
Mit dem Motto «Lux Intus» geht diesmal die Reise zum «Licht des Inneren». Was genau damit gemeint ist, erschließt sich selbst nach der Lektüre des lesenswerten, vom Ensemble selbst verfassten Essays nicht vollständig – und wenn überhaupt, dann mit einem gewissen Widerspruch. Denn die Viola, die hier herausgehoben wird, ist ein eher erdverbundenes, mittleres und damit klanglich alles zusammenhaltendes Instrument, das in der obligatorischen Streichquartett-Faktur nur selten über einzelne Momente hinaus hervortritt. Zielführender erscheint mir der Hinweis auf das leuchtende D-Dur, das wegen der Stimmung der Saiten als Geigentonart schlechthin gilt. So klingt der Mozart sehr hell, und das erste Streichquartett von Benjamin Britten lässt es in den Höhen flirren. Entscheidender mutet mir jedoch die darüber hinaus verbindende «Tonalität» als eine Art abstrakter Korrespondenz an. Denn das Barbican Quartet spielt durchgehend mit hellem Ton – selbst in dem dunkleren Poeme (1926) von Rebecca Clarke, die leider noch immer als Geheimtipp firmiert. Nahtlos im Ton fügt sich das Postlude von Sophia Jani (*1989) an den Schluss des Albums – in diesem Kontext jedoch leider zu unverbindlich in der schöpferischen Aussage.
Lux Intus
Wolfgang Amadeus Mozart. Streichquartett Nr. 21 D-Dur KV 575;
Rebecca Clarke. Poem (1926); Benjamin Britten: Streichquartett Nr. 1 D-Dur op. 25; Edward Elgar: Nimrod aus «Enigma Variations» op. 36; Sophia Jani. Postlude
Barbican Quartet
Berlin Classics 0303340 BC (2025)
