9. August 2020 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Jommelli: Requiem & Miserere – il gardellino / van Heyghen

Die Musik zu mehr als zweihundert Opern stammt aus seiner Feder, doch auch an Kirchenmusik hat Niccolò Jommelli ein beträchtliches Œuvre hinterlassen. Als Kapellmeister am württembergischen Hof in Stuttgart hat er Mitte des 18. Jahrhunderts auch diesseits der Alpen Spuren hinterlassen – darunter das Requiem Es-Dur. Es ist 1756 für den Begräbnisgottesdienst von Maria Augusta von Thurn und Taxis, der Mutter von Herzog Carl Eugen, entstanden und erfreute sich in den folgenden Jahrzehnten einer weiten Verbreitung, bis es von Mozarts Totenmesse aus dem Repertoire gedrängt wurde.

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Jommelli: Requiem & Miserere – il gardellino / van Heyghen
Jommelli: Requiem & Miserere – il gardellino / van Heyghen

Stilistisch wie dramatisch liegen zwischen beiden Werken Welten, und dennoch ist es sehr gut nachvollziehbar, dass Jommellis Requiem in der Zeit des Übergangs und der Empfindsamkeit herausragendes Ansehen genoss. Dies belegt auch diese Einspielung mit dem flämischen Ensemble il gardellino mit einem hochkarätigen Vokal-Oktett. Dem Requiem wird bei dieser Einspielung ein Miserere in g-Moll zur Seite gestellt: kurze, dunkel getönte kurze Sätze, ergänzt durch gregorianische Gesänge, die sie liturgisch ergänzen. Nie wieder war das pietistische Württemberg dank seines katholischen Fürsten näher an den neapolitanischen Musen.


Niccolò Jommelli. Requiem & Miserere
il gardellino, Peter van Heyghen
Passacaille 1076 (2019)

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