3. Februar 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Müthel – Music for Harpsichord

Müthel – Music for Harpsichord

«Seine Arbeiten sind so voller neuen Gedanken, so voller Geschmack, Anmuth und Kunstfertigkeit, daß ich mich nicht scheuen würde, sie unter die grössesten Produkte unsrer Zeit zu rechnen. So ausserordentlich das Genie und die Kunst dieses Tonkünstlers sind, so ist er doch in Deutschland nicht sehr bekannt…» Als Charles Burney diese Bemerkungen niederschrieb, stand Johann Gottfried Müthel (1728–1788) schon seit Jahren in Diensten des Barons Otto von Hermann von Vietinghoff in Riga – einer Stadt, die Burney nicht besuchte («ob er gleich an einem Orte sieht, der unter russische Bothmässigkeit

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Weckbacher – Quartetti

Weckbacher – Quartetti

Musik mit vielen Fragezeichen. Wer war Lorenzo Weckbacher? Ist er wirklich in Berlin / Potsdam zu verorten? Warum lassen sich derzeit keine weiteren Quellen über ihn nachweisen? Handelt es sich tatsächlich um Kompositionen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – oder ist alles ein gelungener Fake? Ein Konvolut mit seinen Werken auf mehr als 370 Seiten liegt singulär in Antwerpen und ist seit 1972 als «anonyme Schenkung» nachweisbar, doch wohl mit Hinweisen auf eine Existenz bereits zwischen den Weltkriegen. Am preußischen Hof war Lorenzo Weckbacher jedenfalls nicht beschäftigt –

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de Saint-Georges – Quartette

de Saint-Georges – Quartette

Er war zweifellos eine illustre Persönlichkeit, bei der die Musik nur einen Aspekt unter vielen darstellte – wenn auch für eine gewisse Zeit den bedeutendsten. Geboren auf Haiti, erhielt Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799) in Paris zunächst erstklassigen Unterricht im Fechten und Reiten, dann auch auf der Violine und im Komponieren. 1773 folgte er Gossec in der Leitung der Concerts des Amateurs; nach deren Auflösung leitete er ab 1783 die Concert de la Loge Olympique. Während der Revolution hielt er sich in England auf, wo er seinen Lebensunterhalt durch

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Mysliveček – Keyboard Works

Mysliveček – Keyboard Works

Manchmal fügen sich die Dinge einfach zusammen. Warum also nicht mit der Hörbar-Folge #177 in die 1770er Jahre eintauchen und dabei eine Zeit des Übergangs beleuchten? Denn diese Zeit ist vielfach aufregender als die Musik manch eines «barocken» Meisters oder der periodisch regulierten «Wiener Klassik». Mit dem Übergang sind meist Komponisten verbunden, deren Namen noch am Ende des 20. Jahrhunderts als «Kleinmeister» bezeichnet wurden. Inzwischen hat sich glücklicherweise der Blick verändert. Denn sie hatten auf sehr eigene Weise Neues zu sagen. Die steigende Beliebtheit der Musik von CPE und JC

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Mozart – Complete Wind Music

Mozart – Complete Wind Music

Große Besetzungen und einfache Duos, bedeutende Kompositionen und kleine Gelegenheitsarbeiten, Bekanntes und Rares. Diese kleine Box mit sieben CDs bietet eine Fülle von Perspektiven auf all das, was «Harmoniemusik» sein kann. Von der Gran Partita mit einer Spielzeit von knapp 50 Minuten über «normale» Divertimenti bis hin zu Fragmenten mit nur wenigen Takten Umfang. Doch was heißt schon «normal», denkt man etwa an die Serenade c-Moll KV 388 mit ihrem dramatisch-dunklen Tonfall und einem kontrapunktisch als Kanon durchgearbeiteten Menuett. Die Gesamtsicht zeigt aber auch, wie sehr Mozart das Bassetthorn mit

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Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Um das Jahr 1800 war Harmoniemusik einfach «in». Wer sich als Adeliger keine geordnete Hofkapelle leisten konnte, der griff gerne auf ein Bläseroktett (oft mit einem verstärkenden Kontrabass) zurück. Aber auch der höhere Adel schätzte den unterhaltsamen Tonfall, der sich sofort bei Outdoor-Events oder auch bei Tisch gut machte. Im Haydn-Haus Eisenstadt ist dazu ein originaler, handwerklich gut gearbeiteter, klappbarer(!) Notenständer «per tutti» zu besichtigen. Mich selbst fasziniert die Besetzung mit paarweisen Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten schon Jahrzehnten – doch nicht durch Mozarts Werke, sondern durch Joseph Haydns durchgehend

