5. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

open music Ensemble & Guests – Residual Light

open music Ensemble & Guests – Residual Light
open music Ensemble & Guests – Residual Light

Eine rein digitale Veröffentlichung mit 24 Tracks ganz unterschiedlicher Art, das sich als «experimentelles musikalisches Klang und Ton-Forschungslabor» versteht und in Stuttgart beziehungsweise dem Stuttgarter Raum beheimatet ist. Seit «nunmehr zwei Jahrzehnten bewegt sich der Verein open music im spannungsreichen Feld zwischen improvisierter und komponierter Musik. … Im Zentrum von open music steht die Improvisation – nicht als zufälliges Spiel, sondern als bewusst gewählter Ausgangspunkt für künstlerische Prozesse. Improvisation ist hier keine reine Ausdrucksform, sondern eine Haltung: offen, experimentierfreudig, dialogisch. Musikerinnen und Musiker begegnen sich auf Augenhöhe, loten gemeinsam Klangräume aus, reagieren aufeinander und entwickeln in Echtzeit musikalische Ideen. Dabei entstehen Werke, die nicht nur den Moment feiern, sondern oft auch über diesen hinaus weiterwirken – sei es in Form von Aufnahmen, Notationen oder performativen Installationen.»

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So weit die Theorie. Die Praxis löst das vollkommen ein, denn «irgendwas kann jeder», wie der Track 22 betitelt ist. Ich hatte beim Durchhören des gesamten Konvoluts viel Freude und Genuss an der Vielfalt der Ideen und ihrer jeweiligen Umsetzung durch das open music Ensemble und seine Gäste. Etwas davon herauszuheben, fällt einem schwer, denn all diese Klangergebnisse sind durch ihre Einzigartigkeit im Feld von Komposition, Interpretation und Improvisation gekennzeichnet. Da hat das Rumpeln seine eigene Logik wie in «the long ascent» oder die synthie-sequenzen in «ritournelle», die wie aus den 80er-Jahren in die Jetztzeit angeschossen kommen. Oder die chaotisch-glückliche «drift study» als Track 2. Oder Track 9 «third room» der wie Musik in einem Abklingbecken dahereiert, im teils im Stil einer Passacaglia. So vieles ist hier so luftig gedacht, so wenig personalistisch und egozentrisch, was in heutiger Zeit selten zu finden ist, wo laufend die persönliche Inszenierung zum zentralen ästhetischen Kommunikationselement wird. Das ist sympathisch und darf gern Schule machen.

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Und so weiter und so weiter. Es gibt keinen einzigen «Ausfall»! Eine Entdeckung!


open music Ensemble & Guests – Residual Light [2026]

open music Ensemble:

  • Michael Kiedaisch (Vibraphon, Schlagzeug)
  • Roderik Vanderstraeten (Continuum, Terra Soma, Elektronik, Noise Boxes)
  • Céline Papion (Cello)
  • Felix Borel (Geige)
  • Felix Behringer (Klarinetten)

Guests:

  • Olivia Steimel (Akkordeon)
  • Alexander Rybak (DIY Modular, Laptop)
  • Frank Wörner (Stimme, Gesang)
  • Jan Wegmann (Modular Synth)
  • Oliver Prechtl (Klavier, Rhodes, Elektronik, Laptop)
  • Katja Uffelmann (Sprache)
  • Jug Marković (Klavier)
  • Jörg Koch (Elektronik, Ipad)
  • Jochen Keil (Elektronik)
  • Andrew Digby (Posaune)
  • Laima Priedite (Modular Synth)
  • Klangregie, Aufnahme und Mischung: Roderik Vanderstraeten

open music LAB 2025: Teil 1 (VÖ: 29.04.2026 – Download & Stream)

Autor

  • Martin Hufner. Foto: Kurt Hufner

    Martin Hufner ist Musikjournalist, Musikwissenschaftler, Blogger. Er betreut nebenbei die Online-Redaktion der neuen musikzeitung.

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hoerbar_nmz

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