
Schwer zu beschreiben ist das, was man hier hören kann. Man kann eine Mischung aus Einspielungen von Orchestermusik und Chor wahrnehmen, die sich nirgends vordrängt, sondern irgendwo wie hinter einer Mattscheibe aufschimmert. Die Umrisse sauber getrennt von anderen Klangereignissen, aber doch irgendwo so faserig, dass es immer wieder schwerfällt, ihr Verschwinden in Auf- und Abblenden wahrzunehmen (UMWeLT III).
So ist es auch mit den anderen Schallereignissen, die gerade so wirken, als kämpften sie darum, eher zu verschwinden, als da zu sein, wo man sie tatsächlich hört.
Ballereau schreibt zu seiner UMWeLT I bis IV: «Something has happened to someone, and all that remains is a vibrant trace of it.»
Das ist eine musikalische Ästhetik, die einen im Ergebnis vollkommen hilflos zurücklässt und komplett individualistisch zu akzeptieren ist. Das führt in eine musikalische Welt hinein, die fast komplett ohne Bezugspunkte ist und damit haltlos? Eben nicht, die einzige Chance vielleicht ist eben die, dem Strom sich auszusetzen und zu folgen. Wenn dann mal auch fast choralartige Mehrstimmigkeit von einem Synthesizer mit Hinzugeflötetem wie aus alten Fax- und Modemzeiten deutliche Anhaltspunkte setzt wie in UMWeLT II, wo es dazu auch knispert, steht man fasziniert in diese verlöteten UMWeLT ein bisschen staunend, ein bisschen einsam auch.
Habe Mut, Dich Deines eigenen Ohres zu bedienen. Das ist ganz toll und einzig so.
Igor Ballereau – UMWeLT [2026]
All tracks composed, recorded, and mastered by Igor Ballereau
Pharmafabrik – PFCD047 – 2026 (VÖ: 20.03.2026 – CD + 24bit Digital. www.pharmafabrik.com)

