
Ein wundervolles Album legt der Bassist Arne Huber in seinem fünften Album mit seinem um Wanja Slavin und Jorge Rossy erweiterten Quartett vor, das zugleich das erste auf seinem eigenen Label EARthen Records ist und damit die Nummer 001 trägt und «Still» heißt. Im Labelnamen sind Ohr und Erde drin: Sicher mit Absicht, ebenso wie «Still» vielleicht an «Silence» von Charlie Haden erinnern könnte – was seine musikalische Berechtigung hätte.
So auch die Kompositionen «Still» und «Marry Me Song», Stücke mit fast hymnischem Choralklang im homophonen Satz, die langsam vor sich hinschreiten und dabei die harmonischen Veränderungen auch klangfarblich deuten. Huber setzt dabei auch gerne einen nicht aufgelösten Quartvorhalt an das Ende der Phrasen. Er ergibt sich daraus eine unglaublich entspannte Musikwirkung, eine Beruhigung stellt sich sofort ein. Rainer Böhms Solo in «Marry Me Song» bringt zudem bachische Interventionen ganz geläufig unter. Schwer zu sagen, ob es Melancholie, Trauer oder einfach ein Zustand der Zufriedenheit ist, der einen hier zugleich sogartig trägt.
Ganz luftig auch «Here and now» mit dem Vibraphon-Getupfe von Jorge Rossy. Ganz so locker geht es nicht überall zu: «Mavors Odd» klappert ein bisschen unrund und ungeklärt. Aber die langsamen oder dann auch tanzryhthmisch-zupackenden Tracks wie bei «Everest» schwofen in erlaubter Lässigkeit aufs Ende des Albums zu, wo Rainer Böhm am Klavier eien Arabeskenphrase in melodisches Glück entschält, was einfach gut komponiert ist, und auch arrangiert, wenn die rauschenden Farben der Saxophone miteinschwingen. Das durchdringt sich gegenseitig vorzüglich in seiner schönsten Vielfalt. Dazu trägt auch die Abmischung und das Mastering von Wanja Slavin bei, das für Transparenz und für Dichte im Ergebnis sorgt.
Arne Huber – STILL [2026]
- Arne Huber (b)
- Wanja Slavin (as)
- Domenic Landolf (ts)
- Ben Kraef (ts)
- Rainer Böhm (p)
- Jochen Rückert (dr)
- Jorge Rossy (vibes)
EARthen Records – EAR 001 (VÖ: 26.06.26) – Vertrieb: Galileo Music
