16. Mai 2022 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Saint-Saëns 1+2 / Jean-Jacques Kantorow

Saint-Saëns 1+2 / Jean-Jacques Kantorow

Ursprünglich sollte das ausgefallene Beethoven-Jubeljahr in die Verlängerung gehen. Andere runde Geburts- und Gedenktage hingegen waren schon zuvor in den Schatten gedrängt worden. Und nun 2021: Dass u.a. der 100. Todestag von Camille Saint-Saëns ansteht, ist weder publizistisch noch, landauf landab, in den rudimentären, behelfsweise gestrickten Versuchs-Programmen präsent. Denn wäre bei ihm nun wirklich einmal in wohl allen Gattungen Unbekanntes zu entdecken – mehr als die Orgelsinfonie und den ewig wiederkehrenden, gerne auch missverstandenen «Karneval». Nur ganz aufmerksame Beobachter haben sich schon früher einmal gefragt, was etwa im sinfonischen Bereich vor der

Teil 4 von 5 in Michael Kubes HörBar #039 – Sinfonisches
Weiterlesen
Camille Saint-Saëns: Le Timbre d’argent (Les Siècles, Francois-Xavier Roth)

Camille Saint-Saëns: Le Timbre d’argent (Les Siècles, Francois-Xavier Roth)

In den letzten Jahren ist es wieder lebendiger um die Musik von Camille Saint-Saëns geworden. Nicht mehr nur die imposante Orgelsinfonie, die eine Geisterstunde aufrufende „Danse macabre“ oder das eine oder andere herausragende Konzert (für Klavier oder Violoncello, seltener Violine) werden neu eingespielt; zunehmend weckt auch die Kammer- und Klaviermusik das Interesse der Interpreten. Als Opernkomponist hingegen blieb Saint-Saëns weitgehend unbeachtet und verloren, „Samson und Dalila“ einmal ausgenommen. Dass nach der späten „Hélène“ (1902/03) und dem ambitionierten „Ascanio“ (1887/88) nun auch „Le Timbre d’argent“ eingespielt wurde, eröffnet den Blick auf

Teil 5 von 5 in Michael Kubes HörBar #027 – Oper (19. Jhd.)
Weiterlesen
Le Son du Cor – TrioMorgen

Le Son du Cor – TrioMorgen

Seit 2015 besteht das TrioMorgen – eine aparte Besetzung mit Sopran, Horn und Klavier, bei der einem sogleich Schuberts «Auf dem Strom» in den Sinn kommt. Dass das Repertoire im Bereich «Lied plus» (also mit obligatem Instrument) viel größer ist, war indes schon im Jahr 1998 durch das Arion Trio (Antes Edition) zu entdecken. Doch wurde das Horn nicht nur von der deutschen Romantik abonniert. Es fand im 19. Jahrhundert ebenso jenseits des Rheins großen Zuspruch, auch abseits der unvermeidlichen «Villanelle» von Paul Dukas. Wer bei der Einspielung des TrioMorgen

Teil [part not set] von 5 in Michael Kubes HörBar #024 – Raritäten
Weiterlesen
Kaleidoscope. Beethoven Transcriptions – Mai Kodama (Klavier)

Kaleidoscope. Beethoven Transcriptions – Mai Kodama (Klavier)

Unter dem etwas beliebigen Motto „Kaleidoscope“ hat Mai Kodama Klaviertranskriptionen aus dem 19. Jahrhundert versammelt, die im ersten Moment überraschen: Denn neben Saint-Saëns sind auch Balakirev und Mussorgsky mit jeweils zwei Sätzen aus Beethoven’schen Streichquartetten vertreten (op. 59/1 und op. 18/6, ferner op. 59/2 und op. 130, schließlich op. 135). Doch die namhaften Arrangeure treten nicht hinter ihren Bearbeitungen hervor, handelt es sich doch lediglich um sehr enge, direkte Übertragungen auf das Klavier. Beethoven hingegen zeigte mit seiner eigenen Mozart-Bearbeitung (Finale aus KV 591), wie man richtigerweise für das Klavier

Teil 2 von 6 in Michael Kubes HörBar #013 – Beethoven & Co.
Weiterlesen