
Gespielt wird auf modernen Instrumenten, Juliette Hurel hat sogar eine Pearl Maesta 18 Karat in ihren Händen. Dem intendierten Klang der Werke kommt das nicht entgegen, was sich an den ersten Takten des Scherzos aus Webers Trio sehr schön erkennen lässt: Das Unisono produziert schlichtweg keinen neuen Klang, sondern eine (undurchsichtige) Mischung ohne eigenen Wert. In der deutschen Übersetzung des Booklet-Essays blitzt ein ähnlicher Gedanke auf, wenn die von Weber in seinem Tagebuch festgehaltene Besetzung als «für Hammerklavier (!), Flöte und Violoncello» genannt wird – während Weber am 25. Juli1819 nur «Pf Flauto, Violoncello» notierte. Obwohl mit dem Album eine 30-jährige Partnerschaft gefeiert werden soll, vermisse ich einen individuellen Zugang zu den Stücken; Momente, die unmittelbar ansprechen und berühren, und sich nicht im oft vibrierenden Ton verflüchtigen. Dass es anders und damit auch spannender geht, zeigt die Introduktion von Schubert Variationen. Eine Veröffentlichung, die «richtig» erscheint, aber im Inneren nichts bewegt.
Nature Romantique
Carl Maria von Weber. Trio g-Moll op. 63 für Flöte, Violoncello und Klavier; Franz Schubert. Schäfers Klagelied D 121 (arr. für Flöte und Klavier); Carl Reinecke. Sonate e-Moll op. 167 für Flöte und Klavier «Undine»; Franz Schubert. Introduktion, Thema und Variationen über «Trockne Blumen» D 802; Trockne Blumen aus «Die schöne Müllerin» D 795
Juliette Hurel (Flöte), Helene Couvert (Klavier), Emmanuelle Bertrand (Violoncello)
Alpha ALP 982 (2023)
