18. Juli 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Johann Joachim Quantz – Frank Theuns

Johann Joachim Quantz – Frank Theuns

Nachtrag. Ja, es handelt sich um eine Einspielung aus dem Jahre 2011, die bereits vor längerer Zeit das Licht der Welt erblickte – nun aber glücklicherweise wieder aufgelegt wurde. Und man bemerkt an der Produktion, wie rasch die Zeit vergangen ist. Denn Frank Theuns, der viel zu selten als Solist in Erscheinung getreten ist, feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag und hat sich offenbar aus dem Musik-Bizz zurückgezogen (seine eigene Homepage ist jedenfalls nicht mehr erreichbar). Die Wiederveröffentlichung fügt sich allerdings wunderbar ein in eine Reihe von Einspielungen, die vor etwa

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
Weiterlesen
Nature Romantique – Juliette Hurel

Nature Romantique – Juliette Hurel

Das Album wartet mit keiner Überraschung auf, sondern versammelt jene drei Werke, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn die Stichworte «Flöte» und «Romantik» fallen. Dabei war die Flöte beliebt und hat einen weitaus größeren Bestand an guten Werken aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfügbar. Neu ist lediglich, dass Trio, Sonate und Variationen in das engere Konzept einer wie auch immer zu definierenden Naturromantik gestellt werden. Die allerdings würde ich eher bei Kompositionen sehen und vermuten, die keine etablierte Gattung mit ausgeprägter eigener, vor allem formal determinierter

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
Weiterlesen
Frank Martin – Daniele Ruggieri

Frank Martin – Daniele Ruggieri

Wer sich ernsthaft mit der Musik der vielsprachigen Schweiz beschäftigt, kommt an Frank Martin (1890–1974) nicht vorbei. Und das, obwohl sich seine Werke in Europa und darüber hinaus nie wirklich durchgesetzt haben. So blieb er ein ewiger «Geheimtipp» und auch seine Schüler fanden sich nie in der ersten Reihe (wobei diese «Reihe» einmal zu revidieren wäre). Welche Weite sein Repertoire indes hat, zeigt dieses bei Brilliant Classics erschienene Album. Die Werke mit vokalem Anteil wurden bereits 2010 und 2014 mitgeschnitten, die rein instrumentalen Sätze aber erst 2023 eingespielt. Im Gegensatz

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
Weiterlesen
Werbung
Adalbert Gyrowetz – Ardinghello Ensemble

Adalbert Gyrowetz – Ardinghello Ensemble

Wo sonst als bei cpo wird man ein derartiges Album finden? Mag der klassische Markt auch seit vielen Jahren in der Krise stecken – aus Georgsmarienhütte erreichen einen Monat für Monat Sensationen oder wenigstens kleinere Überraschungen. Dazu gehören auch die drei Flötenquartette von Adalbert Gyrowetz (1763–1850), die 1799 in Offenbach bei André erschienen sind und nun vom Ardinghello Ensemble um Karl Kaiser auf Originalinstrumenten eingespielt wurden. Es ist der warme Klang, der sich wundervoll mit den anderen Instrumenten vermischt, der für diese im Kern recht unspektakuläre Musik einsteht. Wer Gyrowetz

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
Weiterlesen
Romantic Flute – Anne Pustlauk

Romantic Flute – Anne Pustlauk

Fast kann man den Eindruck gewinnen, dass seit der aufführungspraktischen Revolution in den 1970er Jahren sich mit jeder Dekade auch das Repertoire um mindestens zehn Jahre erweitert hat – alsofortschreitend in der Musikgeschichte. Zunächst waren es Beethoven und Berlioz. Inzwischen sind wir längst bei Strawinskys Sacre angekommen, der mit Instrumenten von 1913 tatsächlich einen ganz anderen Klang und eine spektakuläre Robustheit zeigt. Hier reiht sich auch dieses Album ein, auf dem Anne Pustlauk mit ihrer Traversflöte drei Werke des 19. Jahrhunderts in ganz anderen Farben leuchten lässt. Denn wo die

This entry is part 1 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
Weiterlesen
Jacob Mühlrad – Swedish Radio Choir

