15. Juni 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Ernst Krenek / Hans Gál / Krzysztof Penderecki

Ernst Krenek / Hans Gál / Krzysztof Penderecki

Eingedenk der Bedeutung des ersten Donaueschinger Musikfestes von 1921 und seiner Aufführungen von Kammermusik (einschließlich der Uraufführung von Hindemiths Streichquartett op. 16 und dem nachfolgenden Durchbruch), muss doch erstaunen, dass eine andere Komposition dieses Jahrgangs bis jetzt «unerhört» geblieben ist und nun nach über 100 Jahren endlich in Ersteinspielung vorgelegt wird: die Serenade für Klarinette, Violine, Viola und Violoncello op. 4 (1919) von Ernst Krenek (1900–1991). Wer die spätere, nicht lineare verlaufende Entwicklung Kreneks berücksichtigt, wird hier wenig überrascht sein, eine wahrlich aparte Mischung aus Wiener Leichtigkeit, strengem Kontrapunkt und

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Bacewicz, Penderecki / Roman Jablonski

Bacewicz, Penderecki / Roman Jablonski

Nach einer ersten Folge mit alter und neuer Kammermusik setzt das polnische Label DUX seine Reihe «Polish Cello» mit vorzüglichen Archiv-Aufnahmen von zwei gewichtigen Kompositionen fort – dem jeweils mit «Nr. 2» bezeichneten Konzert von Grazyna Bacewicz (1963) und Krzysztof Penderecki (1982). Ausgewählt wurden erneut Interpretationen mit Roman Jablonski als Solisten, der inzwischen seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Es liegt an der aktuellen Katalogpolitik, dass von seinen teilweise bedeutenden Einspielungen derzeit nichts greifbar ist – allen voran das Cellokonzert von Witold Lutosławski. Umso mehr dokumentiert das vorgelegte Album den hohen künstlerischen

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Penderecki: Lukas-Passion

Penderecki: Lukas-Passion

Es muss immer wieder erstaunen, wie souverän Penderecki vor dem Hintergrund der langen Gattungsgeschichte die Leidensgeschichte Jesu erzählt, sie nicht mit den gerade erst erprobten Cluster-Klängen und neuen Techniken als kompositorischen Selbstzweck inszenierte, sondern durch sie das Geschehen erst vergegenwärtigt und erfahrbar macht. Vielmehr ist es Penderecki gelungen, mit wenigen markanten Tonkonstellationen und wiederkehrenden Motiven ein das Werk durchziehendes Netzwerk anzulegen. Gleichwohl sind die beiden Teile der Passion unterschiedlich angelegt. Während im I. Teil mit der Szene am Ölberg, der Gefangennahme und Verleugnung Christi durch Petrus, dann mit der Verspottung durch

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