3. April 2025 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
A New Century – The Cleveland Orchestra / Welser-Möst

A New Century – The Cleveland Orchestra / Welser-Möst

Hochwertig und exquisit. So präsentiert sich diese Veröffentlichung bereits in ihrer Optik und Haptik. Bei der Wahl des Oberflächenmaterials hat man offen­kundig auf ganz andere, zweifelsohne: mobile, Kultobjekte geschielt – ein Statement, das sich auch im 150 Seiten starken, durchgehend farbig und in bester Qualität gedruckten Begleitbuch spiegelt: mit einer üppigen Introduktion, einem Vorwort, Werkeinführungen, der Geschichte des Orchesters, des eigenen Konzertsaals und seiner Orgel sowie Ausblicken auf die Zukunft. Gerade noch rechtzeitig vor dem weltweiten kulturellen Lockdown erfolgte die Aussendung, mit der nun auch das traditionsreiche, 1918 gegründete Cleveland

Teil 6 von 6 in Michael Kubes HörBar #016 – Sinfonik
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Aspects of America: Pulitzer Edition – Oregon Symphony / Kalmar

Aspects of America: Pulitzer Edition – Oregon Symphony / Kalmar

Mit einer interessanten Werkauswahl hat sich die Oregon Symphony in den ver­gangenen Jahren einen Namen auch abseits des nördlichen Pazifiks gemacht. Unter dem Motto Aspects of America erschien bereits vor zwei Jahren eine Pro­duktion mit bemerkenswerten Kompositionen, jetzt wird das Motto durch Ergän­zung eines Doppelpunkts verselbständigt und für weiteres geöffnet: Auf dieser CD sind es drei Werke, die einst mit dem hoch angesehenen Pulitzer-Preis (ab 1943 erstmals im Bereich der Musik) ausgezeichnet wurden. Offen bleibt aller­dings, ob hinter der getroffenen Auswahl eine bestimmte Programmatik steht, oder ob schon die Namen

Teil 4 von 6 in Michael Kubes HörBar #016 – Sinfonik
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Mussorgsky / Ravel – Les Siècles / Roth

Mussorgsky / Ravel – Les Siècles / Roth

Es gibt im sinfonischen Repertoire zahlreiche Kompositionen, die in den letzten Jahrzehnten vielfach eingespielt wurden und von denen man gern glaubt, sie in allen klanglichen Details zu kennen. Dazu gehören an erster Stelle die Bilder einer Ausstellung in der kongenialen Orchestrierung von Maurice Ravel wie auch dessen vor innerer Glut bebende La Valse. Dass bei diesen oft gehörten Kompo­sitionen aber das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, zeigen François-Xavier Roth und sein Orchester Les Siècles, die sich bereits mit zwei anderen CDs als herausragende Ravel-Interpreten empfohlen haben. Es sind nicht

Teil 3 von 6 in Michael Kubes HörBar #016 – Sinfonik
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Father Copland – Württembergisches Kammerorchester Heilbronn / Scaglione

Father Copland – Württembergisches Kammerorchester Heilbronn / Scaglione

Noch immer diesseits des großen Teiches viel zu selten live im Konzert gespielt, gilt Aaron Copland (1900–1990) als einer der Väter der amerikanischen Musik, wobei er sein kompositorisches Handwerk ab 1921 bei Nadia Boulanger in Paris ausbildete. Dass sich ausgerechnet das Württembergische Kammerorchester Heilbronn drei seiner Werke aus den 1940er Jahren annimmt, mag zu­nächst verblüffen und wirkt angesichts der Konkurrenz mutig, mit Blick auf die Partituren aber stimmig: Bei Appalachian Spring (1944) handelt es sich im Original um eine Ballettmusik in Kammerbesetzung für 13 Instrumente, und für Quiet City (1940)

Teil [part not set] von 6 in Michael Kubes HörBar #016 – Sinfonik
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Ibert: Miniatures – Jean-Yves Sebillotte

Ibert: Miniatures – Jean-Yves Sebillotte

Das schon weit zurückliegende Einspielungsdatum sollte nicht darüber hinwegtäu­schen, dass diese Produktion erst jetzt auf dem deutschen Markt bequem verfügbar geworden ist. Und sie bietet von Jacques Ibert wahrlich mehr als nur bloße Klavier-Miniaturen. Denn die hier versammelten Einzelwerke und Sammlungen – darunter Les Histoires (1922) und die weitläufig angelegte Petite Suite (1943) – zeigen unbekannte Facetten dieses viel zu wenig gespielten Franzosen, der sich von keiner Seite vereinnahmen ließ. Und so finden sich Melodien, die in ihrer alles andere als neoklassizistischen Einfachheit verzaubern, neben den teil­weise impressionistischen, teilweise an

Teil 6 von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Kancheli. 33 Miniatures – George Vatchnadze / Suren Bagratuni

Kancheli: 33 Miniatures – George Vatchnadze / Suren Bagratuni

Nun veröffentlicht, wirkt diese Produktion wie ein musikalischer Nachruf auf Giya Kancheli (1935–2019), vor allem mit den insgesamt 33 kurzen, frei zusammen­gestellten Klavierstücken aus dem Zeitraum zwischen 1965 und 2004, vielfach Melodien aus Film- oder Schauspielmusiken. Man fühlt sich an ein sich langsam drehendes Kaleidoskop erinnert, hier allerdings mit zahlreichen irritie­renden, mitunter gar aufschreckenden Nebengeräuschen (etwa in Track 3). Et­was ratlos stehe ich vor der Kombination dieser durchwegs ruhigen, nach innen gerichteten Töne mit der expressiv klagenden Sonate für Violoncello solo von Ruben Altunyan (*1939), die sehr schnell die Aufmerksamkeit

