9. August 2022 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Helge Lien Trio: Revisited

Helge Lien Trio: Revisited
Helge Lien Trio: Revisited

Das norwegische Trio um Helge Lien hat sich wieder selbst besucht. Auf dieser Hybrid-Aufnahmen-CD entwickeln die drei Musiker ein hochsensibles, kammermusikalisches Poem in neun Versen. Hybrid meint hier, dass auf der CD Live- und Studioaufnahmen getrennt vereint sind. Würde man es hören, wenn man es nicht wüsste? Und würde man hören, ob es dabei die knistrig Live-Atmosphäre ist, die zur phantastischen Präzision führt, oder umgekehrt die intime Einsamkeit es ist, die im Studio meistens noch solipsistischere Bewegungen gestattet?

Könnte einem eigentlich egal sein, aber auch nicht ganz. Denn am Ende durchwirkt die Musik eine Art Hymnus auf schärfste Einsamkeit. Wie exakt kann man eigentlich improvisieren, so als wollte man mit spitzem Bleistift in einer Weise ein Bildnis skizzieren, das dabei verschwindet (Track: Spiral Circle Revisited).

Aber das Trio spannt sein Spektrum natürlich weiter auf, mal wird auch schon der Ball ordentlich getrieben wie in „Gamut Warning Revisited“ oder „Jasmine Revisited“. Aber das musikalisch konservativ-konspirative Klangfällerhemd, das bleibt an.


Helge Lien Trio: Revisited

  • Helge Lien (p)
  • Knut Aalefjær (dr)
  • Johannes Eick (b)

Ozella Music OZ101CD

https://open.spotify.com/album/2YrkkjesHFyXvlWDi9ODLh?si=OYG04C-JS0WuGiJsaO0U2Q

 

 

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