27. Oktober 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Johann Schop

Johann Schop

Schütz, Schein, Scheidt – und Johann Schop. Nur wer sich im alten evangelischen Gesangbuch auskennt oder sich intensiv mit der Hamburgischen Musikgeschichte nach 1620 beschäftigt hat, wird den damaligen Leiter der Ratsmusik dem Namen nach kennen. Zu seiner Zeit indes galt Johann Schop (1590–1667) als herausragender Virtuose auf der Violine und nahm 1633 in Schütz’ Schatten an der legendären Prinzenhochzeit in Kopenhagen teil. Zu dieser Zeit publizierte er auch zwei Bände mit Paduanen, Galliarden, Allemanden, Balletten, Couranten und Canzonen; 1644 folgte ein Erster Theil geistlicher Concerten – ein offenbar angedachter

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Johann Christian Schickhardt

Johann Christian Schickhardt

Schütz, Schein, Scheidt – Schubert, Schumann, Schönberg. Große Namen, die mit einem «Sch» beginnen, gab es in jeder Epoche. Es sind aber oftmals die so genannten «kleinen Meister», die mit ihren Werken die Musikgeschichte farbig gestalten – wie auch «große Meister» mit so manch unbekannter Komposition etwas Wunderbares neben dem breiten Weg schufen. Dass die Unbekannten gleichwohl Herausragendes schufen, zeigen bereits die sechs Sonaten für zwei Blockflöten, Oboe und Basso continuo von Johann Christian Schickhardt (1680-1762). Den Freuden der alten Editions-Reihe Hortus Musicus dürfte der Name noch sehr geläufig sein.

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Paul Lincke – Berliner Luft

Paul Lincke – Berliner Luft

Diese Musik blickt weit zurück in eine Zeit, die scheinbar noch «in Ordnung» war – dabei war es mit der «Ordnung» schon damals in Berlin so eine Sache. Politisch wie auch gesellschaftlich war vor wie hinter den Kulissen nichts ausgewogen. Wohl aber war es um die Wende zum 20. Jahrhundert dem Adel, dem Großbürgertum und dem Offizierskorps noch möglich, sich bestens zu amüsieren: im Konzert, in der Oper, vor allem aber in der Operette. Dass sie es waren, die den Takt angaben, belegt auch Paul Lincke selbst in seinen Erinnerungen

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Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Sommerfrei! Das dachte sich auch der Dresdner Maler Carl Gustav Carus (1789–1869), als er im Jahre 1819 nach einem Hinweis von Caspar David Friedrich die Insel Rügen besuchte und seine Eindrücke unter dem Titel Eine Rügenreise im Jahre 1819 auch literarisch festhielt. Hier entstanden einige Gemälde und Skizzen – darunter auch jene knorrige Eiche, die er auf der im Schatten von Rügen noch immer verträumt liegenden Insel Vilm fand. Obwohl er zwischenzeitlich auch die Schweiz und Italien bis Neapel bereiste, fand er zu einem einzigartigen Baum im grauen Winter 1834/35

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Adalbert Gyrowetz – Ardinghello Ensemble

Adalbert Gyrowetz – Ardinghello Ensemble

Wo sonst als bei cpo wird man ein derartiges Album finden? Mag der klassische Markt auch seit vielen Jahren in der Krise stecken – aus Georgsmarienhütte erreichen einen Monat für Monat Sensationen oder wenigstens kleinere Überraschungen. Dazu gehören auch die drei Flötenquartette von Adalbert Gyrowetz (1763–1850), die 1799 in Offenbach bei André erschienen sind und nun vom Ardinghello Ensemble um Karl Kaiser auf Originalinstrumenten eingespielt wurden. Es ist der warme Klang, der sich wundervoll mit den anderen Instrumenten vermischt, der für diese im Kern recht unspektakuläre Musik einsteht. Wer Gyrowetz

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Joseph Weigl – Trios

Joseph Weigl – Trios

Eine Rarität in gleich mehrfacher Hinsicht. Zunächst dürfte Joseph Weigl (1766–1846) heute nur noch wenigen als Komponist ein Begriff sein, obwohl sein einst erfolgreiches Singspiel Die Schweizerfamilie hin und wieder wieder aufgeführt wird. Dann wird die ausgesprochen kammermusikalische Besetzung dieser sechs Trios verblüffen: Oboe, Violine und Violoncello. Und schließlich werden auch die Stücke selbst überraschen, die ungedruckt in der Österreichischen Nationalbibliothek überliefert sind. Drei von ihnen sind dreisätzig, drei weitere umfassen vier Sätze, zwei davon schließen gar eine Fuge ein. Es handelt sich um freundliche Musik zur Unterhaltung, die mit

