24. Mai 2026 nmz – HörBar – unabhängig / unbestechlich / phonokritisch
Vogler – Scala Sinfonie & Ouvertüren

Vogler – Scala Sinfonie & Ouvertüren

Nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts durch Otto Jahns grundlegende Mozart-Biografie bekannt wurde, wie sich das Salzburger Genie über den in ganz Europa präsenten musikalischen Tausendsassa mokierte, verschwand auch das letzte von Georg Joseph Voglers Werken alsbald aus dem standardisierten Repertoire – nämlich seine dritte und letzte Sinfonie C-Dur, die mit ihrem kontrapunktisch angelegten Finale wohl als Replik auf Mozarts Jupiter-Sinfonie (KV 551) zu verstehen ist, am Ende dann aber doch die spielerische Dichte und Konzentration des Originals nicht annähernd erreicht. Auch wenn sich der Ruhm des Abbé Vogler (1749–1814), der

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Vivaldi – op. 8

Vivaldi – op. 8

Heute hat sich ein Dauerbrenner unter die «V… (diverse)» verirrt. Es sind die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi. Glücklicherweise ein Album, auf dem die weltbekannten Concerti nicht als Pflichtaufgabe abgeschnurrt werden, sondern in einem vielfach neuen Licht erstrahlen. Damit wird zwar nicht der bedrohliche und für alle spürbare Klimawandel aufgehoben: Ich habe im Winter seit vielen Jahren keinen permanent liegenden Schnee mehr gesehen, und verlassen im Sommer schon seit Jahren meine schöne Schreibtisch-Gaube als «bio-deutscher Klimaflüchtling». Adrian Chandler und dem Ensemble La Serenissima gelingt indes eine Neudeutung des Klassikers, ohne

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Jan Baptist Verrijt – Flammae Divinae

Jan Baptist Verrijt – Flammae Divinae

Gelegentlich wird einem schmerzlich bewusst, wie viele Einspielungen in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Katalog verschwunden sind. Dieser Prozess begann in den 1980er Jahren mit dem Medienwechsel von der LP zur CD und setzte sich im 21. Jahrhundert mit dem allmählichen Sterben großer und kleiner Labels fort. Vor allem gingen viele nationale Serien verloren: in Dänemark etwa die Dansk Musik Antologi, die es erst gar nicht auf CD schaffte, in den Niederlanden dann das Label NM Classics – eine Zusammenarbeit zwischen dem 2013 aufgelösten Centrum Nederlandse Muziek und Radio Netherlands

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Lucie Vellère – Kammermusik

Lucie Vellère – Kammermusik

Eine stille Stimme aus Brüssel, die ihre eigene Meisterschaft nie nach außen trug. Lucie Vellère (1896–1966) hielt es gar für überflüssig, den Großteil ihres etwa 80 Kompositionen zählenden Œuvres im Druck erscheinen zu lassen: «Verlage sind sehr teuer, und da ich von Grund auf unabhängig bin, […] wollte ich nie einer Gruppierung angehören, um mich von jeglichem Ehrgeiz fernzuhalten.» Tatsächlich knüpft ihre Musik an den einstigen Impressionismus an, interpretiert diesen jedoch konkreter. Aber das ist freilich nur eine erste Momentaufnahme – denn das Doppel-Album stellt nach eigener Auskunft vielfach die

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Vanhal – Sinfonien

Vanhal – Sinfonien

Erstaunlich – oder? Die meisten Eigennamen finden sich in der ersten Hälfte des Alphabets; und nimmt man «S», «Sch» sowie «St» aus, reduziert sich die Präsenz der zweiten Hälfte nochmals erheblich. In Zeiten digitaler Nachschlagewerke und Datenbanken ist diese Erkenntnis wahrscheinlich längst aus dem allgemeinen Wissen verschwunden. Wer sich aber noch an die alten und gut sortierten LP- und CD-Läden erinnert, der weiß, was ich in dieser Woche mit V (diverse) meine. Nach Verdi und Vivaldi kam nämlich auch schon dieser neugierig machende Reiter, hinter dem sich die wahre Vielfalt

