17. August 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Carl Friedrich Abel – Gambensonaten

Carl Friedrich Abel – Gambensonaten

Dem feinsinnigen 18. Jahrhundert entstammen viele Landschaftsbilder, bei denen kleine Szenen im Vordergrund das angenehme Leben zeigen, während Stadt, Arbeit und Stress oft nur im Hintergrund erscheinen. Diesen Aufbau wählte auch Thomas Gainsborough (1727–1788) für sein Gemälde Wooded Landscape with a Peasant Resting. Ein Wanderer hat es sich unter den teilweise schon spätsommerlich eingefärbten Bäumen bequem gemacht. Sein Blick geht leicht verträumt – oder auch nur müde – in die Kronen. Unter ihm liegen satt stehende Felder und eine kleine Stadt, deren bedeutender Kirchturm als leuchtende Landmarke dient. Am Himmel

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Beauté Barbare – François Lazarevitch

Beauté Barbare – François Lazarevitch

Manche gemalten Bilder kommen einem Foto gleich (und das nicht erst seit dem Fotorealismus), manche Fotos wirken dagegen wie gemalt. So auch bei diesem Cover, das eine Aufnahme von Yevgen Timashov aus den Karpaten zeigt. Solitär ragt eine Birke aus einem unberührten Mischwald heraus. Dessen tiefes, schwarzgrünes Dunkel stellt eine fast bedrohliche Kulisse dar, wie sie Goethe viel weiter westlich in seiner Harzreise beschrieb. Die Sonnenstrahlen lassen den hellen Stamm signalartig klar hervortreten, die Baumkrone erstrahlt in den goldenen Farben der aufgehenden Sonne. Ein Bild aus dem ukrainischen Teil der

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Carlo Tessarini – Concerti & Sinfonie

Carlo Tessarini – Concerti & Sinfonie

Gemälde aus dem 18. Jahrhundert wecken schnell eine Italien-Sehnsucht. Dabei sollte man sich jedoch bewusst machen, dass es sich bei den schönen Landschaften aus dem Süden zumeist um idealisierte Bilder handelt, die zwar nach Skizzen, jedoch sehr frei zusammengefügt und interpretiert wurden. Ein Beispiel ist die Landschaft mit Brücke und Blick auf den Monte Sarchio aus dem Jahr 1792, die von dem aus Prenzlau (Nordbrandenburg) stammenden Jacob Philipp Hackert (1737–1807) gemalt wurde. Über ihn publizierte Goethe 1811 eine Biografie (zuvor hatte er Hackert zur Übersendung eigener Erinnerungen aufgefordert). Auch hier

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Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Tālivaldis Ķeniņš – Sinfonien

Das Cover ist eine Sommerpoesie aus dem Baltikum. Das Gemälde stammt von dem lettischen Maler Aleksandrs Romans (1878–1911), der für seine förmliche Ausbildung allerdings die Akademie in St. Petersburg besuchen musste. Nach einigen freischaffenden Jahren kehrte er 1910 in seine Heimatstadt Jelgava (Mitau) zurück. Dort leitete er eine Kunstschule für junge Mädchen und verstarb mit einem im Vergleich nur überschaubaren Œuvre viel zu früh. Aus dem Jahr 1910 stammt auch das Bild Ainava ar jātnieku (Landschaft mit Reiter), das heute im Lettischen Nationalen Kunstmuseum (Riga) zu sehen ist. Man muss

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Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Bernhard Romberg – Raphael Wallfisch

Sommerfrei! Das dachte sich auch der Dresdner Maler Carl Gustav Carus (1789–1869), als er im Jahre 1819 nach einem Hinweis von Caspar David Friedrich die Insel Rügen besuchte und seine Eindrücke unter dem Titel Eine Rügenreise im Jahre 1819 auch literarisch festhielt. Hier entstanden einige Gemälde und Skizzen – darunter auch jene knorrige Eiche, die er auf der im Schatten von Rügen noch immer verträumt liegenden Insel Vilm fand. Obwohl er zwischenzeitlich auch die Schweiz und Italien bis Neapel bereiste, fand er zu einem einzigartigen Baum im grauen Winter 1834/35

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Klaus Ospald – musica viva

Klaus Ospald – musica viva

Kann es eine engagierte »zeitgenössische« Musik geben, die sich lediglich reflexiv mit der Vergangenheit auseinandersetzt? Oder anders: Warum wird in vielen Institutionen lediglich über ein inhaltliches und ästhetisches Denken befunden, das sich «bequem» mit Aspekten der unbequemen Vergangenheit auseinandersetzt, nicht aber mit den aktuell drängenden Erfordernissen der Gegenwart? Ist es die Scheu, Position beziehen zu müssen? Die Sorge um künftige Missverständnisse? Die Angst, nicht auf der «richtigen» Seite gestanden zu haben? Da erscheint der Bezug auf dunkle Phasen der Vergangenheit fast ungefährlicher. Oder nochmals anders: Können und wollen wir uns

