23. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
de Saint-Georges – Quartette

de Saint-Georges – Quartette

Er war zweifellos eine illustre Persönlichkeit, bei der die Musik nur einen Aspekt unter vielen darstellte – wenn auch für eine gewisse Zeit den bedeutendsten. Geboren auf Haiti, erhielt Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799) in Paris zunächst erstklassigen Unterricht im Fechten und Reiten, dann auch auf der Violine und im Komponieren. 1773 folgte er Gossec in der Leitung der Concerts des Amateurs; nach deren Auflösung leitete er ab 1783 die Concert de la Loge Olympique. Während der Revolution hielt er sich in England auf, wo er seinen Lebensunterhalt durch

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Mysliveček – Keyboard Works

Mysliveček – Keyboard Works

Manchmal fügen sich die Dinge einfach zusammen. Warum also nicht mit der Hörbar-Folge #177 in die 1770er Jahre eintauchen und dabei eine Zeit des Übergangs beleuchten? Denn diese Zeit ist vielfach aufregender als die Musik manch eines «barocken» Meisters oder der periodisch regulierten «Wiener Klassik». Mit dem Übergang sind meist Komponisten verbunden, deren Namen noch am Ende des 20. Jahrhunderts als «Kleinmeister» bezeichnet wurden. Inzwischen hat sich glücklicherweise der Blick verändert. Denn sie hatten auf sehr eigene Weise Neues zu sagen. Die steigende Beliebtheit der Musik von CPE und JC

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Mozart – Complete Wind Music

Mozart – Complete Wind Music

Große Besetzungen und einfache Duos, bedeutende Kompositionen und kleine Gelegenheitsarbeiten, Bekanntes und Rares. Diese kleine Box mit sieben CDs bietet eine Fülle von Perspektiven auf all das, was «Harmoniemusik» sein kann. Von der Gran Partita mit einer Spielzeit von knapp 50 Minuten über «normale» Divertimenti bis hin zu Fragmenten mit nur wenigen Takten Umfang. Doch was heißt schon «normal», denkt man etwa an die Serenade c-Moll KV 388 mit ihrem dramatisch-dunklen Tonfall und einem kontrapunktisch als Kanon durchgearbeiteten Menuett. Die Gesamtsicht zeigt aber auch, wie sehr Mozart das Bassetthorn mit

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Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Edition Hofkapelle – Harmoniemusik

Um das Jahr 1800 war Harmoniemusik einfach «in». Wer sich als Adeliger keine geordnete Hofkapelle leisten konnte, der griff gerne auf ein Bläseroktett (oft mit einem verstärkenden Kontrabass) zurück. Aber auch der höhere Adel schätzte den unterhaltsamen Tonfall, der sich sofort bei Outdoor-Events oder auch bei Tisch gut machte. Im Haydn-Haus Eisenstadt ist dazu ein originaler, handwerklich gut gearbeiteter, klappbarer(!) Notenständer «per tutti» zu besichtigen. Mich selbst fasziniert die Besetzung mit paarweisen Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten schon Jahrzehnten – doch nicht durch Mozarts Werke, sondern durch Joseph Haydns durchgehend

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Calcutta – 1789

Calcutta – 1789

Selbst auf alte Schlagertexte kann man sich nicht mehr verlassen. Kalkutta heißt schon lange nicht mehr so (sondern seit 25 Jahren Kolkata), und am Ganges hat die Metropole im Osten Indiens nie gelegen. Was sich aber hinter dem Motto des Albums verbirgt, das ist am Ende weitaus faszinierender als viele der eingespielten Stücke und Werke. Denn das einstige Zentrum der Britischen Ostindien-Kompanie zog nicht nur Waren und Händler an, sondern entwickelte im 18. Jahrhundert auch ein respektables Musikleben. Zentrale Figur war dabei William Hamilton Bird (genaue Lebensdaten unbekannt), der nach

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Mozart Momentum 1786

Mozart Momentum 1786

Sofort fühle ich mich beim Titel dieses Albums an den legendären Bestseller Mozarts letztes Jahr von H. C. Robbins Landon erinnert. Zwar sind es bis zum Ableben Mozarts im Jahr 1791 noch gut fünf Jahre, und doch hat eine solche kalendarische Eingrenzung eine gewisse Zugkraft. Dass eine Saison oder Spielzeit damals wie heute freilich immer über den Jahreswechsel hinausragt, wird dabei zugunsten der vermeintlichen Klarheit und Griffigkeit schlichtweg ignoriert – oder geopfert. Und so finden sich im Jahrgang 1786 das am 2. März abgeschlossene Klavierkonzert A-Dur KV 488 neben dem