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Calcutta – 1789

Calcutta – 1789

Selbst auf alte Schlagertexte kann man sich nicht mehr verlassen. Kalkutta heißt schon lange nicht mehr so (sondern seit 25 Jahren Kolkata), und am Ganges hat die Metropole im Osten Indiens nie gelegen. Was sich aber hinter dem Motto des Albums verbirgt, das ist am Ende weitaus faszinierender als viele der eingespielten Stücke und Werke. Denn das einstige Zentrum der Britischen Ostindien-Kompanie zog nicht nur Waren und Händler an, sondern entwickelte im 18. Jahrhundert auch ein respektables Musikleben. Zentrale Figur war dabei William Hamilton Bird (genaue Lebensdaten unbekannt), der nach

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Mozart Momentum 1786

Mozart Momentum 1786

Sofort fühle ich mich beim Titel dieses Albums an den legendären Bestseller Mozarts letztes Jahr von H. C. Robbins Landon erinnert. Zwar sind es bis zum Ableben Mozarts im Jahr 1791 noch gut fünf Jahre, und doch hat eine solche kalendarische Eingrenzung eine gewisse Zugkraft. Dass eine Saison oder Spielzeit damals wie heute freilich immer über den Jahreswechsel hinausragt, wird dabei zugunsten der vermeintlichen Klarheit und Griffigkeit schlichtweg ignoriert – oder geopfert. Und so finden sich im Jahrgang 1786 das am 2. März abgeschlossene Klavierkonzert A-Dur KV 488 neben dem

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Mozart – Grétry – 1773

Mozart – Grétry – 1773

Das Orkester Nord unter der Leitung von Martin Wahlberg macht aus den mit bewundernswerter Präzision und Raffinesse eingespielten Werken ein Weltendrama – ganz so, wie man es dieser Tagen auch selbst wahrnehmen kann. Der Fokus liegt freilich auf dem Jahr 1773, das politisch eher ruhig war, musikalisch aber aufbrauste. So bei Wolfgang Amadeus Mozart und seiner frühen Sinfonie g-Moll KV 183 und bei André-Ernest-Modeste Grétry (1741–1813) in dessen am 30. Dezember in Versailles uraufgeführten Ballettoper Céphale et Procris ou l’Amour conjugal. Trotz ihrer griffigen Harmonik und dynamischen Wechsel wird man

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Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Bereits 2017 in den Handel gekommen (und aktuell noch immer verfügbar), mutet diese 67 CDs umfassende Box der (nahezu vollständigen) frühen Einspielungen wie ein ungeschliffenes Juwel an. Auch wenn sich viele der Alben bereits in dieser oder jener Form im Regal befinden, denn mit der wegweisenden Übernahme der traditionsreichen Columbia Records durch die Sony im Jahr 1988 begann auch eine heute anhaltende vielfältige Auswertung des Back-Katalogs, ist diese Zusammenstellung dann doch einmalig. Anlass für die opulente Veröffentlichung war das 50-jährige Jubiläum der ersten Produktion eines Werkes unter der Leitung von

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Wolfgang Amadeus Mozart – Le Concert de la Loge

Wolfgang Amadeus Mozart – Le Concert de la Loge

Seit einigen Jahren schon überrascht das Ensemble Le Concert de la Loge immer wieder mit aufregenden Einspielungen. Beim Label Aparté waren es noch Alben mit wahren Raritäten (etwa mit heraustagender Musik von Rague, Reicha und Rigel). Seit dem Wechsel zu Alpha ist es grosso modo bloß noch Repertoire. Dazu zählen auch die drei Alben, die als kleine Serie unter dem beiläufigen Titel «simply Mozart» firmieren: Wenn jeweils nur Musik des Salzburger Genies aufgenommen wird, bleibt auch kaum etwas anderes übrig. Den Angelpunkt bilden die letzten drei Sinfonien KV 543, 550

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Mozart – Ensemble Resonanz

Mozart – Ensemble Resonanz

Eine sinfonische Woche steht bevor – und doch beginnt sie mit einer Folge von Arien. Grund dafür ist ein interessantes Konzeptalbum mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, das mit 4+3 Arien bzw. Szenen die Haffner-Sinfonie umrahmt. In dieser Weise habe ich das noch nie auf dem «Plattenteller» gehabt, denn entweder unterbrechen eher Ouvertüren und dergleichen mehr eine solche dramatische Zusammenstellung – oder wenige Vokalstücke stehen zwischen sinfonischen Kompositionen. Das Hamburger Ensemble Resonanz, das sich schon länger einen vorderen Platz erspielt hat, trumpft unter der Leitung von Riccardo Minasi jedenfalls mit

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