18. Juli 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Berlioz / Holmès / Stéphanie d’Oustrac

Berlioz / Holmès / Stéphanie d’Oustrac

Erst wenn die Nächte kürzer werden, werden sie auch für die Künste interessant. Jedenfalls sind eisesstarre Winternächte gleich in welcher Darstellung rar (kalt bleibt eben kalt, Winterreisen sind gefährlich, und bei Tage gibt es fallweise Nebensonnen). Laue oder gar warme Sommernächte haben aber wohl schon immer einen gewissen Reiz ausgeübt – auch auf Hector Berlioz, der 1834 bis 1840 die entsprechenden Verse von Théophile Gautier zunächst nur mit Klavierbegleitung vertonte, seine sechs Gesänge der Nuits d’été dann aber 1856 instrumentierte und ihnen damit eigentlich erst ihre wahre Gestalt verlieh (man

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Le Son du Cor – TrioMorgen

Le Son du Cor – TrioMorgen

Seit 2015 besteht das TrioMorgen – eine aparte Besetzung mit Sopran, Horn und Klavier, bei der einem sogleich Schuberts «Auf dem Strom» in den Sinn kommt. Dass das Repertoire im Bereich «Lied plus» (also mit obligatem Instrument) viel größer ist, war indes schon im Jahr 1998 durch das Arion Trio (Antes Edition) zu entdecken. Doch wurde das Horn nicht nur von der deutschen Romantik abonniert. Es fand im 19. Jahrhundert ebenso jenseits des Rheins großen Zuspruch, auch abseits der unvermeidlichen «Villanelle» von Paul Dukas. Wer bei der Einspielung des TrioMorgen

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Si j’ai aimé: Französische Orchesterlieder von Berlioz und anderen – Le Concert de la Loge, Julien Chauvin

Ein glitzerndes Collier musikalischer Edelsteine wird hier in einer fraglos hochkarätigen Einspielung geboten. Bei ihr drängt sich nichts orchestral auf, vielmehr erscheint manches in vollkommen neuem klanglichem Gewand, wie etwa die bekannte Villanelle aus den Nuits d’été von Hector Berlioz. Geradezu entzückend klingt das übersichtlich besetzte Concert de la Loge auf historischen Instrumenten (seinen bisherigen, aus einer etablierten Konzertreihe des ausgehenden 18. Jahrhunderts stammenden Zusatz „olympique“ hat das Olympische Komitee kassieren lassen – was für eine verrückte, markengeile, geschichtslose Welt). Sandrine Piau singt das präsentierte Repertoire herrlich unforciert mit viel

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