28. Januar 2022 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Anton Bruckner / Thomas Dausgaard

Anton Bruckner / Thomas Dausgaard

Thomas Dausgaard ist ein rühriger Dirigent, der einen erkennbar eigenen Interpretationsstil pflegt. Mit dem Swedish Chamber Orchestra (Örebro) hat er etwa für das Label BIS großes sinfonisches Repertoire des 19. Jahrhunderts unter dem Motto «opening doors» eingespielt, obwohl man sich die Besetzung öfters gerne auch größer gewünscht hätte. Die klanglichen Ergebnisse sind noch immer spannend, vielfach gar erhellend. Wie dort schon zu beobachten war, zählt Dausgaard zu jenen Dirigenten, die auf dem Podest gerne auch mit dem Turbo unterwegs sind. Nicht bloß angezogene, sondern gar flotte Tempi zeugen von einer

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #045 – Sinfonisches
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Saint-Saëns 1+2 / Jean-Jacques Kantorow

Saint-Saëns 1+2 / Jean-Jacques Kantorow

Ursprünglich sollte das ausgefallene Beethoven-Jubeljahr in die Verlängerung gehen. Andere runde Geburts- und Gedenktage hingegen waren schon zuvor in den Schatten gedrängt worden. Und nun 2021: Dass u.a. der 100. Todestag von Camille Saint-Saëns ansteht, ist weder publizistisch noch, landauf landab, in den rudimentären, behelfsweise gestrickten Versuchs-Programmen präsent. Denn wäre bei ihm nun wirklich einmal in wohl allen Gattungen Unbekanntes zu entdecken – mehr als die Orgelsinfonie und den ewig wiederkehrenden, gerne auch missverstandenen «Karneval». Nur ganz aufmerksame Beobachter haben sich schon früher einmal gefragt, was etwa im sinfonischen Bereich vor der

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #039 – Sinfonisches
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Hiyoli Togawa / Songs of Solitude

Hiyoli Togawa / Songs of Solitude

Wie Einsamkeit klingen kann, vermittelt Hiyoli Togawa mit ihrer Viola auf diesem ebenso beeindruckenden wie singulären Album. Als im Frühjahr 2020 die Straßen plötzlich leer wurden, kam ihr die Idee, weltweit Komponist:innen um ein aktuelles Stück zu bitten, mit dem die seltsame Zeit des Stillstands kommentiert werden sollte. Entstanden sind auf diese Weise elf zeitgenössische Werke, die alle einen jeweils eigenen Weg gehen: inspiriert durch ein japanisches Volkslied (Hosokawa), beim stillen Hineinhorchen in das Instrument selbst (Federico Gar­dell), mit gesungener Begleitung (Kalevi Aho) oder bis hin zum neunstimmigen, im Multitrack-Verfahren

Teil 3 von 5 in Michael Kubes HörBar #038 – Musik im Lockdown
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Schubert – Liszt / Can Çakmur

Schubert – Liszt / Can Çakmur

Mutig und ein Statement. So lässt sich dieses fulminante Album von Can Çakmur beschreiben. Nach seinem Debüt bei BIS als Gewinner des Ersten Preises bei der Hamamatsu International Piano Competition 2018 – einer Produktion, die wiederum ihrerseits vielfach ausgezeichnet wurde – folgt der 1997 in Ankara geborene Pianist keinem ausgetretenen Pfad, sondern widmet sich einem seiner persönlichen Favoriten: der Lizst’schen Transkription von Franz Schuberts Schwanengesang, einem der phantastischsten Zyklen der Musikgeschichte, ohne dass es sich um einen wirklichen Zyklus handelt. Und so wie Liszt bereits die Liederfolge veränderte, so ordnet

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #036 – Transkriptionen
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Bach / Secular Cantatas – Suzuki

Bach / Secular Cantatas – Suzuki

Was wäre die protestantische Kirchenmusik ohne Bachs Kantaten? Kaum mag man sich fragen, wer und womit für die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte im Zweifel diese Position eingenommen hätte, wenn die Leipziger Ratsherren am Ende eine andere «dritte Wahl» getroffen hätten. Was verloren oder auch erst gar nicht geschrieben worden wäre, kann man sich bestens anhand von Bachs weltlichen Kantaten vorstellen – immerhin sind es stolze 20 an der Zahl, die sich erhalten haben. Sie sind allerdings im Repertoire noch immer Raritäten, ein paar von ihnen haben dann aber doch als sogenannte Parodien

Teil 2 von 5 in Michael Kubes HörBar #032 – Bach in the Box
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Beethoven: Piano Concertos – Brautigam (Fortepiano) / Kölner Akademie / Willens

Beethoven: Piano Concertos – Brautigam (Fortepiano) / Kölner Akademie / Willens

Nachdem sich Ronald Brautigam bereits mit Beethovens Sonaten, Variationen und Bagatellen auseinandergesetzt hatte, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann und mit welchem Orchester die Klavierkonzerte folgen würden. Nun also sind sie pünktlich zum Jahr 2020 erschienen – und wie bei dem schwedischen Label BIS üblich, ist es eine herausragende Einspielung mit kräftigem Understatement geworden. Da gibt es keine Pressekonferenzen, keine breit angelegte Promotion. Selbst das eigentliche Produkt ist im ecopak aus Pappe unscheinbar: keine knalligen Farben, kein Heroenstatus – und alles auf nur zwei CDs gebannt. Brautigam

Teil 1 von 6 in Michael Kubes HörBar #013 – Beethoven & Co.
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