12. April 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Fanny Mendelssohn / Gaia Sokoli

Fanny Mendelssohn / Gaia Sokoli

Dass Fanny Mendelssohn (1805–1847) eine herausragende Komponistin war, steht seit langem außer Frage. Bedauerlich ist allein, dass sie in ihrem Œuvre nicht alle Gattungen bedachte. Gerade die großen zyklischen Formen der Instrumentalmusik fehlen; das Streichquartett (1834) gibt nur eine Vorahnung auf das, was ohne die gesellschaftlichen Grenzen auf einem eigenen Weg möglich gewesen wäre. Und so bliebt vor allem die Klaviermusik – hier repräsentiert durch drei Sonaten und einen Sonatensatz. Es mag dabei charakteristisch sein, dass die so genannte «Ostersonate» von 1828 noch bis vor wenigen Jahren dem Bruder Felix

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Regards de femmes / Marie-Catherine Girod

Regards de femmes / Marie-Catherine Girod

Etwas provokant stellt Vincent Agrech gleich zu Beginn seines Essays im Booklet dieser Produktion die wahrlich heikle Frage: „Ist denn die Hälfte der Menschheit immer noch vergessen?“ Freilich weiß er auch zu differenzieren, denn es verhinderten über Jahrhunderte großteils die Umstände, dass Frauen Federhalter und Notenpapier in die Hand nahmen. Charakteristischerweise stammen viele der frühen Ausnahmen aus aristokratischen oder zumindest großbürgerlichen Familien – sie hatten am „besseren Rand“ der fest gefügten gesellschaftlichen Ordnung das Glück, sich künstlerische Unabhängigkeit im Privaten leisten zu können. Erst später stellte sich die Frage nach

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