16. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Svend S. Schultz – Efterklange

Svend S. Schultz – Efterklange
Svend S. Schultz – Efterklange
Nicht nur in Schweden und im Baltikum besteht eine ausgewiesene Chorkultur. Gleiches gilt für Dänemark – und man ist geradezu verblüfft über die hohe Professionalität kleiner und großer «Laienchöre». Mit dazu beigetragen haben auch die von Svend S. Schultz (1913–1998) gesetzten Impulse. Seit 1949 war er für drei Jahrzehnte als Dirigent fest mit dem Radiochor verbunden, setzte neue Maßstäbe hinsichtlich Klang und Artikulation und schuf eine ganze Reihe eigener Chorkompositionen sowie Bearbeitungen dänischer Lieder, für die er bekannt wurde (von seinen zahlreichen Instrumentalwerken sind hingegen nur wenige im Druck erschienen und harren noch der Entdeckung).

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Die hier versammelten Kompositionen sind gewissermaßen traditionell – und stammen doch unüberhörbar aus dem 20. Jahrhundert. Vor allem hört man in jedem Takt, dass die Werke wirklich aus der Erfahrung mit Stimmen für Stimmen geschrieben wurden. Wäre da nicht die sprachliche Hürde (allen Gesängen liegen dänische Dichtungen zugrunde), so wären einzelne Sätze sicherlich in Europa und weit darüber hinaus verbreitet, denn die Faktur und der Charakter sind ausgesprochen dankbar im Zusammenklang und Ausdruck. Dass die Kompositionen vom Akademischen Chor Aarhus auf hochem Niveau und mit spürbarem Esprit eingesungen wurden, spricht für die umfassende Qualität des Ensemble (der Name des Chores greift übrigens die ältere Schreibweise der zweitgrößten dänischen Stadt auf).

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Svend S. Schultz – Efterklange
Sämtliche Werke für gemischten Chor Vol. 1
Aftensalme (1989); Forårsdag i februar (1989); Skovvise (1942); Andagt i Dyrehaven (1987); Dansk vijr (1990); Usandsynlig moral (1942); Tre madrigaler (1943); Efterklange (1993)
Akademisk Kor Ã…rhus, Jonas Rasmussen

danachord DACO 951 (2024)

HörBar #190 – Chor und Chormusik

Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Autor

  • Michael Kube

    Dr. Michael Kube, geb. 1968 in Kiel, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte sowie Europäische Ethnologie/Volkskunde. Promotion mit einer Arbeit über Hindemiths frühe Streichquartette (1996), Habilitation mit Studien zu einer Kulturgeschichte des Klaviertrios (2016). Seit 1998 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neuen Schubert-Ausgabe (Tübingen), seit 2002 zudem Mitglied der Editionleitung. Er ist seit 2007 Kuratoriumsmitglied (und seit 2013 Vorsitzender) der Stiftung Kulturfonds der VG Musikedition.

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