16. Oktober 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Joachim Schweppe

Joachim Schweppe

Ein Komponist vollkommen unter dem Radar. Denn wer kennt schon Joachim Schweppe (1926–1999)? In Kiel geboren, in Hamburg aufgewachsen. Schon vor dem WK2 hatte er sich der Musik verschrieben, danach mit einem Studium. In Hamburg gehörte zur weithin unbekannten Gruppe «Steinhagenhaus», es folgte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker und das sichere «Abtauchen» im allsonntäglichen Gemeindedienst in Wandsbek, als die gleichaltrige Avantgarde an den Grundfesten der Musik rüttelte. Umso bemerkenswerter ist die Neuentdeckung seines Schaffens (der Begriff «Wiederentdeckung» verbietet sich). Und es stellt sich die Frage, wie ein so profunder Komponist in

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Collection Schumann

Collection Schumann

Ein doppeltes Schumann-Album in einer Reihe der «diversen» Namen? Tatsächlich ist das durchaus gerechtfertigt, blickt man auf die hier eingespielten Werke. Abgesehen von den Fantasiestücken op. 73 und den Stücken für Klaviertrio op. 88 handelt es sich durchweg um nahezu unbekannte Werke, die hier in einem in sich geschlossenen Kontext erklingen. Fantasiestücke, Märchenbilder und Märchenerzählungen, Romanzen und Stücke im Volkston – sie bilden in Schumanns fortgeschrittenen Jahren eine kleine Folge von Charakterstücken mit einem meist gedecktem Tonfall. Dazu trägt auch die jeweilige Besetzung bei mit Klarinette (op. 73), Oboe (op.

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Johann Christian Schickhardt

Johann Christian Schickhardt

Schütz, Schein, Scheidt – Schubert, Schumann, Schönberg. Große Namen, die mit einem «Sch» beginnen, gab es in jeder Epoche. Es sind aber oftmals die so genannten «kleinen Meister», die mit ihren Werken die Musikgeschichte farbig gestalten – wie auch «große Meister» mit so manch unbekannter Komposition etwas Wunderbares neben dem breiten Weg schufen. Dass die Unbekannten gleichwohl Herausragendes schufen, zeigen bereits die sechs Sonaten für zwei Blockflöten, Oboe und Basso continuo von Johann Christian Schickhardt (1680-1762). Den Freuden der alten Editions-Reihe Hortus Musicus dürfte der Name noch sehr geläufig sein.

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Berlin! Berlin! Berlin!

Berlin! Berlin! Berlin!

Ein Album, das auf den ersten und zweiten Blick verstört. Denn wo man hierzulande um jede Stimme kämpft (es sind ja eigentlich sogar die Menschen selbst, die man vor größerem Unglück bewahren möchte), wird mit dem Cover in Gestaltung, Farbe und Schrift an eine reichlich dunkle Zeit erinnert. Und ja: Viele der hier eingespielten Schlager von einst stehen (wie der Untertitel es sagt) für ein Leben zwischen Kabarett und Exil – aber eben auch für das Glück jener, die flohen und überlebten. Dramaturgisch ist es eine Art Niemandsland (bestenfalls) –

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Paul Lincke – Berliner Luft

Paul Lincke – Berliner Luft

Diese Musik blickt weit zurück in eine Zeit, die scheinbar noch «in Ordnung» war – dabei war es mit der «Ordnung» schon damals in Berlin so eine Sache. Politisch wie auch gesellschaftlich war vor wie hinter den Kulissen nichts ausgewogen. Wohl aber war es um die Wende zum 20. Jahrhundert dem Adel, dem Großbürgertum und dem Offizierskorps noch möglich, sich bestens zu amüsieren: im Konzert, in der Oper, vor allem aber in der Operette. Dass sie es waren, die den Takt angaben, belegt auch Paul Lincke selbst in seinen Erinnerungen

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CPE Bach – Berlin Symphonies

CPE Bach – Berlin Symphonies

Berlin oder Potsdam – Potsdam oder Berlin. Bei den bis 1767 entstandenen Sinfonien von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) dürfte diese Frage ehrlicherweise keine große Rolle spielen. Denn die Sinfonien entstanden für oder für das Umfeld des preußischen Hofes von Friedrich II. – und Bach ging damit weit über die an ihn gestellten Anforderungen eines «Kammercembalisten» hinaus. Doch mehr noch als auf seine Anstellung und die damit verbundene Funktion bezogen setzte CPE mit den Sinfonien formale wie ästhetische Meilensteine für die weitere Entwicklung der Gattung. Er wurde damit zu einem

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Berlin Stories – Trio Gaspard

