Beschenkt – Ensembles Modern

Beschenkt – Ensembles Modern

Ein Album, dass zum Philosophieren anregt – gleich mit den ersten Sätzen im Booklet: «Schenken ist eine heikle Angelegenheit. Was schenke ich wem zu welchem Anlass? Werden die Beschenkten meine Wahl verstehen? Gefallen daran finden? Ist der Wert angemessen oder überzogen? Bringt meine Gabe die Beschenkten in Verlegenheit? In Zugzwang? Besitzen Sie den geschenkten Gegenstand etwa schon und mögen es nicht zugeben? Ist die Freude echt? Oder eine Pflichtübung? Soll ich durchblicken lassen, dass ich das Spiel durchschaue? Oder einfach mitspielen?» (Michael Rebhahn). Rasch ist man dabei, die selbst gemachten

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Mark Andre

Mark Andre

Ruhe, Stille. Die Musik von Mark Andre (*1964) bewegt sich oftmals an den Grenzen des Hörbaren – und sie bewegt sich damit in einem dynamischen Spektrum, das in der breiten Öffentlichkeit (auch im Gespräch und in der engagierten Diskussion) schon nicht mehr wahrgenommen wird. Gerade dieser andere Pol der Kommunikation, ihr konzeptioneller Gegensatz zu allem Plakativen und Lauten, verleiht ihr eine brennende Aktualität. Noch immer – muss man leider sagen, denn die auf diesem Album dokumentierten Live-Mitschnitte der Uraufführungen stammen alle aus den Jahren 2017/18. Zwei der eingespielten Kompositionen tragen

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Shortcuts – Antonio Ballista

Shortcuts – Antonio Ballista

Ein Doppelalbum, das durch drei Jahrhunderte der Musikgeschichte geht und dabei eine ganze Menge an Kleinigkeiten «abräumt». Die erste Hälfte der insgesamt 50 Stücke wurde aus dem 18. und 19. Jahrhundert gewonnen, die übrigen stammen aus dem 20., wenn nicht gar 21. Jahrhundert (die genauen Entstehungsdaten der Miniaturen werden nicht mitgeteilt). Warum aber eine solche Produktion? Früher wurden mit derartigen Stückchen noch auf den Klassik-Sendern des öffentlichen Rundfunks die übrig gebliebenen Sendeminuten vor den Nachrichten gefüllt… Wie kaum anders zu erwarten spielt sich Antonio Ballista ordentlich durch die Minuten, ohne

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Liao Lin-Ni – Bagatelles

Liao Lin-Ni – Bagatelles

Poesie des Lichts, des Raumes und der Worte. Irgendwo zwischen Stille und Er-eignis, zwischen Punkt und Gleißen, Helligkeit und Schatten. Die Musik der aus Taiwan stammenden und in Paris lebenden Komponistin Liao Lin-Ni (*1977) lädt zu solchen Assoziationen ein – wobei ihre Werke selbst wiederum Reflexionen auf Texte der visionären amerikanischen Lyrikerin Emily Dickinson (1830–1866) sind. So wie dort mit offenen Formulierungen die Gedanken in Freiheit entlassen werden, so lassen sich auch die Bagatellen von Liao Lin-Ni ins Offene weiterdenken. Es handelt sich um kleine Serien von Bagatellen, nummeriert mit

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Hugues Borsarello – Miniatures

Hugues Borsarello – Miniatures

Der Titel des Albums täuscht ein wenig über die Werkauswahl hinweg. Denn statt «Miniatures» hätte es besser «Anchores» heißen sollen. Beide Begriffe schließen sich ja keineswegs aus – nur einmal habe ich bisher im Konzertsaal eine Zugabe von einer Viertelstunde gehört (aber das war auch unter sehr speziellen und alle bewegenden Umständen). Eine Miniatur solle jedoch mehr konzentrierter sein, zur Konzentration anregen und vielleicht auch etwas kondensieren, ähnlich wie in einer Consormé. Hier indes sind nahezu all jene Stücke versammelt, die man früher vielleicht einmal hier und da hörte –

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