17. Juni 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Sebastian Gahler – Two Moons [2022]

Sebastian Gahler – Two Moons

«Dass der japanische Weltschriftsteller Haruki Murakami Jazz liebt, ist bekannt. Sebastian Gahlers neues Album beweist, dass auch das Gegenteil gilt: Jazz liebt Murakami.» So liest man es im Waschzettel zur Platte. Da kann man wenig gegen sagen. Aber auch nur wenig dafür. Ob es hier der Fall, da sind bescheidene Zweifel doch gestattet. Wüsste man nichts vom Zusammenhang, liefe diese elfteilige CD wie eine gute, aber auch irgendwie ohne große Aufregung erzeugende Platte durch. Dafür gibt es sicher aber auch keine bessere Erklärung als diejenige, dass der Rezensent letzten Endes

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Muthspiel – Diary 1989-2022

Muthspiel – Diary 1989-2022

Beim Tagebuch handelt es sich hier um «Selected Recordings» des Geburtstagskinds Christian Muthspiel auf zwei CDs mit Aufnahmen aus den letzten 33 Jahren, die der Posaunist, Pianist, Komponist und Bandleader hier zusammenstellen durfte. Was für eine dufte Sache das doch gworden ist. Ich kann und will dazu gar nicht viel Worte verlieren. Es ist ein so irres Panoptikum von Stilen, Techniken und Mixen, das von Musik der europäischen Tradition (Dowland), über traditionelle Musik (Jodler) bis hin zu den Weltmusiken Jazz, Blues und Soul reicht und auch Exponate seiner aktuellen Doppel-CD

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Sebastian Sternal – Thelonia

Sebastian Sternal – Thelonia

Bei manchen dauert es etwas länger: Pianisten und Pianistinnen machen fast immer irgendwann eine Aufnahme, die sie ganz allein am Piano zeigen. Enorm ist daher die Dichte der Aufnahmen und Konzerte, die fast wie Sand am Meer sich nicht mehr zählen lassen. Sebastian Sternal hat die Ungunst der Stunde, beziehungsweise der Corona- Einschränkungen in 2020 genutzt, sich auch dieser Aufgabe zu stellen. «Der ersten Aufregung über Corona im März folgte die Phase, in der alle ruhig zuhause blieben. So ging es mir natürlich auch. Ohne Konzerte und Außentermine änderte sich

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Muthspiel & Orjazztra Vienna ­Homecoming

Muthspiel & Orjazztra Vienna – ­Homecoming

Christian Muthspiel feiert(e) in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Das zelebriert sein Label gebührend mit zwei Doppel-CDs. Die eine davon (Diary 1989–2022, Selected Recordings) versammelt älteres Material, das zu einem Puzzle sich eines Künster:innenlebens zusammenfügt. Die andere CD «Homecoming» besteht aus insgesamt 12 Tracks, die im März 2021 aufgenommen worden sind. Laut Waschzettel habe sich Muthspiel damit «den Traum eines eigenen Jazzorchesters, den er seit seinem Weggang vom Vienna Art Orchestra im Jahr 2004 hatte» erfüllt. Die an gleicher Stelle angeführte Behauptung, dass Großbesetzungen im Jazz rar geworden seien, kann

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Hornung Trio – Strukturen

Hornung Trio – Strukturen

STRUKTUREN! Heissa. Jetzt gehts aber los, jetzt schlägts gleich 13. Dabei, wenn man sich mal in die Zeiten der 40er bis 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückbegibt, war nicht nur die Neue Musik durchzogen mit derlei Termini, sondern tatsächlich auch der Jazz. Aber «Strukturen» 2022? Da weiß man, was man hat, da weiß man, was man bekommt. Wirklich. Ja. Nein! Liest man sich durch den Waschzettel zu dieser CD, fallen Namen wie Olivier Messiaen, Nikolai Roslavetz, Paul Bley, Alexander Skrjabin, J Dilla, Frederic Chopin und Franz Liszt. Zack, der Rahmen

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