16. September 2019 nmz – HörBar – täglich dabei und abgeört

Splendid Harmony: 17th Century Instrumental Music by Students of Heinrich Schütz (2015)

Teil 6 von 7 in Michael Kubes HörBar #006 – 2019/06

Thieme, Furchheim, Vierdanck, Löwe und Pohle. Fünf Namen von fünf Komponi­sten, Instrumentalisten und Kapellmeistern des 17. Jahrhunderts, die bei einem Spezialisten vermutlich die Augen sofort feucht werden lassen. Doch auch wer sich in dieser Zeit nicht so gut auskennt, wird von den hier vorgelegten Werken in all ihrer stilistischen Vielfalt sofort überzeugt – mit klanglicher Wärme, rhythmischem Feuer, kenntnisreich und in opulenter Besetzung gespielt durch das bereits 1983 gegründete Ensemble L’Arpa Festante. Zu hören sind aber nicht allein prachtvolle Harmonien, sondern ein Feuerwerk frühbarocker Formen, mit betont homophoner oder auch

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La fil d’Ariane: Werke von Pietro Antonio Locatelli und Alex Nante (2018)

Teil von 7 in Michael Kubes HörBar #006 – 2019/06

Kaum gibt es eine ausreichende Auswahl von aufführungspraktisch adäquaten Einspielungen der technisch anspruchsvollen Kompositionen Pietro Locatellis, ereilt das Œuvre des in Amsterdam sesshaft gewordenen italienischen Meisters schon der Ritterschlag des 21. Jahrhunderts: Gleich ob Concerto, Concerto gros­so oder Sinfonia – die mehrsätzigen Werke werden in ihrem Ganzen von zeitge­nössischen Reflexionen durchbrochen. Hier sind es Stücke des argentinischen Komponisten Alex Nante (*1992), die sich weiterdenkend einfügen oder kontrast­reich absetzen. Am Ende konkurrieren dann aber doch zwei kaum zu vermittelnde Welten auf engem Raum miteinander. Da kann einem beim Hören auch der

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Arnold Rosé und sein Quartett

Arnold Rosé und sein Quartett

Teil 5 von 7 in Michael Kubes HörBar #004 - 2019/03

Mehr Dokumentation als CD und schlichtweg sensationell. Denn was hier ausgegraben wurde, regt zum Nachdenken an. Zu hören sind der Geiger Arnold Rosé (1863–1946) mit virtuosen Petitessen, aber auch das von ihm mitbegründete berühmte Rosé-Quartett mit Beethoven op. 18/4 in einer Einspielung von 1927. Ein erhellender Blick in die Interpretationsgeschichte zur Zeit der ersten Schallaufzeichnungen. Arnold Rosé und sein Quartett Podium Legenda POL-1011 (1902–1931)

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The Golden Age »Cello 1925«

The Golden Age »Cello 1925« (Werke von Hindemith, Ibert, Toch und Martinů)

Teil von 7 in Michael Kubes Hörbar #003 - 2019/01

Ein starkes Debüt mit einem starken Jahrgang. Denn Christoph Heesch setzt für seine erste CD nicht etwa auf Bach, Dvořák oder einen anderen der „üblichen Verdächtigen“. Vielmehr wählt er für sich und sein Violoncello vier rare Werke, die 1924/25 entstanden. Gleich ob im Titel als Konzert (Ibert und Toch op. 35), als Concertino (Martinů H. 143) oder als Kammermusik (Hindemith op. 36/2) bezeichnet, ist ihnen allen die kleine Besetzung eines meist obligat begleitenden Ensembles gemeinsam. Dem Solisten kommt dabei die Rolle eines primus inter pares zu – eine Rolle, mit

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Pictures at an Exhibition :: Fauré Quartett

Pictures at an Exhibition :: Fauré Quartett

Teil 1 von 7 in Michael Kubes HörBar #002 - 2018/12

Wer Mussorgskis Bilder einer Ausstellung durchhören will, wird zunächst mit ei­ner fünfteiligen Folge von Stücken aus der Feder von Sergej Rachmaninow über­rascht: Was hier aus den Études-Tableaux (op. 33 und op. 39) ausgewählt und für Klavierquartett bearbeitet (eher: instrumentiert) wurde, hat nicht nur Charak­ter, sondern kleidet die Piècen in ein bezaubernd poetisches Klanggewand. Ein Vorteil mag sicherlich sein, dass sie lange nicht so bekannt sind wie die „Bilder“, sei es in der originalen Fassung für Klavier, sei es in der von Maurice Ravel so kongenial besorgten Orchestrierung. Was Dirk Mommertz