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Müthel – Music for Harpsichord

Müthel – Music for Harpsichord

«Seine Arbeiten sind so voller neuen Gedanken, so voller Geschmack, Anmuth und Kunstfertigkeit, daß ich mich nicht scheuen würde, sie unter die grössesten Produkte unsrer Zeit zu rechnen. So ausserordentlich das Genie und die Kunst dieses Tonkünstlers sind, so ist er doch in Deutschland nicht sehr bekannt…» Als Charles Burney diese Bemerkungen niederschrieb, stand Johann Gottfried Müthel (1728–1788) schon seit Jahren in Diensten des Barons Otto von Hermann von Vietinghoff in Riga – einer Stadt, die Burney nicht besuchte («ob er gleich an einem Orte sieht, der unter russische Bothmässigkeit

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Weckbacher – Quartetti

Weckbacher – Quartetti

Musik mit vielen Fragezeichen. Wer war Lorenzo Weckbacher? Ist er wirklich in Berlin / Potsdam zu verorten? Warum lassen sich derzeit keine weiteren Quellen über ihn nachweisen? Handelt es sich tatsächlich um Kompositionen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts – oder ist alles ein gelungener Fake? Ein Konvolut mit seinen Werken auf mehr als 370 Seiten liegt singulär in Antwerpen und ist seit 1972 als «anonyme Schenkung» nachweisbar, doch wohl mit Hinweisen auf eine Existenz bereits zwischen den Weltkriegen. Am preußischen Hof war Lorenzo Weckbacher jedenfalls nicht beschäftigt –

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de Saint-Georges – Quartette

de Saint-Georges – Quartette

Er war zweifellos eine illustre Persönlichkeit, bei der die Musik nur einen Aspekt unter vielen darstellte – wenn auch für eine gewisse Zeit den bedeutendsten. Geboren auf Haiti, erhielt Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799) in Paris zunächst erstklassigen Unterricht im Fechten und Reiten, dann auch auf der Violine und im Komponieren. 1773 folgte er Gossec in der Leitung der Concerts des Amateurs; nach deren Auflösung leitete er ab 1783 die Concert de la Loge Olympique. Während der Revolution hielt er sich in England auf, wo er seinen Lebensunterhalt durch

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Janitsch – Freitagsakademie

Janitsch – Freitagsakademie

Noch vor einiger Zeit war es schwierig, überhaupt eine Einspielung mit Musik von Johann Gottlieb Janitsch (1708–1763) zu finden. Inzwischen liegen gleich mehrere Alben mit herausragender Kammermusik aus seiner Feder vor – Kompositionen, die beim ersten Höreindruck noch mehr der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts verpflichtet scheinen, die aber hinter ihrer vielfach kontrapunktisch inspirierten Faktur viel galanten Ausdruck verbergen. Ein doppeltes Vergnügen, das auch noch Johann Friedrich Reichardt im Jahre 1775 begeisterte: «Keiner beut unserem Verstande so viel Unterhaltung, so viel Nahrung.» Zunächst in Rheinsberg, später auch in Berlin war

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Mysliveček – Keyboard Works

Mysliveček – Keyboard Works

Manchmal fügen sich die Dinge einfach zusammen. Warum also nicht mit der Hörbar-Folge #177 in die 1770er Jahre eintauchen und dabei eine Zeit des Übergangs beleuchten? Denn diese Zeit ist vielfach aufregender als die Musik manch eines «barocken» Meisters oder der periodisch regulierten «Wiener Klassik». Mit dem Übergang sind meist Komponisten verbunden, deren Namen noch am Ende des 20. Jahrhunderts als «Kleinmeister» bezeichnet wurden. Inzwischen hat sich glücklicherweise der Blick verändert. Denn sie hatten auf sehr eigene Weise Neues zu sagen. Die steigende Beliebtheit der Musik von CPE und JC

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