15. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Pierre Boulez. The Complete Columbia Album Collection

Bereits 2017 in den Handel gekommen (und aktuell noch immer verfügbar), mutet diese 67 CDs umfassende Box der (nahezu vollständigen) frühen Einspielungen wie ein ungeschliffenes Juwel an. Auch wenn sich viele der Alben bereits in dieser oder jener Form im Regal befinden, denn mit der wegweisenden Übernahme der traditionsreichen Columbia Records durch die Sony im Jahr 1988 begann auch eine heute anhaltende vielfältige Auswertung des Back-Katalogs, ist diese Zusammenstellung dann doch einmalig. Anlass für die opulente Veröffentlichung war das 50-jährige Jubiläum der ersten Produktion eines Werkes unter der Leitung von

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Art'Ventus Quintet – Swiss Treasures

Art’Ventus Quintet – Swiss Treasures

Der Werkbestand ist weder vergleichbar noch in seiner Breite exzeptionell – und wird dennoch unter Kennern das Bläserquintett als dem Streichquartett vergleichbar angesehen. Dabei unterscheidet es sich zwar durch seine traditionelle Besetzung mit Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott hinsichtlich seiner klanglichen Homogenität, doch hat die Besetzung dank der Werke von Franz Danzi und Anton Reicha eine vergleichbare geschichtliche Perspektive. Das zeigt auch dieses Album mit Werken aus dem Schweizer Schatzkästlein, die wie auch anderswo durch einzelne Kompositionen und ihre Besetzung zusammengehalten werden. Hier nun sind es mehrsätzige Werke von

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Jérémie Conus – Swiss Piano Music

Jérémie Conus – Swiss Piano Music

Klaviermusik von zwei Komponisten, die man dem Namen nach kennt, deren Werke (ganz allgemein) hierzulande aber kaum einmal auf der Bühne oder dem Podium anzutreffen sind. Die Gründe dafür sind vielfältig, auf jeden Fall aber in einer mangelnden Aufführungstradition, fehlender Kenntnis und ausbleibendem Mut zu suchen. Dabei haben Arthur Honegger (1892–1955) und Frank Martin (1890–1974) auf jeweils ganz eigene Weise Wichtiges geschaffen – ihre Klaviermusik blieb in der Rezeption freilich im Schatten. Hier setzt der junge Pianist Jérémie Conus mit diesem Album an. Und er überzeugt in mehrfacher Hinsicht. Da

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20th Century Foxtrots – Switzerland

20th Century Foxtrots – Switzerland

Mit der fünften Folge seiner Foxtrott-Anthologie begibt sich Gottlieb Wallisch in die Schweiz. Ob nun Berg oder Tal, Zürich, Genf oder Bern: Angesichts dieser fantastischen Auswahl völlig unbekannter Stücke darf man sich erstaunt die Augen reiben. Was dann aber doch bei genauerem Studium der Track-Liste auffällt, sind die vergleichsweise «späten» Daten der Werke. Denn während es zu Beginn der 1920er Jahre mit dem Foxtrott in Berlin glühte, musste dieses Tanzfieber offenbar am Fuße der Alpen erst abgeklärt werden. So jedenfalls der Eindruck – auch bei dem, was auf diesem Album

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David Schiff – Eugene Symphony

David Schiff – Eugene Symphony

Wenn ich an musikalische Reflexionen des Sports in der Musik denke, dann sind es doch eher Sportarten wie etwa Tennis oder Rudby. Selten oder gar nie wurden bisher einzelne Personen oder gar Sportler in Klangporträts verewigt. Das hat sich mit der Komposition Prefontaine von David Schiff (* 1945) geändert. Das Werk erinnert an den US-amerikanischen Leichtathleten Steve Roland Prefontaine (1951–1975), der ein großes Rennen auf dem vierten Platz verlor und zu früh bei einem Autounfall in Eugene (Oregon) verstarb. In Auftrag gegeben hat die Partitur die Eugene Symphony im Vorfeld

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Choralis Constantinus 1508

Choralis Constantinus 1508

Reichstage waren seit dem Mittelalter wichtige politische Zusammenkünfte, die an immer wieder anderen Orten durchgeführt wurden. Eingeladen wurde vom Kaiser – und natürlich musste es auch festlich zugehen. Musik spielte dabei eine tragende Rolle, so wie zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Konstanz. Das rein nominelle Problem der vorliegenden, im Titel auf «1508» festgelegten Pro-duktion: Einberufen wurde der Reichstag 1507, dem Domkapitel legte Heinrich Isaac aber seine Motetten erst am 29. November 1509 vor. Gedruckt wurden sie 1550/55 in den drei Bänden der Choralis Constantinus, die meisten Werke aus Konstanz

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Simeon ten Holt – Jeroen van Veen

Simeon ten Holt – Jeroen van Veen

Ein Projekt, das sich nahtlos in die Diskographie von Jeroen van Veen einfügt. Denn der Niederländer hat sich als Pianist ganz (wenn auch nicht ausschließlich) der minimalistischen und repetitiven Musik verschrieben. Und er spielt die Werke mit einer Poesie, die wiederum selbst als prägend bezeichnet werden muss. Selten agitativ, sondern für gewöhnlich in einem weichen, warmen Wattebad nimmt er sich gerne auch Zeit für enzyklopädische Einspielungen – immer unterstützt vom Label Brilliant Classics. Eine feine Symbiose, die offenbar vieles erst möglich macht. So wie diese Box mit 20 CDs und

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Philip Glass – Tana Quartet

Philip Glass – Tana Quartet

Es bleibt erstaunlich, wie Philip Glass sich und seine Patterns immer wieder neu erfindet. Die innere Kraft einer noch lange nicht erschöpften Tonalität steht ihm dabei zur Seite – so auch in den Streichquartetten Nr. 8 (2018) und Nr. 9 (2021). Zwei Werke, die sich dann aber doch recht unterschiedlich mit der Gattung auseinandersetzen. Der dem Album beigegebene, äußerst knappe Kommentar, die Nr. 8 sei «Schubertian in nature», ist freilich missverständlich. Man kann ihn auf die Länge(n) und Sequenzen beziehen, oder auch mehr auf die Faktur und den Wechsel der

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