27. Mai 2022 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Richardson: Afrofuturism

Richardson: Afrofuturism
Richardson: Afrofuturism

Bescheidenheit sieht anders aus: „Frank Zappa, Queen, Brian Wilson and Radiohead meets Schoenberg in a sci-fi 80s lounge“. So, so! Man könnte auch sagen, warum nicht mal einen musikalischen Thermomix experimentell nutzen, statt mit vorgeschriebenen Rezepten und warum die Zutaten eigentlich abmessen. Alles geht, alles muss rein.

Nachher klingt es halt, wie es schmeckt. Dieser Mut wird leider ästhetisch nicht belohnt, sondern bleibt auch musikalisch reine Matschepampe. Mit dem Hype-Wording „Afrofuturism“ springt man zwar auf den Zug einer Jazzmodischkeit auf, aber am Ende klingt es hier doch wie nur schlechtbezahlte Musik zu einer Vorabendserie im Trash-TV.

Vielleicht sollte man es so ironisch sehen, wie es dies sein Autor tat, auch wenn er es sicherlich anders meinte: “I always feel strongly about all my projects, but this one was so fluid in the way we produced it and the way the different voices came together. It feels like something truly special.”

Und das ist ja das, was man dann allgemeinhin dazu zu sagen pflegt, wenn man sich aus der Affäre ziehen möchte: „Hmmm, interessant, oder?“


Logan Richardson: Afrofuturism

  • Logan Richardson – alto saxophone, piano, keyboards, synths
  • Igor Osypov – electric and acoustic guitars
  • Peter Schlamb – vibraphone, keyboards, key bass,
  • Dominique Sanders – bass, key bass, production
  • Ryan J. Lee – drums, bass
  • Corey Fonville – drums
  • Laura Taglialatela – vocals
  • Ezgi Karakus – strings

Wax Industry, Whirlwind Records

 

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