalten die Sammlungen op. 23 und 32 jedoch ihren faszinierenden Zauber: mit virtuosem Understatement und poetischer Stringenz wirklich musikalisch gedeutet. So einfach, so schwer. Sergei Rachmaninow. 24 Preludes :: Nikolai Lugansky (Klavier) :: harmonia mundi HMM 902339 (2017)

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Gustav Mahler: Symphony No. 9 | Swedish Radio Symphony

Gustav Mahler: Symphony No. 9 | Swedish Radio Symphony Orchestra, Daniel Harding

Teil 7 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Keine gesammelten Werke, sondern hervorragende Einspielungen unterschiedlichen Repertoires: Dafür stehen nun schon seit einiger Zeit das Schwedische Radio-Sinfonieorchester und sein Chef Daniel Harding. Nach stilistisch gegensätzlichen Produktionen mit Werken von Widmann, Brahms, Tschaikowsky, Bartók und Richard Strauss folgt nun Mahlers Neunte. Was für ein Ereignis! Es gibt seit jeher viele Möglichkeiten, diese große Partitur zu deuten – vor allem mit Blick auf den biographischen Kontext. Der Musik hat es nur bedingt geholfen, denn die fragile Faktur gestattet nicht immer jene romantische Süffigkeit, der man sich gerne vorschnell hingeben mag. Vielmehr verlangt sie eine

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