Teil 5 von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Les Six & Satie – Pascal & Ami Rogé

Les Six & Satie – Pascal & Ami Rogé

So farbig wie das Cover, so bunt sind auch die hier versammelten Sätze der an­gekündigten sieben Komponisten. Beginnend vom L’Album des Six über höchst unterschiedliche Werke der eigenwilligen Franzosen reicht der Bogen bis hin zu Saties skandalträchtiger Parade. Mit Ausnahme von Milhauds erst viel später entstandenem, aber wohl unverzichtbaren Scaramouche op. 165b (1937) sind es vor allem die Stücke op. 7 (1916/18) von Louis Durey, die das Interesse auf sich ziehen. Der Flügel ist extrem trocken eingefangen – sicherlich zum Vorteil vieler dieser Miniaturen. Allerdings wirken dadurch auch die Höhen

Teil 4 von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Swedish Miniatures for Two Violins – Duo Gelland

Swedish Miniatures for Two Violins – Duo Gelland

Fast scheint es so, als wäre der hohe Norden Europas jene Region, in der ent­weder epische Sinfonien oder kleine Kostbarkeiten entstehen. Man mag dabei die Weite der Landschaft und die natürliche, ungezwungene Nähe zum volksmusikalischen Idiom anführen, doch dürften die Beziehungen ebenso komplex sein, wie die Werke unterschiedlich im Ton. Einen sehr gelungenen Querschnitt durch das Repertoire für zwei Violinen gibt das Duo Gelland hier unter einem betont unprätentiösen Motto, denn es finden sich auf dieser CD nun wahrlich keine Salon-Schmonzetten. Stimmungsvoll ist noch der Einstieg mit einem Duett von Wilhelm Peterson-Berger

Teil 3 von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Solo – Emmanuel Pahud

Solo – Emmanuel Pahud

Recht bescheiden mit „Solo“ überschrieben, bietet diese Doppel-CD gleichsam eine klingende Enzyklopädie der Musik für Flöte allein: Angelpunkt sind die 12 Fantasien von Georg Philipp Telemann (um 1730), die zum älteren Kernreper­toire jedes Flötisten gehören. Dazu werden hier alternierend 14 Werke des 20. und frühen 21. Jahrhundert gesellt, beginnend mit Air (1995) von Toru Take­mitsu über Kompositionen von Sigfrid Karg-Elert, Jörg Widmann, Robert Helps, Arthur Honegger, Matthias Pintscher, Pierre-Octave Ferroud, Carl Nielsen, Luciano Berio, Arvo Pärt bis hin zu Edgard Varèse (in der Reihenfolge der Tracks); wer in dieser Aufzählung Debussys

Teil 2 von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Swedish Miniatures – Bengt Forsberg

Swedish Miniatures – Bengt Forsberg

Hier wurde tatsächlich die Lupe aus dem Futteral geholt, und dies gleich im doppelten Sinne. So handelt es sich zum einen um wirkliche Miniaturen für das Klavier: Die Spielzeit der einzelnen Werke oder Sätze beträgt in der Regel kaum mehr als zwei Minuten – lang genug, um einen Gedanken festzuhalten, zu kurz aber, um diesen auch musikalisch zu diskutieren und zu beleuchten. Zum ande­ren hat Bengt Forsberg bei der Auswahl der Kompositionen genau hingeschaut und tief ins Repertoire teilweise weit entfernter Jahrzehnte gegriffen. Selbst in Schweden wird der Kenner sicherlich

Teil [part not set] von 6 in Michael Kubes HörBar #015 – Miniaturen
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Charles Ives: Symphonie No. 3 und No. 4, Selected American Hymns

Charles Ives: Symphonie No. 3 und No. 4, Selected American Hymns

Eine Begegnung mit der Musik von Charles Ives ist immer aufregend. Hier werden neben den Sinfonien Nr. 3 (The Camp Meeting) und Nr. 4 auch elf Hymnen gesungen, die nicht nur den motivischen Hintergrund der Partituren abstecken. Eine reizvolle und instruktive Idee – zumal für die auf einigen dieser Melodien basierende Dritte, deren erst 1946 uraufgeführte Partitur dem unwilligen Komponisten den Pulitzer-Preis einbrachte (der diesen allerdings nur als Zeichen schöpferischer Mittelmäßigkeit annahm). Längst vergessen ist, dass Gustav Mahler bereits 1911 eine Abschrift mit auf seine letzte Überfahrt nach Europa nahm

Teil 3 von 6 in Michael Kubes HörBar #012 – Sinfonisches
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Olivier Messiaen: Le tombeau resplendissant und andere Orchesterwerke

Olivier Messiaen: Le tombeau resplendissant und andere Orchesterwerke (Tonhalle-Orchester, P. Järvi)

Möglicherweise war die hölzerne Schuhschachtel der Tonhalle Maag tatsächlich der ideale Ort für diese Einspielung. Als Übergangsspielstätte während der aufwendigen Sanierung der Tonhalle hat dieser Zweckbau längst seine Freunde gefunden. Den hier eingespielten kompakten Partituren aus den 1930er Jahren kommt die trockene Akustik jedenfalls sehr entgegen. So ist Messiaen als ein Sinfoniker zu erfahren, der schon weit vor seiner Turangalîla-Sinfonie wusste, wie mit dem großen Apparat zu hantieren ist. Zugleich ist eine Aufnahme entstanden, die man wegen ihrer drängenden Aussagekraft nicht so leicht aus der Hand legt. Ob es in

Teil 1 von 6 in Michael Kubes HörBar #012 – Sinfonisches
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