17. Juli 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Yamabiko Quintet

Yamabiko Quintet

… jeder Klang sucht sein rauschhaftes Verströmen in seiner Unendlichkeit und trägt doch eine fragile Sterblichkeit in sich. Das ist die Spannung, in der diese Platte ihr Tempo findet. Hier ist das fast Unwahrscheinliche in Zeit geformt. …

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Axel Kühn Trio – Lonely Poet

Axel Kühn Trio – Lonely Poet

Geschmackvoll jedoch insgesamt in jedem aller denkbaren Fälle. Bestenfalls zu viel des Guten ab und an: Also an mancher musikalischen Ecke zu sehr aromatisiert – man möchte beim Mithören dann und wann einen Kratzer in den Klanglack ritzen. Aber die Herren hier kriegen immer noch die Kurve.

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Haage | Drift – Wings

Haage | Drift – Wings

«Wings» ist das mittlerweile dritte Album des Johannes Haage-Trios. Auf 12 Tracks erkundet das Trio mit dem Gitarristen Johannes Haage, Matthias Pichler am Bass und Joe Smith am Schlagzeug eine durchaus eigene Welt blühender Improvisationskunst Gleicher unter Gleichen. Die Komposition stammen aus den Federn von Haage und Smith. Die Musik fließt in nicht gerade aufgeregter Weise durch alle Stück hindurch ohne dabei in selbstlaufende Plätschern zu verfallen. Große Sprünge sollte man besser nicht erwarten, aber musikalische Überraschungen und Eingebungen auch nicht unterschätzen. Die auf diese Weise hergestellte Musik lässt genügend

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Enso – Strings & Percussion

Enso – Strings & Percussion

Eine Musik der Geduld, eine Musik der Freundlichkeit. Eine Musik, die wie eine große Einladung an das Hörorgan und seine diese Signale verarbeitenden Nervenzellen zu verstehen ist. Es beginnt mit wenig: Ein tiefer Streicher (Stefan Schönegg am Kontrabass) spielt lange sukzessiv erklingende gestrichene Einzeltöne, die aus dem Nichts zu kommen scheinen und selbst auf dem Rand der akustischen Wahrnehmbarkeit vibrationslos schwanken, die Tonregion neigt sich zunächst im Wankelschritt abwärts, ehe sie wieder länger steigt. Die Intervalle sind eher klein. Eine wunderschön modulierte Musik mit Schrammen, nicht poliert und lackiert. Erst

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Mimanée – The Invisible Will Remain

Mimanée – The Invisible Will Remain

Da müsste man sich schon ordentlich bemühen, wollte man bei dieser Besetzung die Musik gegen die Wand fahren. Es gibt fast nichts besser Selbstlaufenderes als Marimba, Bass-Klarinette (plus Saxophone) und Gesang. Das schnurrt und schwirrt auch bei diesem Trio mit einer Leichtigkeit und zugleich in der Tiefe abgründelnden fundamentalen Musik, verwurzelt in subtil gestalteten Kompositionen und Arrangements. Aber selbstlaufend erscheint es nur, weil es tatsächlich so gut musikalisch gearbeitet ist. Die musikalische Korrespondenz zwischen der Bassklarinette von Matthias Stich und dem Gesang von Neele Pfleiderer ist fast durchwegs untrennbar miteinander

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Teresa Bergman – 33, Single & Broke

Teresa Bergman – 33, Single & Broke

Grenzbereiche in vielerlei Hinsicht betritt das dritte Album der in Berlin lebenden Neuseeländerin Teresa Bergman. Gelabelt wird es mitunter im Genre des Folkpop. Thematisch gehen die Lyrics um das, was der Titel der Platte anzeigt. Das Menschsein mit Mitte, Anfang 30. Vielleicht auch das Frausein. Vielleicht auch das Sein schlechthin. Es widerspiegelt zudem die letzten Jahre angesichts gesellschaftlicher und klimatischer Umbrüche. Eine persönliche und eine aufs unversalistische Chaos zielende Platte. Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist die der musikalischen Gestaltung. Und die macht mit dem ersten Sologesangston

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Olga Reznichenko Trio – Somnambule

Olga Reznichenko Trio – Somnambule

Großartiges Trio! Nicht immer mit der gleichen Intensität. Von mir aus reicht allein der Track «Slipping Pace Returning Time» für die unbedingte Empfehlung dieser Aufnahme. Ein musikalisches Farbenspektakel in Harmonik und in Aufbau mit parallel laufenden Basslinien im Piano von Olga Reznichenko und dem Bass Lorenz Heigenhubers, umschmeichelnd begleitet von Maximilian Stadtfeld am Schlagzeug. Das ist subtilst angelegt – auf die die Harmonik des Impressionismus eines Claude Debussy verweisend – wie überhaupt mancher andere Track seine harmonischen Tiefenschichten aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert. Da sitzt alles musikalisch

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Evelyn Kryger: Live at JazzBaltica 2021

Evelyn Kryger – Live at JazzBaltica 2021

Da kann man mal sehen, wie bekloppt man geworden ist: Statt „Billy Wolke“ lese ich in der Playlist „Billy Woke“. Was ist nur los mit mir und mit dieser Welt. Und wer, zum Teufel ist diese Evelyn Kryger, die dann doch gar unter den Mitmusiker:innen auftaucht. Doch, wer ein Stück launig «Balcancan» nennt, muss nun mal auf der Hut sein. Vor allem auch auf der Hut davor, sich in diesem Folk-Gewuhle so zu platzieren, dass es wie ein musikalisches Import-Export-Geschäft nach außen wirkt. Nix easypeasy. Das tut es aber ein

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rand – Peripherie

rand – Peripherie

Es gibt solche und solche. In der Selbstbeschreibung ihres Soundworks geben der Pianist und der Producer Dr. Nojoke ohne Witz an, diese Musik könnte Fans von «Nils Frahm, Alva Noto & Ryuichi Sakamoto, Bing  Ruth, Erased Tapes …» interessieren. Stichworte sind «Ambient, Glitch, Modern Classical Music und Clicks & Cuts». Wer oberflächlich in die Platte reinhört, erkennt all das wieder. Eine weitgehend ruhig dahin zerfließende Musik aus Klavierklängen umschwirrt von allerlei «Electronica». Oder umgekehrt, wenn die Klavierklänge darin eingebettet sind. Das ist in allererster Linie eine genussvolle Angelegenheit und stimmig

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