3. August 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Klaus Ospald – musica viva

Klaus Ospald – musica viva

Kann es eine engagierte »zeitgenössische« Musik geben, die sich lediglich reflexiv mit der Vergangenheit auseinandersetzt? Oder anders: Warum wird in vielen Institutionen lediglich über ein inhaltliches und ästhetisches Denken befunden, das sich «bequem» mit Aspekten der unbequemen Vergangenheit auseinandersetzt, nicht aber mit den aktuell drängenden Erfordernissen der Gegenwart? Ist es die Scheu, Position beziehen zu müssen? Die Sorge um künftige Missverständnisse? Die Angst, nicht auf der «richtigen» Seite gestanden zu haben? Da erscheint der Bezug auf dunkle Phasen der Vergangenheit fast ungefährlicher. Oder nochmals anders: Können und wollen wir uns

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #192 – Zeitgenössisches
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Pierre Boulez – Anthèmes

Pierre Boulez – Anthèmes

Dass sich einzelne Kompositionen von Pierre Boulez auch unmittelbar verständlich machen können, beweist diese ältere, noch immer als physisches Album erhältliche Einspielung von drei Werken, die kompositorisch (dem Material nach) oder auch technisch (in der Verwendung von Zuspiel und Live-Elektronik) in enger Beziehung zueinander stehen: Aus Anthèmes 1 für Violine Solo (1991 als Pflichtstück für einen Wettbewerb entstanden, wurde wenige Jahre später mit Anthèmes 2 (1995) eine komplexe Partitur, bei der damals neueste Verfahren computergenerierter Klänge in das Spiel eingreifen, es bereichern, es nach festgelegten Verfahren kommentieren. In den Dialogue

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #173 – Boulez 100
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Philippe Manoury

Philippe Manoury

Ohne Zweifel. Diese Produktion gehört zu den interessantesten mit vier Händen und zwanzig Fingern aus den letzten Jahren – und Philippe Manoury versteht es auf sehr beeindruckende, originelle und originäre Weise, den Klangbereich traditioneller akustischer Instrumente durch elektronische Verfahren zu erweitern, zu verfremden oder auch in Schleifen fortzusetzen. Wer einmal mit Manoury selbst gesprochen hat versteht, dass ihm daran nichts ein bloßes Spiel ist, sondern er mit den neuen, immer einfacher mittels Programmen umzusetzenden und zugleich akustisch komplexer werdenden Möglichkeiten versucht, Räume zu erweitern sowie zwischen dem konkreten Klang und

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #076 – vierhändig
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