15. Juni 2024 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch

Halka (1858)

Halka (1858)
Halka (1858)
Vor drei Jahren wurde sein 200. Geburtstag hierzulande kaum wahrgenommen, der nun folgende 150. Todestag auch nicht. Dennoch kann wenigstens hinsichtlich der Bilanz auf dem Schallplattenmarkt auf einiges zurückgegriffen werden, was noch vor (oder sogar: während) Corona produziert wurde. Ob damit allerdings mehr substanzielle Kenntnis über das Leben und Schaffen von Stanisław Moniuszko (1819–1872) in die Breite dringt oder auch seine zahlreichen Werke bekannter werden, sei dahingestellt. Was bleibt, ist wenigstens die Möglichkeit, sich hörend zu informieren und zu bilden und die Musik des bedeutendsten polnischen Opern-Komponisten des 19. Jahrhunderts kennen zu lernen – jener bis heute stolzen Nation, die nach vielen Teilungen im 19. Jahrhundert quasi von der europäischen Landkarte verschwunden war.

Gelegentlich begegnet man seiner Oper Halka auf den Spielplänen. In der Regel handelt es sich um die spätere, überarbeitete Fassung in vier Akten von 1858, die hier auch live von einem Ensemble aus Poznań (Posen) am 11. November 2019 eingespielt wurde. Es ist und bleibt eine traurige Story zwischen Bauernstand und Adel, die – wie könnte es anders sein – tragisch endet. Sie sprach nicht nur den Zeitgenossen Moniuszkos aus der Seele, sondern wurde auch zur Selbstfindung nach dem Zweiten Weltkrieg aufs Programm gesetzt. Die bei Naxos erschienene Einspielung aus Poznań überzeugt durch ihre emotionale Authentizität, ihre Musikalität und den Elan des gesamten Ensembles. Schwierig ist und bleibt allerdings die Dokumentation: Ein schmales Booklet bietet nur die Synopse in englischer Sprache, das Libretto findet sich im Internet auf den Seiten des Labels – allerdings ohne bequemen QR-Code (der heute nahezu überall Standard ist).

Stanislaw Moniuszko. Halka (Oper in 4 Akten)
Dominik Sutowicz (Tenor), Magdalena Molendowska (Sopran), Lukasz Goliński (Bass-Bariton), Rafal Korpik (Bass), Magdalena Wilczyńska-Goś (Mezzo), Damian Konieczek (Bass), Poznań Opera Chorus, Poznań Opera Orchestra, Gabriel Chmura

Naxos 8.660485-86 (2019)

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