4. Juli 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
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Jacob Mühlrad – Swedish Radio Choir

Jacob Mühlrad – Swedish Radio Choir

Ein faszinierendes Album – sowohl was die Kompositionen als auch die interpretatorische Realisation angeht. Denn der Schwedische Rundfunkchor zählt nicht erst seit Eric Ericson zu den weltweit «besten» Vokalensembles – marktschreierische Kategorien, die ich aus Überzeugung großräumig meide, die aber in diesem Fall vollauf gerechtfertigt, wenn nicht sogar notwendig sind. Denn wie hier die fließenden Klänge von Jacob Mühlrad (*1991) umgesetzt werden, ist schlichtweg sensationell. Ein homogener Klang, der den ewigen Fluss der Stimmen durch die Zeit rinnen lässt, und eine Intonation, die schlichtweg punktgenau «sitzt». Anders als übrigens die

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #190 – Chor und Chormusik
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Rautavaara & Aho

Rautavaara & Aho

Ein rundum fantastisches Album mit einer ganzen Reihe von Entdeckungen für das Chor-Repertoire. Das beginnt schon im ersten Track mit Die erste Elegie (1993) von Einojuhani Rautavaara (1928–2016) – ein überaus ausdrucksstarkes Werk, das in seiner Faktur ein wenig an Mendelssohn-Psalmvertonungen erinnert. Ohnehin zählt Rautavaara für mich zu einem der ganz großen (nicht nur finnischen) Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der leider noch immer den Status «Geheimtipp» besitzt. Die Gründe dafür sind vielfältig und sicherlich auch in seinem ganz eigenen Weg begründet. Trotz einer ganzen Reihe verschiedener technisch-stilistischer

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Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Santa Ratniece – Latvian Radio Choir

Nicht erst seit dem legendären Eric Ericson gibt es in Skandinavien und im Baltikum eine exzellente Chorkultur. Und doch war Ericson fraglos der Promotor eines spezifisch reinen und klaren Klangs; die enge Zusammenarbeit mit György Ligeti im Zusammenhang bei der Einstudierung des Requiem (1963) in Stockholm setzte zudem neue Maßstäbe. Seither hat sich die Chormusik verändert – sie ist vor allem sphärischer geworden. So auch bei der vor allem in der «Szene» bekannten, aus Lettland stammenden Komponistin Santa Ratniece (*1977), die Klänge zwischen Körper und Seele entfaltet – dabei aber

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Barbican Quartet

Barbican Quartet

Was für ein Understatement! Ein Booklet ohne Künstlerbiographie, ohne einen Verweis auf eine entsprechende Website. Man könnte Nachlässigkeit vermuten, doch nach dem Gewinn des Internationalen ARD-Musikwettbewerbs 2022 ist das Barbican Quartet in der «Szene» dann doch zu bekannt. Vielleicht ist aber auch ein Wechsel der Perspektive angebracht: Hier wird nicht auf dem Papier mit einer großartigen Entwicklung gepunktet, sondern allein durch die Musik. Und wer sich von dem Album und den Interpretationen gefangen nehmen lässt, der wird sowieso nach mehr Informationen suchen (und fündig werden). Erstaunlich ist bei diesem zweiten

This entry is part 3 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
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Novo Quartet

Novo Quartet

«Hej!» – Was für eine sympathische Ansprache im Booklet, bei der man sich gleich eingeladen fühlt. Und tatsächlich ist der Text nicht nur freundlich formuliert, sondern auch persönlich. Denn die vier Quartettist:innen sagen es (typisch dänisch) direkt. Sie erzählen vom eigenen Weg, von der dänischen Landschaft, von ihrer ersten Begegnung mit zeitgenössischer Musik – die eben nicht (mehr) die von Schostakowitsch ist. Aber auch von Hygge und Lego ist die Rede. So unverstellt, wie sich der Text liest, so unverstellt sind auch der Klang und die Interpretation des NOVO Quartet

This entry is part 2 of 5 in the series HörBar #189 – Streichquartette
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open music Ensemble & Guests – Residual Light

open music Ensemble & Guests – Residual Light

Ich hatte beim Durchhören des gesamten Konvoluts viel Freude und Genuss an der Vielfalt der Ideen und ihrer jeweiligen Umsetzung durch das open music Ensemble und seine Gäste. Etwas davon herauszuheben, fällt einem schwer, denn all diese Klangergebnisse sind durch ihre Einzigartigkeit im Feld von Komposition, Interpretation und Improvisation gekennzeichnet.

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Widmann – Piano Music

Widmann – Piano Music

Wie klingt Jörg Widmann auf dem Klavier? Da seine kompositorische Ästhetik mit ihren zahlreichen Allusionen auch aus der Retrospektive auf das 19. Jahrhundert schöpft, scheinen seine kleinformatigen Werke für Klavier im ersten Moment eine verbindliche Nähe zur Vergangenheit herzustellen. Dass dies jedoch nicht ausreicht, zeigen bereits die Werke selbst: Tänze, Reminiscenses, Intermezzi und Humoresken mit überschaubarer Spielzeit stehen in ihrer Summe eher der Bagatelle und dem Charakterstück näher, als der Sonate oder freien Fantasie. Wie auch in anderen Werken wird dabei mit «Erinnerungsstücken» an bestimmte Sprachen gespielt, die sich abstrakt

This entry is part 4 of 5 in the series HörBar #188 – W… (diverse)
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Modern Horn Trios

Modern Horn Trios

Mit dem Adjektiv «modern» ist das so eine Sache. Nicht nur, dass sich moderne Moden irgendwann wiederholen. Vielmehr stellt sich die Frage, wie man von heute aus ein weiter zurückliegendes «Modern» definiert. Denn letztlich ist dies allein eine Frage der ästhetischen Haltung des jeweiligen Rezipienten. Und da wirkt dann der Titel dieses Albums doch etwas seltsam und verunglückt. Sind Charles Koechlin und Hermann Schroeder (1904–1984) mit ihren Horntrios aus den Jahren 1920 und 1967 wirklch so «modern» wie Hans Abrahamsen, John Cage oder György Ligeti, deren Partituren trotz weitgehender zeitlicher

This entry is part 5 of 5 in the series HörBar #187 – Horn & Hörner
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