14. Juni 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Herbert Pixner – Symphonic Alps

Herbert Pixner – Symphonic Alps

Dieses Album ist mir immer wieder in die Hände gefallen. Ein Zufall? Mag sein. Vielleicht aber auch die Aufforderung, nun doch etwas zu dieser Produktion zu schreiben, die sich schwer einordnen lässt. Ein wenig fühlt man sich an ältere Arrangements à la «Symphonic Beatles» erinnert – die sinfonische Nobilitierung von Liedern und Songs, denen aber eben doch kein zyklisches Konzept zugrunde liegt, bei denen der Fokus eher auf dem satteren Sound liegt. Sucht man nach einer Konstante in den auf zwei CD verteilten 15 Tracks, so ist es vielleicht die

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Hans Winterberg – RSO Belin

Hans Winterberg – RSO Belin

Es gibt Wiederentdeckungen von Komponisten – und es gibt absolute Entdeckungen. Zu Letzteren zählt Hans Winterberg (1901–1991), von dem bis vor wenigen Jahren wohl nur ganz wenige etwas gehört hatten. Die erste Veröffentlichung eines seiner Werke auf Tonträger dürfte sogar erst 2018 erfolgt sein. Wenn man sich seine Biographie erzählen lässt, werden einem wieder einmal die vielen unterschiedlichen Schicksale in de Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts bewusst. Um ein Haar wäre zudem der Nachlass in den verschlossenen Schränken eines Archivs auf unabsehbare Zeit verschwunden … Dabei handelt es sich

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Julius Otto Grimm – Sinfonieorchester Münster

Julius Otto Grimm – Sinfonieorchester Münster

Seinen Namen kennt man aus dem Umfeld und der Biographie von Johannes Brahms – und doch ist es immer vergleichsweie still um Julius Otto Grimm (1827–1903) geblieben. Lag es an seinem vergleichsweise geringen kompositorischen Output? Oder an seiner offenbar bescheidenen Persönlichkeit? Oder lag es gar an Münster in Westfalen, das über 43 Jahre sein Wirkungsort war und vielleicht zu abseits lag? Antworten auf diese Fragen werden sich sicherlich nicht im Handumdrehen finden lassen. Umso wichtiger ist es, sein Schaffen erlebbar zu machen. In diesem Sinne legt das Sinfonieorchester Münster unter

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Jörg Widmann – Stuttgarter Kammerorchester

Jörg Widmann – Stuttgarter Kammerorchester

Es ist ein Album, das mit seiner vielschichtigen Konzeption überzeugt. Im Zentrum steht dabei (auch was die Track-List angeht) Jörg Widmanns Ikarische Klage – eine frühe Komposition von 1999, gleichwohl schon wegweisend und keinesfalls für eine spätere Kanzellierung bestimmt. Um Ikarus und seinen Höhenflug geht es auch im übertragenen Sinne über alle drei Werke. Denn bei Felix Mendelssohn und Erich Wolfgang Korngold begann das kompositorische Schaffen schon früh im Kindes- und Jugendalter. Vom Himmel gestürzt ist freilich niemand. Auch wenn Mendelssohn bereits mit 38 Jahren starb, hinterließ er doch ein

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Erkki Melartin – Turku Philharmonic Orchestra

Erkki Melartin. Symphonie Nr. 5

Große Nationalkomponisten waren im ausgehenden 19. Jahrhundert sicherlich ein Segen, wenn es um die kulturelle Selbstfindung und Identifikation ging. Oft genug erwiesen sie sich jedoch auch als Fluch für all jene Komponisten, die fortan im Schatten dieser Riesen blieben. In Finnland etwa hat Jean Sibelius mindestens auf zwei Generationen gewirkt – weniger stilistisch, sondern vielmehr wie ein Mantel, der alles umhüllte und verdeckte. Dabei gibt es so viel Erstaunliches neben und nach ihm zu entdecken – wenn man es denn hervorholt und (ein)spielt. Ein Beispiel sind die Sinfonien Nr. 5

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Morta Grigaliūnaitė – Einojuhani Rautavaara

Morta Grigaliūnaitė – Einojuhani Rautavaara

Hier zeichnet das Cover in schwarz/weiß so viele Schatten und differenzierte Töne, wie die Musik von Einojuhani Rautavaara (1928–2016) – einem Komponisten, der im deutschen Kulturraum einige Kenner & Liebhaber hat und in letzter Zeit wieder vermehrt auf dem Spielplan steht. Die Gründe dafür sind klar auszumachen: Obwohl sich Rautavaara ein Zeit lang im Tonsystem avantgardistisch zeigte, hat er rückschauend eigentlich nie die musikalische Seele seiner finnischen Heimat verlassen und ist sich im Ausdruck treu geblieben. Das zeigen auch die hier vollständig eingespielten Klavierwerke, … … nicht aber die am