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Mozart – Grétry – 1773

Mozart – Grétry – 1773

Das Orkester Nord unter der Leitung von Martin Wahlberg macht aus den mit bewundernswerter Präzision und Raffinesse eingespielten Werken ein Weltendrama – ganz so, wie man es dieser Tagen auch selbst wahrnehmen kann. Der Fokus liegt freilich auf dem Jahr 1773, das politisch eher ruhig war, musikalisch aber aufbrauste. So bei Wolfgang Amadeus Mozart und seiner frühen Sinfonie g-Moll KV 183 und bei André-Ernest-Modeste Grétry (1741–1813) in dessen am 30. Dezember in Versailles uraufgeführten Ballettoper Céphale et Procris ou l’Amour conjugal. Trotz ihrer griffigen Harmonik und dynamischen Wechsel wird man

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Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Bereits 2017 in den Handel gekommen (und aktuell noch immer verfügbar), mutet diese 67 CDs umfassende Box der (nahezu vollständigen) frühen Einspielungen wie ein ungeschliffenes Juwel an. Auch wenn sich viele der Alben bereits in dieser oder jener Form im Regal befinden, denn mit der wegweisenden Übernahme der traditionsreichen Columbia Records durch die Sony im Jahr 1988 begann auch eine heute anhaltende vielfältige Auswertung des Back-Katalogs, ist diese Zusammenstellung dann doch einmalig. Anlass für die opulente Veröffentlichung war das 50-jährige Jubiläum der ersten Produktion eines Werkes unter der Leitung von

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Wolfgang Amadeus Mozart – Le Concert de la Loge

Wolfgang Amadeus Mozart – Le Concert de la Loge

Seit einigen Jahren schon überrascht das Ensemble Le Concert de la Loge immer wieder mit aufregenden Einspielungen. Beim Label Aparté waren es noch Alben mit wahren Raritäten (etwa mit heraustagender Musik von Rague, Reicha und Rigel). Seit dem Wechsel zu Alpha ist es grosso modo bloß noch Repertoire. Dazu zählen auch die drei Alben, die als kleine Serie unter dem beiläufigen Titel «simply Mozart» firmieren: Wenn jeweils nur Musik des Salzburger Genies aufgenommen wird, bleibt auch kaum etwas anderes übrig. Den Angelpunkt bilden die letzten drei Sinfonien KV 543, 550

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Mozart – Ensemble Resonanz

Mozart – Ensemble Resonanz

Eine sinfonische Woche steht bevor – und doch beginnt sie mit einer Folge von Arien. Grund dafür ist ein interessantes Konzeptalbum mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, das mit 4+3 Arien bzw. Szenen die Haffner-Sinfonie umrahmt. In dieser Weise habe ich das noch nie auf dem «Plattenteller» gehabt, denn entweder unterbrechen eher Ouvertüren und dergleichen mehr eine solche dramatische Zusammenstellung – oder wenige Vokalstücke stehen zwischen sinfonischen Kompositionen. Das Hamburger Ensemble Resonanz, das sich schon länger einen vorderen Platz erspielt hat, trumpft unter der Leitung von Riccardo Minasi jedenfalls mit

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Michael Spyres

Michael Spyres

Alben, bei denen eine einzige Stimme im Vordergrund steht, gab es schon immer. Und sie waren und sind mir weiterhin suspekt. Man könnte fast von einer tönenden Bewerbungsmappe sprechen, die sich an Veranstalter, Agenturen und all jene Liebhaber:innen richtet, die sich auf einzelne Sänger:innen und deren stimmliche Entwicklung fokussieren. Was gesungen wird, ist dabei oft genug egal, solange überhaupt gesungen wird. Umso ansprechender ist dieses Album von Michael Spyres. Es lässt sich zwar auch so einordnen, aber es widmet sich eben auch einem bestimmten Stimmfach. Aufgenommen wurden nicht bloß Tenor-Arien

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Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

Warum noch eine Einspielung von Beethoven-Sinfonien? Diese Frage mag sich stellen, wer dieses Doppelalbum in den Händen hält, das zugleich den Auftakt zu einer Gesamtaufnahme darstellt. Bei Beethoven ist natürlich nie das letzte Wort gesprochen, obwohl vermutlich jeder seine Lieblingsinterpretationen im Regal oder auf der Playlist stehen hat. Zugleich haben sich neu formierte Orchester und junge Dirigent:innen gerade an diesen Werken zu messen, um sich zu beweisen und an diesen Partituren zu wachsen. Hier ist es das 2021 gegründete Orchestre Consuelo unter der Leitung von Victor Julien-Laferrière, das sich aus

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