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Liza Lim – Annunciation Triptych

Liza Lim – Annunciation Triptych

Es gab eine Zeit, in der «zeitgenössische» Musik kaum «Strecke« machen konnte. Es waren die vielen Determinanten für klangliche Einzelereignisse, die einem ausgearbeiteten längeren Verlauf im Wege standen. Denn große Formverläufe waren (und sie sind es wohl noch immer) mit einer wie auch immer gestalteten harmonischen Dramaturgie verbunden, oft gepaart mit melodischen Gestalten, zumindest aber mit hörbar motivischer «Arbeit» am Material. Und genauso wenig wie die einstige «Avantgarde» dies kaum leisten konnte, so versagt auch das moderne «Easy Listening»: Aus dem meditativen «Nichts» wird ohne wirkliches schöpferisches Vermögen kaum «Etwas»

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Marko Nikodijevic

Marko Nikodijevic

Er gehört zu den spannendsten Stimmen unter den Zeitgenossen. Und sie ist trotz exponierter Förderungen und eines intensiven kompositorischen Ausdrucks nur schwer auszumachen. Denn sucht man nach Informationen über Marko Nikodijevic (*1980), so greift man selbst im «allwissenden» Internet zwar nicht ins Leere, wohl aber in einen Nebel – wenn selbst beim Verlag die biographischen Notizen 2013/14 enden. Ähnlich ist es im Booklet dieser Produktion aus dem «Podium Gegenwart» des Deutschen Musikrats, wo viel über frühere Kompositionen sinniert wird (die aber nicht eingespielt wurden) und nach den umfassenden Werkbeschreibungen (und

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Enno Poppe – Fleisch / Prozession

Enno Poppe – Fleisch / Prozession

Dass «zeitgenössische» Musik immer auch zurückschaut, aufgreift und weiterdenkt, sollte jedem klar und verständlich sein. Selbst dort, wo dies nicht explizit geschieht, ist es eher als eine Reaktion auf «etwas» zu erklären (wie etwa der Serialismus der Nachkriegszeit). Bach setzte sich mit dem «stile antico» auseinander, Mozart wiederum mit den Fugen Bachs, Max Reger mit beiden. Die Musik und ihre Geschichte lebt geradezu von diesen Bezügen und aktuellen kreativen Anverwandlungen. Auch bei Enno Poppe (*1969) lässt sich diese aufdrängende Konstruktion zwanglos weiterdenken: Seine Komposition Fleisch (2017) knüpft mit der Satzfolge

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Kenneth Fuchs – Orchestral Works

Kenneth Fuchs – Orchestral Works

Wohl selten einmal war die Beschreibung «zeitgenössisch» mit einer so großen Vielfalt verbunden wie heute. Noch vor einigen Jahrzehnten bedeutete «zeitgenössisch» schlicht «avantgardistisch». Doch die Reihen haben sich gelichtet, eindeutige Richtungen sind nicht mehr auszumachen. Das Verbindende ist nur noch die einem Werktitel nachfolgende Jahreszahl, die auf die Entstehung der Partitur verweist, wo die Opuszählung nahezu vollständig verschwunden ist. Sie half einst bei der Differenzierung von Kompositionen im Gattungskontext (Sinfonien, Sonaten, Quartette, Trios, Lieder…). Wo diese Ordnungen aber nicht mehr vorhanden sind, ziehen individuelle Titel ein – wie auch bei

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Johann Joachim Quantz – Frank Theuns

Johann Joachim Quantz – Frank Theuns

Nachtrag. Ja, es handelt sich um eine Einspielung aus dem Jahre 2011, die bereits vor längerer Zeit das Licht der Welt erblickte – nun aber glücklicherweise wieder aufgelegt wurde. Und man bemerkt an der Produktion, wie rasch die Zeit vergangen ist. Denn Frank Theuns, der viel zu selten als Solist in Erscheinung getreten ist, feierte kürzlich seinen 70. Geburtstag und hat sich offenbar aus dem Musik-Bizz zurückgezogen (seine eigene Homepage ist jedenfalls nicht mehr erreichbar). Die Wiederveröffentlichung fügt sich allerdings wunderbar ein in eine Reihe von Einspielungen, die vor etwa

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #191 – Flöte
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