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Witt – Sinfonien

Witt – Sinfonien

Musikalisch ist Friedrich Witt (1770–1836) kein Unbekannter. Wer seinen alten Schallplattenschrank durchforstet, findet womöglich eine Aufnahme seiner Sinfonie C-Dur, die nach einer voreiligen Zuschreibung durch Fritz Stein einmal als Jugendwerk Beethoven gehandelt wurde. Als dann klar war, dass es sich bei der Partitur um keinen echten «Beethoven» handelt, sondern «nur» um einen ordentlichen «Witt», öffneten sich die Türen zur Versenkung. Dabei versteht es der zuletzt in Würzburg wirkende Witt, mit seinen Sinfonien musikalisch bestens zu unterhalten (er schrieb außerdem reichlich Kirchenmusik). Obwohl von ETA Hoffmann mit einer gründlichen und positiven

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Jacob Schuback – Brockes-Passion

Jacob Schuback – Brockes-Passion

Als im Jahre 1712 unter dem Titel Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesu die von Barthold Heinrich Brockes (1680–1747) stammende Umdichtung der Leidensgeschichte Christi im Druck erschien, war nicht absehbar, dass in den folgenden Jahrzehnten wenigstens 13 Komponisten diesen Text einer Vertonung zugrunde legen würden. Mit seiner gleichermaßen auf Rührung und Erschütterung angelegten Dichtung traf Brockes offenbar nicht nur den Geschmack seiner Zeitgenossen, sondern regte in seiner Heimatstadt Hamburg auch eine ganz eigene, aufwendige Aufführungstradition an (ab 1719 erklangen innerhalb weniger Tage gleich vier unterschiedliche Vertonungen).

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Christoph Demantius – Johannes-Passion

Christoph Demantius – Johannes-Passion

Im geschäftigen Treiben des Kalenderjahres gibt es zwei Wochen, die etwas ruhiger verlaufen (sollten) – und es in der Regel wenigstens musikalisch auch tun: die so genannte «Stille Woche» vor dem Ewigkeitssonntag, mit dem das Kirchenjahr im November abschließt, und die Karwoche vor dem Osterfest. In letzterer standen und stehen noch immer kleine und große Passionsmusiken auf dem Programm: früher liturgisch eingebunden, später dann eher konzertant aufgeführt, heute vielfach auch nur noch auf Tonträger präsent. Die Kompositionen unterscheiden sich je nach Epoche auch in dem ihnen zugrunde liegenden Text, bei

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Elsa Barraine

Elsa Barraine

Es wird wohl vielen Musikliebhaber:innen gehen wie mir. Da glaubt man, vieles zu kennen oder zumindest schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Und dann gibt es die verblüffenden «Oh?-Momente» wie diesen. Denn von Elsa Barraine (1910–1999) hat man im deutschsprachigen Raum wohl kaum etwas – oder: eigentlich rein gar nichts gehört. Dabei war sie, überfliegt man nur den Rahmen ihrer Biographie eine schillernde Persönlichkeit – sowohl als Komponistin als auch institutionell. Sie studierte unter anderem bei Paul Dukas, gewann zweimal den Prix de Rome (1929 mit einer Kantate, 1947 mit

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Mel Bonis – Orchesterwerke

Mel Bonis – Orchesterwerke

Werke für Klavier und Kammermusik. Wieder einmal waren es die «kleinen Formen» (Charakterstücke), eine Violinsonate und ein Klavierquartett, die bis jetzt ein durchaus (falsches) Bild von der französischen Komponistin Mel Bonis (1858–1937) zeichneten. Erst mit diesem Album (natürlich eine cpo-Produktion) treten auch sinfonische Klänge ans Licht – obwohl es sich «nur» um Instrumentationen eigener Werke handelt (die bei denen mit vokalem Anteil). Und dennoch: Diese Musik muss sich weiß Gott nicht hinter den Zeitgenossen aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg verstecken! Vielmehr erweist sich Mel Bonis als eine Komponistin

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Julius Otto Grimm – Sinfonieorchester Münster

Julius Otto Grimm – Sinfonieorchester Münster

Seinen Namen kennt man aus dem Umfeld und der Biographie von Johannes Brahms – und doch ist es immer vergleichsweie still um Julius Otto Grimm (1827–1903) geblieben. Lag es an seinem vergleichsweise geringen kompositorischen Output? Oder an seiner offenbar bescheidenen Persönlichkeit? Oder lag es gar an Münster in Westfalen, das über 43 Jahre sein Wirkungsort war und vielleicht zu abseits lag? Antworten auf diese Fragen werden sich sicherlich nicht im Handumdrehen finden lassen. Umso wichtiger ist es, sein Schaffen erlebbar zu machen. In diesem Sinne legt das Sinfonieorchester Münster unter

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