4. Februar 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Sondershäuser Harmonie

Sondershäuser Harmonie

Dass die Harmoniemusik auch noch im 19. Jahrhundert an manchen Stellen auf hohem und höchstem Niveau fortlebte, zeigt dieses alles in allem überraschende Album aus Sondershausen. Das auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurückblickende, heutige Loh-Orchester hat nämlich tief im Archiv gegraben und dabei nicht nur Originäres und Herausragendes, sondern auch eine Größeres unterhaltendes Repertoire ans Licht befördert. Es dokument eine offenbar höchstlebendige Musikkultur am Hofe der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, bei der selbst die Blaublütigen zu verschiedenen Instrumenten griffen. Fürst Günther Friedrich Carl I. etwa spielte Pauke und Klarinette und

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forgotten Instrument

forgotten Instrument

Fast alle Instrumente, die heute weltweit verbreitet sind, haben eine lange Tradition und eine weitgehend standardisierte Form. Dennoch wurden und werden immer wieder neue Instrumente erfunden, so auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Wien. Hier kam es zu einer interessanten Neuentwicklung, dem Arpeggione, der zweifellos auch die Zeit des Biedermeier widerspiegelt. Bei diesem 1823 vorgestellten Instrument handelt es sich um eine Mischung aus Gitarre und Violoncello, also um eine Streich- oder Bogengitarre, die aber auch als Guitarrenvioloncello bezeichnet wurde. Konstruiert wurde das in nur einem Exemplar erhaltene Instrument von

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Spohr / Christoffer Sundqvist

Spohr / Christoffer Sundqvist

Unter Klarinettisten begegnet man den vier Konzerten von Louis Spohr (1784–1859) mit allergrößtem Respekt. Im Gegensatz zu den Werken von Mozart und Weber tauchen sie so gut wie nie im Konzertsaal auf – und obwohl inzwischen einige Einspielungen vorliegen, so wurden die Kompositionen erst durch die Aufnahm mit dem legendären Karl Leister aus dem Jahre 1984 aus ihrem tiefen und festen Dornröschenschlaf geweckt – eine Produktion übrigens, die noch immer Maßstäbe setzt (damals bei Orfeo erschienen). Die Konzerte verlangen alles: eine exzellente Technik, einen in allen Registern ausgeglichenen Ton (vor

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Maria Stange / Solo

Maria Stange / Solo

Die Einspielung ist so direkt in der Abbildung des Tons, dass man unversehens eine ganze Menge über das Instrument, die zahlreichen Varianten der Zupfens und die damit verbundenen Klangfarben lernt. Fast könnte man von einer enzyklopädischen Schau sprechen, hört man unter dieser Perspektive etwa die herausragende frühromantische Fantasie von Louis Spohr, an der auch das Jahr der Entstehung (1807) verblüfft, das à l’espagnole aus den zwei Divertissements (1924) von André Caplet, oder auch die Scintillation von Carlos Salzedo – ein Werk, das wegen seiner extremen aufführungspraktischen Herausforderungen unter Harfenistinnen und

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #082 – Harfe
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