
Ja, man hört sehr schnell hinein in diese Musik, dreht darin hörend ein paar Runden, lässt sich kurz einfangen und schleicht sich dann wieder heraus. Die 11 Solostücke dieses Albums spielen vielfach mit herumperlenden Repetitionsmustern, die irgendwo zwischen Volksliedton, 19.‑Jahrhundert-Klavier-Albumblatt und keithjarrettinspirierter Encore-Akrobatik angesiedelt sein könnten.
Es rauscht dabei so vor sich hin, gewiss mit einer schmusigen Präsenz, wie gemacht für Stummfilmmusik. Manchmal gelingt dem norwegischen Pianisten dabei auch Überraschendes, wenn der Fluss für ein paar Akkordtupfer unterbrochen wird. Doch grundsätzlich geht alles so seinen Gang. Die Musik läuft und läuft, ohne dass sie doch von der Stelle kommt. Fast ungewöhnlich das Gefühl, wie lang Stücke werden, obwohl sie im Wesentlichen etwa «nur» ca. vier Minuten dauern.
Man darf sichergehen, dass diese Aufnahmen ihre Liebhaber:innen finden werden, gerade deshalb. Aber je nun: Bleibt dem Künstler auch noch Raum für weitere Entfaltungen.
Kjetil Mulelid – Piano, Unfolding [2026]
- Kjetil Mulelid – Piano solo
Sagene Records SR100 (CD/LP VÖ: 07.08.26)