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The Party. Ensemble for the Romantic Century

The Party: Ensemble for the Romantic Century

Teil 3 von 7 in Michael Kubes HörBar #002 - 2018/12

Wer hätte geahnt, dass in denn 1860er Jahren ein so namhaftes Solistenquartett durch die englische Provinz zog und zur musikalischen Grundversorgung beitrug: die angesehene Sopranistin Helen Sherrington und ihr Ehemann Jacques-Nico­las Lemmens, gemeinsam mit Henri Vieuxtemps und Giovanni Bottesini. Ohne die Programme aus dieser Zeit genau zu kennen, hat das Ensemble „The Party“ doch den Geist dieser mit einem Harmonium bestrittenen ländlichen Tourneen wieder lebendig werden lassen – in einer Einspielung, die wahrlich nicht dem Mainstream huldigt und klanglich wie atmosphärisch etwas zu bieten hat. Wer sich darauf einlässt, wird

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à la française. Duos der französischen Romantik für Kunstharmonium & Klavier

à la française. Duos der französischen Romantik für Kunstharmonium & Klavier

Teil 4 von 7 in Michael Kubes HörBar #002 - 2018/12

Hier heißt es Scheuklappen ablegen! Beide Musiker haben tief in die musikali­sche Mottenkiste gegriffen und Stücke hervorgeholt, die ästhetisch vielleicht erst heute wieder bestehen können. Klanglich hochinteressant und interpreta­torisch alles andere als banal dargeboten sind sie eine wirkliche Entdeckung! à la française. Duos der französischen Romantik für Kunstharmonium & Klavier :: Jan Hennig (Kunstharmonium), Ernst Breidenbach (Klavier) :: Christophorus CHR 77419 (2016)

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Felix Mendelssohn Bartholdy / Franz Schubert. String Quartets :: Minetti Quartett

Felix Mendelssohn Bartholdy / Franz Schubert: String Quartets | Minetti Quartett

Teil 3 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Stück um Stück arbeitet sich das Minetti Quartett durch das Repertoire. Nach Haydn, Beethoven und dem frühen Mendelssohn folgt nun dessen spätes Quartett op. 80 gemeinsam mit dem in d-Moll von Franz Schubert („Der Tod und das Mädchen“). Eine instruktive Kombination, in der nicht allein der Todesgedanke, sondern mehr noch der orchestrale Duktus eine gewichtige Rolle spielt – eine Herausforderung, der sich die Wiener Formation vollgriffig, mit eigenem Tonfall und individueller Farbgebung stellt, ohne ins Metaphysische zu verfallen. Merkwürdig nur, dass bei Schubert die leisen Stellen vielfach räumlich entfernter klingen. Felix

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Ludwig van Beethoven / Ferdinand Hiller / Franz Schubert. Piano Trios :: Rautio Piano Trio

Ludwig van Beethoven / Ferdinand Hiller / Franz Schubert: Piano Trios | Rautio Piano Trio

Teil 4 von 7 in Michael Kubes HörBar #001 - 2018/10

Rätselhaft, warum das Rautio Piano Trio nach seinem feurigen Mozart-Debut auf historischen Instrumenten nun für Beethovens Geistertrio und Schuberts „Notturno“ zum Steinway D greift. Was die CD dennoch interessant macht, ist die Ersteinspielung von Ferdinand Hillers erfreulich gefälliger fünfsätziger Serenade op. 186 (1879) – ein kammermusikalischer Blick in den gepflegten Salon der Zeit. Ludwig van Beethoven / Ferdinand Hiller / Franz Schubert: Piano Trios :: Rautio Piano Trio :: Resonus RES 10203 (2015)

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Marco Stroppa: Kammermusik „Space“

Marco Stroppa: Kammermusik „Space“ | Ensemble KNM Berlin

Forschung und Kunst sind für Marco Stroppa zwei Seiten derselben Medaille, was sich in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem musikalischen Raum und den möglichen Klangdifferenzierungen in ihm niedergeschlagen hat. Die Räume, die Stroppa in dieser „space“ benannten WDR-Produktion entworfen hat, kommen jedoch völlig ohne elektronische Erweiterungen aus, an Differenzierung und Tiefenperspektive mangelt es ihnen trotzdem nicht. Dem äußerst vital und minutiös agierenden Ensemble KNM Berlin verdanken sich hier elektrisierende Kammermusikformate: Die „Hommage à Gy. K.“ für Klarinette, Viola und Klavier (1997–2008) erweist einem Meister musikpoetischer Aphoristik mit konzisen Klangbildern die

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