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Alain Planès – Erik Satie

Alain Planès – Erik Satie

Es war einer der stilleren Gedenktage im Jahre 2025 – passend zum Selbstverständnis von Erik Satie (1866–1925) und dem Ausdruck seiner Werke im kleinen Format. Außer der Parade (1917) für die Ballets Russes sind seine weiteren großen Werke kaum bekannt (wie das sinfonische Drama Socrate von 1918 oder zwei weitere Ballette). Dafür aber schwärmen wohl alle Anfänger (und nicht nur die) für die Gymnopédies (1888), mit denen er wirklich Musikgeschichte schrieb. Wie also gedenken? Alain Planès hat zusammen mit seinem Label harmonia mundi einen passablen Weg mit Neueinspielungen gefunden, bei

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Steffen Schleiermacher – Hanns Eisler

Steffen Schleiermacher – Hanns Eisler

Das Cover zeugt von längst vergangenen Zeiten. Der hier von Hans Baluschek im Jahre 1929 portraitierte Molkenmarkt im Berliner Nikolaiviertel hat sein Gesicht im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts vollständig verändert – so vollständig, wie man auch mit der hier eingespielten Klaviermusik von Hanns Eisler (1898–1962) auf große Gedankenreise gehen muss: Die Stadt war eine andere, die Gesellschaft war eine andere, die Kultur war eine andere. All dies ist wunderbar in der zeitgleich entstandenen Kleinen Musik zum Abreagieren sentimentaler Stimmungen zu erleben – knapp gefasst, zweistimmig karg und doch voller

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Alice Sara Ott – John Field

Alice Sara Ott – John Field

Was bitte ist beim OPUS KLASSIK die Kategorie «Audiovisuelle Musikproduktion des Jahres»? Jedenfalls wurde eine der Special Editions dieses faszinierenden Albums in dieser Kategorie ausgezeichnet. Ist aber vollkommen unwichtig – denn bei John Field (1782–1837) sollte es nun wirklich um die Musik gehen. Da möchte man dem einstigen Traditionslabel Deutsche Grammophon ein herzliches «Guten Morgen» wünschen, dass man nach Dutzenden Einspielungen von Chopin-Piècen dann doch einmal im Jahre 2025 der Weg zu Field geführt hat. Dass Alice Sara Ott diese Produktion spielen darf, ist freilich ein Glücksfall. Natürlich würde ich

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Benyamin Nuss – Personal Stories

Benyamin Nuss – Personal Stories

Irgendwie steht der Titel des Albums in krassem Widerspruch zur Musik. Denn so «personal» wie es auf dem Cover heißt, ist diese Musik nicht. Sie ist vielmehr und vor allem reichlich pauschal, erinnert an den musikalischen Rahmen in einer gepflegten Bar: pauschal, ohne Charakter, konsumationsbedürftig und – leider am Ende auch langweilig. Was bei einem Aperol noch geht (weil man es überhört), wird auf einem Album zur Qual. Nun stellt sich die neugierige (!!) Frage, welche «personal stories» Benjamin Nuss hier erzählt. Ein Blick auf die Titel verweist dann auch

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Vogler – Scala Sinfonie & Ouvertüren

Vogler – Scala Sinfonie & Ouvertüren

Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts durch Otto Jahns grundlegende Mozart-Biografie bekannt wurde, wie sich das Salzburger Genie über den in ganz Europa präsenten musikalischen Tausendsassa mokierte, verschwand auch das letzte von Georg Joseph Voglers Werken alsbald aus dem standardisierten Repertoire – nämlich seine dritte und letzte Sinfonie C-Dur, die mit ihrem kontrapunktisch angelegten Finale wohl als Replik auf Mozarts Jupiter-Sinfonie (KV 551) zu verstehen ist, am Ende dann aber doch die spielerische Dichte und Konzentration des Originals nicht annähernd erreicht. Auch wenn sich der Ruhm des Abbé Vogler (1749–1814), der

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Vivaldi – op. 8

Vivaldi – op. 8

Heute hat sich ein Dauerbrenner unter die «V… (diverse)» verirrt. Es sind die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi. Glücklicherweise ein Album, auf dem die weltbekannten Concerti nicht als Pflichtaufgabe abgeschnurrt werden, sondern in einem vielfach neuen Licht erstrahlen. Damit wird zwar nicht der bedrohliche und für alle spürbare Klimawandel aufgehoben: Ich habe im Winter seit vielen Jahren keinen permanent liegenden Schnee mehr gesehen, und verlassen im Sommer schon seit Jahren meine schöne Schreibtisch-Gaube als «bio-deutscher Klimaflüchtling». Adrian Chandler und dem Ensemble La Serenissima gelingt indes eine Neudeutung des Klassikers, ohne

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