Jacob Mühlrad – Swedish Radio Choir

Ein faszinierendes Album – sowohl was die Kompositionen als auch die interpretatorische Realisation angeht. Denn der Schwedische Rundfunkchor zählt nicht erst seit Eric Ericson zu den weltweit «besten» Vokalensembles – marktschreierische Kategorien, die ich aus Überzeugung großräumig meide, die aber in diesem Fall vollauf gerechtfertigt, wenn nicht sogar notwendig sind. Denn wie hier die fließenden Klänge von Jacob Mühlrad (*1991) umgesetzt werden, ist schlichtweg sensationell. Ein homogener Klang, der den ewigen Fluss der Stimmen durch die Zeit rinnen lässt, und eine Intonation, die schlichtweg punktgenau «sitzt». Anders als übrigens die

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
Weiterlesen
Rautavaara & Aho

Rautavaara & Aho

Ein rundum fantastisches Album mit einer ganzen Reihe von Entdeckungen für das Chor-Repertoire. Das beginnt schon im ersten Track mit Die erste Elegie (1993) von Einojuhani Rautavaara (1928–2016) – ein überaus ausdrucksstarkes Werk, das in seiner Faktur ein wenig an Mendelssohn-Psalmvertonungen erinnert. Ohnehin zählt Rautavaara für mich zu einem der ganz großen (nicht nur finnischen) Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der leider noch immer den Status «Geheimtipp» besitzt. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicherlich auch in seinem ganz eigenen Weg begründet. Trotz einer ganzen Reihe verschiedener technisch-stilistischer

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
Weiterlesen
John Cage – Choral Works

John Cage – Choral Works

James Pritchett stellt in seinem knapp gefassten , aber dennoch einen guten Einstieg vermittelnden Booklet-Essay gleich zu Beginn die entscheidende Frage: Gehen «Cage» und »Chormusik» überhaupt zusammen? Pritchett denkt dabei vor allem von Cages Unwohlsein gegenüber Traditionen und seine späte Entscheidung, überhaupt etwas für Chor zu schreiben. Sicherlich eine naheliegende Perspektive, und doch eröffnet gerade dieses vorzügliche Album mit dem lettischen Rundfunkchor noch eine andere Sichtweise. Das betrifft zunächst die Hymns and Variations (1979) für zwölf Stimmen. Ausgangspunkt sind zwei alte Hymnen aus dem New-England Psalm-Singer von 1770, aus deren

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
Weiterlesen
Svend S. Schultz – Efterklange

Svend S. Schultz – Efterklange

Nicht nur in Schweden und im Baltikum besteht eine ausgewiesene Chorkultur. Gleiches gilt für Dänemark – und man ist geradezu verblüfft über die hohe Professionalität kleiner und großer «Laienchöre». Mit dazu beigetragen haben auch die von Svend S. Schultz (1913–1998) gesetzten Impulse. Seit 1949 war er für drei Jahrzehnte als Dirigent fest mit dem Radiochor verbunden, setzte neue Maßstäbe hinsichtlich Klang und Artikulation und schuf eine ganze Reihe eigener Chorkompositionen sowie Bearbeitungen dänischer Lieder, für die er bekannt wurde (von seinen zahlreichen Instrumentalwerken sind hingegen nur wenige im Druck erschienen

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
Weiterlesen
Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Nicht erst seit dem legendären Eric Ericson gibt es in Skandinavien und im Baltikum eine exzellente Chorkultur. Und doch war Ericson fraglos der Promotor eines spezifisch reinen und klaren Klangs; die enge Zusammenarbeit mit György Ligeti im Zusammenhang bei der Einstudierung des Requiem (1963) in Stockholm setzte zudem neue Maßstäbe. Seither hat sich die Chormusik verändert – sie ist vor allem sphärischer geworden. So auch bei der vor allem in der «Szene» bekannten, aus Lettland stammenden Komponistin Santa Ratniece (*1977), die Klänge zwischen Körper und Seele entfaltet – dabei aber

This entry is part 1 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
Weiterlesen
Animato Quartet

Animato Quartet

Streichquartettformationen gleichen guten Weinen. Sie benötigen für höchste Qualität nicht nur einen guten Ausbau, sondern auch genügend Ruhe zur Reife. Denn während zahlreiche Stars und Sternchen am leuchtenden Klavierhimmel eher einem jungen Sauser ähneln und im Hör-Teleskop rasch verglühen, ist wohl jedem Ensemble bewusst, welch steinigen Weg es bei der Gründung unweigerlich vor sich hat. Da müssen die vier musikalischen Individuen zugunsten eines gemeinsamen Klangs zurücktreten, und doch ist das Quartett ohne die technische Fertigkeit jedes Einzelnen nichts. Oft gehen so viele Jahre ins Land, bis man sich einzelnen Werken

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
Weiterlesen