Yorgo Sicilianos

Yorgo Sicilianos

An dieser Produktion zeigt sich einmal mehr, dass Komponisten nicht immer die besten Führsprecher ihres Œuvres sind. Zwar bezieht man sich gerne auf auktoriale Äußerungen (wie auch im Booklet dieser Produktion), doch bleibt auch nicht minder oft die Frage nach dem Abstand, der Selbstreflexion und der hermeneutischen Deutung. Yorgos Sicilianos (1920–2005), einer der wichtigsten Vertreter der griechischen Musik des 20. Jahrhunderts, macht da keine Ausnahme. Seine Kommentare zu den hier eingespielten Werken sind seltsam rudimentär oder in der Formulierung geradezu pastos – und bleiben vieles schuldig. Der Produktion ist das

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Elsa Barraine

Elsa Barraine

Es wird wohl vielen Musikliebhaber:innen gehen wie mir. Da glaubt man, vieles zu kennen oder zumindest schon einmal irgendwo gesehen zu haben. Und dann gibt es die verblüffenden «Oh?-Momente» wie diesen. Denn von Elsa Barraine (1910–1999) hat man im deutschsprachigen Raum wohl kaum etwas – oder: eigentlich rein gar nichts gehört. Dabei war sie, überfliegt man nur den Rahmen ihrer Biographie eine schillernde Persönlichkeit – sowohl als Komponistin als auch institutionell. Sie studierte unter anderem bei Paul Dukas, gewann zweimal den Prix de Rome (1929 mit einer Kantate, 1947 mit

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Mathilde Kralik von Meyrswalden

Mathilde Kralik von Meyrswalden

Mehr als 100 Jahre sind vergangen, seit Mathilde Kralik von Meyrswalden (1857–1944) ihre großformatige Sinfonie vollendet hat. Und weitere fünf Jahre sind seit der Uraufführung am 18. September 2021 im Brucknerhaus Linz ins Land gezogen, bis nun endlich ein Mitschnitt erscheint. War es auf der einen Seite das nahezu komplette Vergessen der Komponistin und ihres bis dahin ungedruckten Werkes, so hätte die Aufnahme auf der anderen Seite durchaus auch früher einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Denn das von Silvia Spinnato geleitete Female Symphonic Orchestra Austria (FSOA) muss sich

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Symphonies in 3 Movements

Symphonies in 3 Movements

Das Konzept dieses Albums erinnert deutlich daran, dass in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Einführung eines vierten Satzes fortan (und für mehr als einhundert Jahre) nahezu verbindlich für die Sinfonie wurde – wobei es sich bei dem vierten Satz um das an dritter Stelle stehende Menuett bzw. Scherzo handelt. Seine Einführung veränderte die gesamte Dramaturgie der aus der Opern-Ouvertüre italienischer Art abgeleiteten Werkgestalt. Dass später im 20. Jahrhundert noch ganz andere Konzepte entstanden (bis hin zur monumentalen Einsätzigkeit), muss nicht extra erwähnt werden – wohl aber die gelegentliche

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Mel Bonis – Orchesterwerke

Mel Bonis – Orchesterwerke

Werke für Klavier und Kammermusik. Wieder einmal waren es die «kleinen Formen» (Charakterstücke), eine Violinsonate und ein Klavierquartett, die bis jetzt ein durchaus (falsches) Bild von der französischen Komponistin Mel Bonis (1858–1937) zeichneten. Erst mit diesem Album (natürlich eine cpo-Produktion) treten auch sinfonische Klänge ans Licht – obwohl es sich «nur» um Instrumentationen eigener Werke handelt (die bei denen mit vokalem Anteil). Und dennoch: Diese Musik muss sich weiß Gott nicht hinter den Zeitgenossen aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg verstecken! Vielmehr erweist sich Mel Bonis als eine Komponistin

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