21. April 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Regards de femmes / Marie-Catherine Girod

Regards de femmes / Marie-Catherine Girod

Etwas provokant stellt Vincent Agrech gleich zu Beginn seines Essays im Booklet dieser Produktion die wahrlich heikle Frage: „Ist denn die Hälfte der Menschheit immer noch vergessen?“ Freilich weiß er auch zu differenzieren, denn es verhinderten über Jahrhunderte großteils die Umstände, dass Frauen Federhalter und Notenpapier in die Hand nahmen. Charakteristischerweise stammen viele der frühen Ausnahmen aus aristokratischen oder zumindest großbürgerlichen Familien – sie hatten am „besseren Rand“ der fest gefügten gesellschaftlichen Ordnung das Glück, sich künstlerische Unabhängigkeit im Privaten leisten zu können. Erst später stellte sich die Frage nach

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Heinzen & Mead: „Les Six“

Heinzen & Mead: „Les Six“

Musik von Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc, Germaine Tailleferre und Nr. 7: Erik Satie. Ein Blick in die Vergangenheit und eine wunderschöne Wiederaufnahme des 1920 entstandenen Gemeinschaftswerks „L’Album des Six“ zu dem jeder der sechs Komponist:nnen Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Francis Poulenc und Germaine Tailleferre jeweils ein Klavierwerk beisteuerten. Die beiden Musiker:innen erweiterten das Programm indem sie kleine Liederzylen der Komponist:innen hinzufügten, die zeitlich das Datum 1920 allerdings brechen. Zusätzlich ergänzen sie die „6“ mit der Einfügung von Werken Erik Saties

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Les Six & Satie – Pascal & Ami Rogé

Les Six & Satie – Pascal & Ami Rogé

So farbig wie das Cover, so bunt sind auch die hier versammelten Sätze der an­gekündigten sieben Komponisten. Beginnend vom L’Album des Six über höchst unterschiedliche Werke der eigenwilligen Franzosen reicht der Bogen bis hin zu Saties skandalträchtiger Parade. Mit Ausnahme von Milhauds erst viel später entstandenem, aber wohl unverzichtbaren Scaramouche op. 165b (1937) sind es vor allem die Stücke op. 7 (1916/18) von Louis Durey, die das Interesse auf sich ziehen. Der Flügel ist extrem trocken eingefangen – sicherlich zum Vorteil vieler dieser Miniaturen. Allerdings wirken dadurch auch die Höhen

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