Frederic Rasten – Fuse Modulations
Herrgottsungemütlichkeit auf Tönen: Es wird geschürft in den Gesamtbildklängen. Es herrscht hektische Ruhe. Gelassenheit für den einen, permanente Unruhe für die andere. Endlos.
Weiterlesenzeitliche Eingrenzung: 1990 bis heute
Herrgottsungemütlichkeit auf Tönen: Es wird geschürft in den Gesamtbildklängen. Es herrscht hektische Ruhe. Gelassenheit für den einen, permanente Unruhe für die andere. Endlos.
WeiterlesenNoch einmal eine Einspielung, die aus der Zeit der weitgehenden «Generalpause» stammt. Deutlich wird das erst, wenn man sich die Aufnahmedaten anschaut. Denn Linus Roth hat den Solopart des zweiten Violinkonzerts von Robert Groslot (*1951) bereits am 19. April 2020 eingespielt; die «orchestral recording» jedoch stammt vom 3. September aus einem anderen Studio. Zwar mag man sich darüber ein wenig wundern, aber das klingende Ergebnis verblüfft. Hier passt trotz allem alles zusammen, und man spürt nichts von den technischen Tricks, mit denen die eine oder andere logistische Hürde umgangen wurde
WeiterlesenGerne oute ich mich als unwissend. Weder der Name von Joe Hisaishi (*1950) noch seine Musik waren mir vor diesem Album bekannt. Dabei handelt es sich offenbar um einen der bedeutendsten japanischen Filmkomponisten, der noch dazu als Dirigent um die Welt reist – und es dabei wie John Williams hält, der gerne in Welt-Metropolen oder größeren Städten ein Konzert initiiert und dieses vermarktet. Wie dieser hat aber Joe Hisaishi Partituren für den Konzertgebrauch geschrieben, darunter (inzwischen) auch drei Sinfonien. Der Spagat zwischen Cinema und Bühne gelingt offenbar so gut, dass
WeiterlesenKaum zu glauben, dass der schwedische Komponist Anders Hillborg im vergan-genen Jahr bereits seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Denn an schöpferischer Frische mangelt es ihm keinesfalls – im Gegenteil spricht er eine eindringliche, farbenprächtige musikalische Sprache voller Kraft und Poesie. Das ist auch auf diesem Album mit Eldbjørg Hemsing als brillante und einfühlsame Solistin zu hören – mit einem mehrteiligen Violinkonzert (der «Nr. 2» in Hillborgs Œuvre), das in kadenzierenden Passagen und markanten Tutti-Episoden eine Geschichte erzählt, die zwischen klassischem Duktus, markanten Rhythmen und heterophonen Elementen mit intuitiven Scharnierstellen wechselt.
WeiterlesenZahlen spielen in der Musik eine wichtige Rolle. Von der Antike bis in die Renaissance waren Proportionen die Grundlage allen Klingens – sowohl was die konsonierenden Intervalle angeht als auch das Verhältnis von Notation und Rhythmus oder noch allgemeiner das Verhältnis einzelner Abschnitte untereinander. Später kamen Aspekte der Symbolik hinzu, die auch heute noch eingefleischten Numerologen kreative Freude bereiten. Während der rebellierenden Avantgarde kamen noch einmal andere, komplexere Verhältnisse hinzu. Heute hingegen scheint vieles eher im Fluss zu sein. Und es wird unter Komponist:innen wieder fleißig gezählt – nämlich bei
WeiterlesenEs handelt sich teilweise um Ersteinspielungen, die von musikalischer Kunst zeugen und Orgelklänge zum Leuchten bringen, zum Duften eben und zum Anvibrieren des Ichs. Das vor allem den Werken selbst und ihrer Darstellung durch das Ensemble mit Kerstin Petersen im Orgelepizentrum zu danken.
WeiterlesenEinfach ein großer Spaß, dieses Album der Tastenvirtuosin Tamar Halperin, die hier einen Bogen von der Generalbasszeit bis in die Gegenwart hineinzuschlagen versteht. Nebenwirkungen: Die Musik fasziniert und setzt Glückshormone frei.
WeiterlesenSophie Agnel am und im Klavier und Joke Lanz an und über den Turntables mixen sich da eine Welt zusammen, die mal eher krachig, mal sehr spröde, dann wieder, durch an semantische Splitter, als gekniffene Musik sich launig, knuffig oder biestig darstellt.
WeiterlesenSo abbrausend wird hier die Musik entfaltet, wie es das in der jüngeren Geschichte der Musik der Gegenwart selten zu finden ist. Ende des zweiten Teils rauscht es in eine Unendlichkeit doch eines unfasslichen Ungefährs. So viel Buntheit neben und in so vielem Grauen. Das «Ukho Ensemble Kyiv» rückt dagegen erschütternd nahe an die Hörer:innen durch die Abmischung heran.
WeiterlesenOft wird das Streichtrio als «kleiner Bruder» des Streichquartetts angesehen. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Kommentar des Vorstandes einer kleinen, etablierten Konzertreihe, der vor nunmehr 30 Jahren ganz verblüfft war, dass ein Ensemble auch ohne zweite Geige gut klingt und etwas zu sagen hat. Aber auch heute noch findet man kaum Streichtrios auf den Programmen der (wenigen) verbliebenen Kammermusikreihen – offenbar sind die alten Vorbehalte noch lebendig. Dabei ist das Repertoire der vergangenen 250 Jahre erstaunlich breit und nicht nur auf marginal erscheinende Komponist:innen beschränkt: Bedeutende Werke finden
WeiterlesenJede der fünf Kompositionen findet in Vitrenkos Performance einen virtuosen, selbstlosen Widerhall und wird damit zu einem seltenen Zeugnis gelungenen politisch-artifiziellen Engagements in dieser kaputten destruierten Zeit. Rashad Beckers Abmischung reflektiert das alles und überführt das an sich thematische «Singer-Songwriter»-Setting auf eine zusätzliche akustische Ebene. Beeindruckend, bedrückend, aber auch frei. Ja!
WeiterlesenEine Produktion aus dunklen Corona-Zeiten. Wo viele mit schnellen Ideen vor-preschen (auch im präsent zu bleiben), da machte sich das (namenlose) Trio mit Daniel Ottensamer (Klarinette), Stephan Koncz (Violoncello) und Christoph Traxler (Klavier) auf, ein stattliches Repertoire aus mehr als 200 Jahren zu durchkämmen. Im Konzertsaal wie im Katalog ist diese wunderbare Besetzung, die auch bei der sieben CDs umfassenden Box in Anlehnung an das Klaviertrio nicht ganz ideal als «Klarinettentrio» bezeichnet wird (während das Klarinettenquintett mit Streichquartett definiert ist), meist nur durch Beethoven (op. 11) und Brahms (op. 114)
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