7. August 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Marko Nikodijevic

Marko Nikodijevic

Er gehört zu den spannendsten Stimmen unter den Zeitgenossen. Und sie ist trotz exponierter Förderungen und eines intensiven kompositorischen Ausdrucks nur schwer auszumachen. Denn sucht man nach Informationen über Marko Nikodijevic (*1980), so greift man selbst im «allwissenden» Internet zwar nicht ins Leere, wohl aber in einen Nebel – wenn selbst beim Verlag die biographischen Notizen 2013/14 enden. Ähnlich ist es im Booklet dieser Produktion aus dem «Podium Gegenwart» des Deutschen Musikrats, wo viel über frühere Kompositionen sinniert wird (die aber nicht eingespielt wurden) und nach den umfassenden Werkbeschreibungen (und

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Enno Poppe – Fleisch / Prozession

Enno Poppe – Fleisch / Prozession

Dass «zeitgenössische» Musik immer auch zurückschaut, aufgreift und weiterdenkt, sollte jedem klar und verständlich sein. Selbst dort, wo dies nicht explizit geschieht, ist es eher als eine Reaktion auf «etwas» zu erklären (wie etwa der Serialismus der Nachkriegszeit). Bach setzte sich mit dem «stile antico» auseinander, Mozart wiederum mit den Fugen Bachs, Max Reger mit beiden. Die Musik und ihre Geschichte lebt geradezu von diesen Bezügen und aktuellen kreativen Anverwandlungen. Auch bei Enno Poppe (*1969) lässt sich diese aufdrängende Konstruktion zwanglos weiterdenken: Seine Komposition Fleisch (2017) knüpft mit der Satzfolge

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Leonie Klein / Isanie Percussion Duo

Leonie Klein / Isanie Percussion Duo

Mitunter sind Bezeichnungen musikalischer Besetzungen recht verwirrend oder gar missverständlich. Schon im ausgehenden 18. Jahrhundert bezeichnet ein «Quartett» vier Sänger:innen, das Quatuor aber ein Streichquartett. Noch heute wird üblicherweise zwischen einem Duett (Vokalstimmen, oft mit instrumentaler Begleitung) und einem instrumentalen Duo unterschieden. Gezählt werden die Stimmen bzw. die Instrumentalisten und ihre Instrumente. Bei einem zeitgenössischen Schlagwerk-Duo wird es etwas komplexer, denn zwei Musiker:innen haben in der Regel viele unterschiedliche Instrumente um sich herum gruppiert, die mitunter auch simultan gespielt werden. Unweigerlich drängen sich diese Gedanken auf, verfolgt man das Album

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Poppe & Heiniger / Tonband

Poppe & Heiniger / Tonband

Eine abenteuerliche Reise durch die Welt perkussiver und elektronischer Klänge. Was in Teilen wie eine Art historisches Bilderbuch aus den fernen Zeiten der Pioniere anmutet, ist im Kern eine bis ins Detail kalkulierte Reduktion der verwendeten Hard- und Software. Das gilt vor allem für die von Enno Poppe (*1969) und Wolfgang Heiniger (*1964) gemeinsam konzipierte Komposition Tonband, die in ihrer Umsetzung nichts mit den Tonbändern von einst zu tun hat: Schlagwerk und durch Live-Elektronik erzeugte Sounds werden gekoppelt, was eine gewisse klangliche Heterophonie evoziert. Bei Feld von Enno Poppe treten

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Enjott Schneider / wood & metal

Enjott Schneider / wood & metal

Enjott Schneider (*1950) ist ein überaus produktiver Komponist, der mit seinen Werken zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen von zeitgenössischer Musik sein können – die sich nicht durch diesen oder jenen Stil definiert, sondern vor allem durch die Entstehung in der Gegenwart. Zwei Konzerte sind als ein Werkpaar auf diesem Album vereint: Secret of Trees, ein Konzert für zahlreiche auf Holz basierende Instrumente, und Machine Worlds, ein Konzert, das mit Metallschrott und anderen metallischen Instrumenten hantiert. Einen Hintergrund dazu eröffnet Schneider in seinem kleinen Essay – ohne sich, abgesehen von einigen

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Xilin Wang

Xilin Wang

Noch immer ist die aus China stammende «klassische Musik» weitgehend eine terra incognita. Nur ganz wenige Einzelwerke sind allein dem Namen nach präsent (wie etwa das Violinkonzert Butterfly Lovers von Gang Chen), bei Komponisten-Persönlichkeiten wird es wohl noch schwieriger. Vielleicht liegt es an den Kulturen oder Repertoire-Traditionen, sicherlich auch am fehlenden Mut zum Programm-Experiment. Da helfen dann zunächst einmal Einspielungen wie die vorliegende mit der Sinfonie Nr. 3 von Xilin Wang (*1936). Noch nie gehört? So ging es mir auch. Doch je länger die Musik sich entfaltete, je öfter ich

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Marcus Weiss / Contemporary Concertos

Marcus Weiss / Contemporary Concertos

Marcus Weiss ist nicht nur ein hervorragender Virtuose auf dem Saxophon, sondern auch ein Vermittler neuer Musik. Den ausdrucksstarken und nicht allein technisch adäquaten Interpretationen stehen richtige wie auch griffige Formulierungen zur Seite, wenn Weiss (wie im Booklet-Interview) über seine Instrumente (Stimmlagen!) und das Repertoire spricht. Dort lernt man dann auch das Wort der «Saxofonkonzertlosigkeit» kennen – geboren aus dem ernüchternden Sachverhalt, aber auch aus dem Umstand, dass viele Kompositionen nach ihrer Uraufführung vollständig von der Bildfläche verschwinden. Umso wichtiger ist dieses Album mit insgesamt vier konzertanten Werken aus den

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #088 – Saxophon
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