Modern Horn Trios

Modern Horn Trios

Mit dem Adjektiv «modern» ist das so eine Sache. Nicht nur, dass sich moderne Moden irgendwann wiederholen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man von heute aus ein weiter zurückliegendes «Modern» definiert. Denn letztlich ist dies allein eine Frage der ästhetischen Haltung des jeweiligen Rezipienten. Und da wirkt dann der Titel dieses Albums doch etwas seltsam und verunglückt. Sind Charles Koechlin und Hermann Schroeder (1904–1984) mit ihren Horntrios aus den Jahren 1920 und 1967 wirklch so «modern» wie Hans Abrahamsen, John Cage oder György Ligeti, deren Partituren trotz weitgehender zeitlicher

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #187 – Horn & Hörner
Helmut Lachenmann – My Melodies

Helmut Lachenmann – My Melodies

Melodien von Helmut Lachenmann? Keine Sorge! Hier findet keine radikal-revolutionäre Abkehr von einer über Jahrzehnte entwickelten, ganz eigenen Ästhetik statt, sondern eine Vertiefung. Natürlich sind keine «Melodien» im allgemein verkürzten Verständnis zu hören, wohl aber Klänge und Klangzustände, die das Ausgangsmaterial reflektieren. Im Zentrum dieser großen und weiträumigen Partitur mit einer Spielzeit von knapp 45 Minuten stehen acht Hörner – nicht konzertant im traditionellen Sinn, sondern oft genug als Atemgeber wie in den letzten Takten. Der Weg reicht dabei vom mächtigen Unisono über eine «wilde» Kadenz bis hin zu geräuschhaften

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Cor Basse – Teunis van der Zwart

Cor Basse – Teunis van der Zwart

Ein Album mit einem regelrechten «Wow-Effekt». Schon seit langem bin ich ein Freund historischer Blasinstrumente, zumal wenn es um die adäquate Realisation dereinst zeitgenössischer Musik geht. Vor allem die Holzbläser lassen in diesem Sinne immer wieder aufhorchen und zeigen, dass bestimmte Werke mit heutigen «modernen» Instrumenten irgendwie «falsch» klingen, auf jeden Fall aber ihren inneren Drive und die klangliche Vielfalt der Obertöne verloren haben. So auch beim Horn – nur dass mir lange Zeit der erhebliche Unterschied zwischen offenen und gestopften Tönen merkwürdig drastisch erschien und mehr Fragen als Antworten

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Horn Trios

Horn Trios

Eigentlich könnte die kleine Gruppe der Trios für Violine, Horn und Klavier zur Gattung «Klaviertrio» gezählt werden – wenn da nicht die Besetzung selbst und die damit verbundene spezifische Faktur wären. Denn das Horn drängt sich, ohne dass es durchgehend führen würde, klanglich als markanter Gegenpart in den Vordergrund, verlangt aber als Instrument mittlerer Lage eine Behandlung, die eben kein Violoncello substituiert. Der Bass verbleibt damit in der Regel in der linken Hand am Klavier. Kein Wunder also, dass dieses Album nicht das erste und einzige ist, das die Bezeichnung

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Horn Legacy – Hervé Joulain

Horn Legacy – Hervé Joulain

Da tönt es aus dem Wald heraus. Kein anderes Instrument steht in der europäischen Kulturgeschichte näher an der Natur, als das Horn. Gleich ob als schmetterndes Post- oder Waldhorn oder als modernes, vollchromatisches Ventilhorn: Die aus edlem Blech gewickelte Schnecke erfordert einen extrem sicheren Ansatz und viel Gefühl bei der Ausgestaltung der Linien. Ein halbes Jahrhundert schwelte der Streit um den ganz eigenen Klang des (gestopften) Naturhorns und seiner mechanisierten Variante bis hin zu Brahms’ melancholischem Trio. Heute wird diese bautechnische Differenz sogar als kompositorischer Aspekt wieder aufgegriffen… Etwas einfacher

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