
Porzellan zerschlagen sie nicht mit ihrem Debut-Album. Aus Wien liefern sie Musik, die sie selbst an der «Schnittstelle von Contemporary Jazz und instrumentaler Popmusik» angesiedelt sehen. Das ist kein unbequemer Ort, sondern damit schnittschnellt mal in verschiedenen Genre-Communitys. Für meine Ohren sind sie ganz offenohrig eher dem Geist des Jazz zugeneigt. In der kompletten Spielhaltung zeigt sich dieser differenzierte Umgang mit Phrasen, Tonbildung am Instrument. Manchmal sind die Schlagzeug-Patterns hauruckig – aber auch dann eher nicht ohne knifflige Hintertüren –, was sich manchmal, finde ich, fast etwas unsensibel wie bei «dancing preacher lost his soul» darstellt.
11 Tracks hat das Album, dem man am liebsten dann zuhören möchte, wo es rhythmisch dahingleitet wie bei dem Track «zuversicht», der lyrisch unverschämt entzücken kann. Davon gerne mehr. Die elektronischen Effekte ergänzen das Spiel im Trio, das man sich, gerne etwas erweitert wünschen würde, damit die musikalischen Ideen sich gewissermaßen deutlicher orchestrieren können. Die Effekte deuten in diese Richtung. Das Trio selbst zerfällt mir zu sehr in die drei Teile, die nicht nur der Lage nach, sondern in ihrer Artikulation eher selten zu einer vierten Dimension vereinen.
DoubleMe3 – Porzellan [2026]
- Double Bass: Luca Weigl
- Saxophone: Rafael Denkmayr
- Drums: Lan Sticker
Via Bandcamp – Limited CD-Edition (160 Stück), Digitales Album (Streaming und Download) (VÖ 26.06.2026)