Berlin Stories – Trio Gaspard

Der heiße Sommer, in dem man eher im Grünen nach Abkühlung suchte (wie auch die vorausgehende Folge #193 der Hörbar), neigt sich gerade mit großen Schritten dem Ende zu. Da rücken mit Beginn der musikalischen Saison auch wieder die Metropolen in den Fokus – aktuell wie auch sonst dieser Tage: Berlin. Drei Opern und zwei Konzerthäuser und ein Kammermusiksaal sowie zahlreiche weitere Orte, die oft genug in Konkurrenz zueinander stehen, statt sich ausgewogen zu koordinieren. Früher gab es noch mehr Musik und vor allem musikalische Berichterstattung. Die aber ist rar

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Carl Friedrich Abel – Gambensonaten

Carl Friedrich Abel – Gambensonaten

Dem feinsinnigen 18. Jahrhundert entstammen viele Landschaftsbilder, bei denen kleine Szenen im Vordergrund das angenehme Leben zeigen, während Stadt, Arbeit und Stress oft nur im Hintergrund erscheinen. Diesen Aufbau wählte auch Thomas Gainsborough (1727–1788) für sein Gemälde Wooded Landscape with a Peasant Resting. Ein Wanderer hat es sich unter den teilweise schon spätsommerlich eingefärbten Bäumen bequem gemacht. Sein Blick geht leicht verträumt – oder auch nur müde – in die Kronen. Unter ihm liegen satt stehende Felder und eine kleine Stadt, deren bedeutender Kirchturm als leuchtende Landmarke dient. Am Himmel

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Beauté Barbare – François Lazarevitch

Beauté Barbare – François Lazarevitch

Manche gemalten Bilder kommen einem Foto gleich (und das nicht erst seit dem Fotorealismus), manche Fotos wirken dagegen wie gemalt. So auch bei diesem Cover, das eine Aufnahme von Yevgen Timashov aus den Karpaten zeigt. Solitär ragt eine Birke aus einem unberührten Mischwald heraus. Dessen tiefes, schwarzgrünes Dunkel stellt eine fast bedrohliche Kulisse dar, wie sie Goethe viel weiter westlich in seiner Harzreise beschrieb. Die Sonnenstrahlen lassen den hellen Stamm signalartig klar hervortreten, die Baumkrone erstrahlt in den goldenen Farben der aufgehenden Sonne. Ein Bild aus dem ukrainischen Teil der

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Carlo Tessarini – Concerti & Sinfonie

Carlo Tessarini – Concerti & Sinfonie

Gemälde aus dem 18. Jahrhundert wecken schnell eine Italien-Sehnsucht. Dabei sollte man sich jedoch bewusst machen, dass es sich bei den schönen Landschaften aus dem Süden zumeist um idealisierte Bilder handelt, die zwar nach Skizzen, jedoch sehr frei zusammengefügt und interpretiert wurden. Ein Beispiel ist die Landschaft mit Brücke und Blick auf den Monte Sarchio aus dem Jahr 1792, die von dem aus Prenzlau (Nordbrandenburg) stammenden Jacob Philipp Hackert (1737–1807) gemalt wurde. Über ihn publizierte Goethe 1811 eine Biografie (zuvor hatte er Hackert zur Übersendung eigener Erinnerungen aufgefordert). Auch hier

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Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Das Cover ist eine Sommerpoesie aus dem Baltikum. Das Gemälde stammt von dem lettischen Maler Aleksandrs Romans (1878–1911), der für seine förmliche Ausbildung allerdings die Akademie in St. Petersburg besuchen musste. Nach einigen freischaffenden Jahren kehrte er 1910 in seine Heimatstadt Jelgava (Mitau) zurück. Dort leitete er eine Kunstschule für junge Mädchen und verstarb mit einem im Vergleich nur überschaubaren Œuvre viel zu früh. Aus dem Jahr 1910 stammt auch das Bild Ainava ar jātnieku (Landschaft mit Reiter), das heute im Lettischen Nationalen Kunstmuseum (Riga) zu sehen ist. Man muss

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Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Sommerfrei! Das dachte sich auch der Dresdner Maler Carl Gustav Carus (1789–1869), als er im Jahre 1819 nach einem Hinweis von Caspar David Friedrich die Insel Rügen besuchte und seine Eindrücke unter dem Titel Eine Rügenreise im Jahre 1819 auch literarisch festhielt. Hier entstanden einige Gemälde und Skizzen – darunter auch jene knorrige Eiche, die er auf der im Schatten von Rügen noch immer verträumt liegenden Insel Vilm fand. Obwohl er zwischenzeitlich auch die Schweiz und Italien bis Neapel bereiste, fand er zu einem einzigartigen Baum im grauen Winter 1834/35

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