4. April 2025 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
J.D.Hive – Isn’t Dinner Lovely Tonight

J.D.Hive – Isn’t Dinner Lovely Tonight

Die Musik kann letztlich nicht von wo kommen, wo keiner von uns und den Musikern steht. Doch kann sie, dafür ist man ja auch zu viert, sich gegenseitig Funken schlagen, um auf diese Weise etwas herzustellen, was anders nicht in die Welt käme. Und so ist diese Musik dann schließlich auch utopisch: Nachbild und Vorschein. Ästhetische Reichhaltigkeit klebt sich nicht fest und daher ist auch dieses Quartett in den Momenten am besten, wo es sich des Arrangements bemächtigt und aus den Systemen in denen diese notiert sind herausspringt.

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Jazzodrom – Movements from the basement

Jazzodrom – Movements from the basement

Nachdem Michael Kube das neue Jahr mit einem «Happy New Year» eröffnet hat, möchte ich nicht den Trauerkloß spielen, sondern packe bei der Gelegenheit mal CDs aus älteren von der Redaktion in Regensburg gelieferten Kartons aus. So wie diese Scheibe mit «Movements from des Basement» des österreichischen Quintetts «Jazzodrom». Selten hört man nämlich eine derart virtuose Groovemusic in genauso durch Akzentverschiebungen gedrechselten Chorussen und Themen. Ein Riesenspaß, wie das Quintett in den harmonischen Fortschreitungen Klang um Klang fällt und bei allem Stolper- und Soulpotential einen wirbelwindigen Funksprint nach dem anderen

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Enso – Strings & Percussion

Enso – Strings & Percussion

Eine Musik der Geduld, eine Musik der Freundlichkeit. Eine Musik, die wie eine große Einladung an das Hörorgan und seine diese Signale verarbeitenden Nervenzellen zu verstehen ist. Es beginnt mit wenig: Ein tiefer Streicher (Stefan Schönegg am Kontrabass) spielt lange sukzessiv erklingende gestrichene Einzeltöne, die aus dem Nichts zu kommen scheinen und selbst auf dem Rand der akustischen Wahrnehmbarkeit vibrationslos schwanken, die Tonregion neigt sich zunächst im Wankelschritt abwärts, ehe sie wieder länger steigt. Die Intervalle sind eher klein. Eine wunderschön modulierte Musik mit Schrammen, nicht poliert und lackiert. Erst

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Labelli & Turchet: Bordo Fiume

Labelli & Turchet: Bordo Fiume

Piano und Bass: Das könnte eine gemütlich-engagierte Platte werden, zumal sie sich hat inspirieren lassen von den musikalischen Welten Kenny Wheelers und John Taylors, wie die Liner Notes dieses bereits 2021 bei Da Vinci Jazz erschienen Werks künden. Ein bisschen sind die Stücke auch danach: gemütlich und engagiert, hier im Sinne von «gewollt» und «bemüht». Aber auch einfach etwas hölzern im Flow der kompositorischen Anlage der einzelnen Tracks. Es fehlt gerade im Pianospiel Daniele Labelli das Federnde, das die Musik fluffig und elegant machen würde. Das merkt man gleich im

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Hotties – #happyorsad

Hotties – #happyorsad

Unglaubliches spielt sich hier ab. Man weiß nicht ganz genau, wie wirklich ernsthaft diese Scheibe der «Hotties» gemein sein soll. Sie verkaufen das Werk mit den acht Titel, das bereits am 17.12.2021 erschienen ist mit den Worten: «Hotties wollen vor allem eins: Spaß! Ihre fetten Grooves, cineastischen Synthesizer Sounds und energiegeladenen Songs machen einfach Laune. Aus dem Dschungel der Musikwelt haben sie sich das herausgepickt, was ihnen am besten gefällt und ein Programm erstellt, zu dem man am liebsten tanzen, davonfliegen und träumen will.» Ein musikalischer Spaß ist es in

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Subconscious Trio – Water Shapes

Subconscious Trio – Water Shapes

Zum Abschluss der Jazzwoche in der HörBar eine weitere Aufnahme vom italienischen Label «Da Vinci Jazz». Ohne großes Federlesen zu veranstalten: Großartig agiert dieses Standard-Jazz-Trio in seinen acht eigenen Kompositionen, die sich sehr deutlich in der besten Tradition dieser Besetzung der letzten 20 Jahre wiederfinden (besondere Anklänge gehen in Richtung Esbjörn Svensson Trio). Das heißt sie haben all das drauf, was heute im Jazztrio so geht, aber es kommt noch etwas hinzu: Die drei Musikerinnen – Monique Chao (piano, vocals, composition), Victoria Kirilova (bass, composition) und Francesca Remigi (drums, composition)

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Mimanée – The Invisible Will Remain

Mimanée – The Invisible Will Remain

Da müsste man sich schon ordentlich bemühen, wollte man bei dieser Besetzung die Musik gegen die Wand fahren. Es gibt fast nichts besser Selbstlaufenderes als Marimba, Bass-Klarinette (plus Saxophone) und Gesang. Das schnurrt und schwirrt auch bei diesem Trio mit einer Leichtigkeit und zugleich in der Tiefe abgründelnden fundamentalen Musik, verwurzelt in subtil gestalteten Kompositionen und Arrangements. Aber selbstlaufend erscheint es nur, weil es tatsächlich so gut musikalisch gearbeitet ist. Die musikalische Korrespondenz zwischen der Bassklarinette von Matthias Stich und dem Gesang von Neele Pfleiderer ist fast durchwegs untrennbar miteinander

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